Gasspeicher: Reiche weist Sefe zu mehr Erdgas-Einspeicherung an
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 10:09 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat in Absprache mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) das bundeseigene Energieunternehmen Sefe angewiesen, mehr Erdgas einzuspeichern.
Acht Terawattstunden bis Mitte Dezember
Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums begrĂŒndete den Schritt mit den weiter andauernden geopolitischen Risiken. Die MaĂnahme sei aus Sicht der Krisenvorsorge ein zusĂ€tzlicher Beitrag, um die WiderstandsfĂ€higkeit der deutschen Gasversorgung zu erhöhen.
Ein Sprecher von Sefe bestÀtigte, dass das Unternehmen bis zum 15. Dezember acht Terawattstunden Gas beschaffen und einspeichern soll.
Speicher zu knapp 58 Prozent gefĂŒllt
Die deutschen Gasspeicher sind derzeit zu knapp 58 Prozent gefĂŒllt. Damit liegen die FĂŒllstĂ€nde auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.
Ministerin hatte Vorkehrungen angekĂŒndigt
Reiche hatte vor drei Wochen im Bundestag die HandlungsfĂ€higkeit der Bundesregierung betont und erklĂ€rt, es seien Vorkehrungen fĂŒr jedes Szenario getroffen. Die entsprechenden Instrumente seien vorbereitet.
In einem Bericht des Wirtschaftsministeriums fĂŒr eine Sondersitzung des Wirtschaftsausschusses des Bundestags hatte es Mitte September geheiĂen, nach aktuellem Erkenntnisstand sei eine Gasmangellage im kommenden Winter nicht zu erwarten.
Niedrige SpeicherstÀnde als Vorsorgethema
Ein FĂŒllstand von knapp 58 Prozent bedeutet Ende September eine deutlich geringere Reserve als in Jahren, in denen Speicher frĂŒhzeitig stĂ€rker aufgefĂŒllt wurden. FĂŒr die Versorgungssicherheit ist jedoch nicht allein der prozentuale Wert entscheidend. Wichtig sind auch die verfĂŒgbare SpeicherkapazitĂ€t, die tĂ€gliche Entnahmemenge, Nachbeschaffungsmöglichkeiten und die Temperaturen im Winter.
Die politische MaĂnahme zielt deshalb auf zusĂ€tzliche Vorsorge und nicht auf die Feststellung einer akuten Gasmangellage. Nach der EinschĂ€tzung des Wirtschaftsministeriums war Mitte September bei normalem Verlauf keine Mangellage im kommenden Winter zu erwarten. Die geopolitischen Risiken erhöhen zugleich die Bedeutung staatlicher Planung, weil kurzfristige Beschaffung auf angespannten internationalen MĂ€rkten teuer werden kann.
Folgen fĂŒr Markt und Verbraucher
Sefe muss bis zum 15. Dezember acht Terawattstunden Gas beschaffen und einspeichern. Das stÀrkt den deutschen Vorrat, kann bei knappen MÀrkten aber zusÀtzlichen Wettbewerb um LNG und Pipelinegas auslösen. Der Berliner Zeitung zufolge warnte ein EnergiehÀndler vor möglichen Preisschocks, falls Europa wegen geopolitischer Störungen stÀrker auf kurzfristige LNG-KÀufe angewiesen sei; der Artikel ist allerdings nur teilweise frei zugÀnglich.
FĂŒr Haushalte und Unternehmen ist die Anweisung vor allem ein Signal zur Absicherung gegen Risiken. Unmittelbare Auswirkungen auf Rechnungen lassen sich daraus nicht ableiten. Preisbewegungen hĂ€ngen weiterhin von globaler Nachfrage, Importmöglichkeiten, Wetter, Speicherentnahmen und der Entwicklung geopolitischer Krisen ab.
