Gasreserve: Ministerium plant Umlage von bis zu 7,20 Euro
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 14:47 Uhr | dpa, AD HOC NEWSGasreserve soll ab 2027 aufgebaut werden
- Das Bundeswirtschaftsministerium plant eine nationale Gasreserve für Extremfälle, Sabotage und seltene Großereignisse.
- Die Reserve soll 24 Milliarden Kilowattstunden umfassen und damit etwa zehn Prozent der deutschen Speicherkapazität ausmachen.
- Für typische Haushalte werden jährliche Kosten von 3,77 bis 7,20 Euro veranschlagt.
Das Bundeswirtschaftsministerium bringt den Aufbau einer nationalen Gasreserve auf den Weg.
Gesetzentwurf sieht Umlage für Gaskunden vor
Der Referentenentwurf aus dem Haus von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) trägt den Stand 12. Oktober und liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Darin wird die Gasreserve als Vorsorge für Extremfälle, Sabotage und seltene Großereignisse beschrieben.
Finanziert werden soll der Aufbau über eine Umlage für Gaskunden. Der Entwurf beziffert die erwarteten jährlichen Kosten für einen typischen Haushalt in einem Mehrfamilienhaus mit rund 13.000 Kilowattstunden Verbrauch auf 3,77 Euro bis 7,20 Euro.
Reserve umfasst 24 Milliarden Kilowattstunden
Das geplante Volumen von 24 Milliarden Kilowattstunden entspricht etwa zehn Prozent der deutschen Speicherkapazität. Eine Sprecherin des Ministeriums hatte diesen Umfang bereits Anfang Juli angekündigt.
Nach der vorgesehenen Gesetzesänderung soll der Aufbau der Gasreserve im Jahr 2027 beginnen. Der Entwurf nennt damit erstmals den rechtlichen Rahmen für Umfang, Zweck und Finanzierung des zusätzlichen Gasvorrats.
Im Sommer waren mehrere Finanzierungswege im Gespräch
Reiche hatte im Sommer erklärt, neben einer Umlage über die Gaskunden komme auch eine Finanzierung aus dem Bundeshaushalt infrage. Zudem sei ein Mischmodell möglich. Der nun vorliegende Entwurf setzt auf die Umlage.
Vorsorge für seltene Krisenfälle
Die geplante Gasreserve soll Deutschland gegen besonders schwere Versorgungsstörungen absichern. Der Gesetzentwurf nennt Extremfälle, Sabotage und seltene Großereignisse als Zweck. Damit zielt die Reserve nicht auf den alltäglichen Ausgleich von Preisschwankungen, sondern auf zusätzliche staatliche Krisenvorsorge.
Speicherbestand als zusätzlicher Puffer
Mit 24 Milliarden Kilowattstunden würde die Reserve rund zehn Prozent der deutschen Speicherkapazität umfassen. Der Umfang markiert eine erhebliche zusätzliche Absicherung, zugleich bleibt die Reserve Teil eines größeren Systems aus Speichern, Importen, Netzen und Verbrauchssteuerung.
Der geplante Finanzierungsweg verlagert die Kosten auf die Gaskunden. Für Haushalte mit den im Entwurf zugrunde gelegten Verbrauchswerten ergeben sich jährliche Zusatzkosten von 3,77 bis 7,20 Euro. Entscheidend wird im weiteren Gesetzgebungsverfahren, wie die Umlage konkret ausgestaltet wird und ob sich an der Finanzierung noch Änderungen ergeben.
Aufbau ab 2027 vorgesehen
Der Aufbau soll nach der geplanten Gesetzesänderung im Jahr 2027 beginnen. Für Verbraucher entsteht damit zunächst vor allem eine begrenzte laufende Belastung; politisch relevant ist die Frage, wie schnell die Reserve tatsächlich gefüllt werden kann und welche Regeln im Krisenfall für ihren Einsatz gelten.
