Gebäudekühlung: Anteil bei Neubauten mehr als verdoppelt
01.07.2026 - 01:31:12 | boerse-global.de
Aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen einen deutlichen Anstieg bei der Ausstattung mit Kühlanlagen – sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich.
Wohngebäude: Anteil mehr als verdoppelt
2025 waren rund 4,3 Prozent aller neu fertiggestellten Wohngebäude mit einer Kühlanlage ausgestattet. Das ist mehr als doppelt so viel wie 2015, als der Anteil bei lediglich 1,9 Prozent lag. Die Gesamtzahl der Neubauten ist zwar gesunken – von 105.568 auf 58.885 Gebäude –, die Nachfrage nach Klimatisierung steigt aber kontinuierlich.
Noch deutlicher fällt der Zuwachs bei Büro- und Verwaltungsgebäuden aus. Hier stieg der Anteil von 30,9 Prozent (2015) auf 37,8 Prozent (2025).
Gesundheits- und Bildungswesen ziehen nach
Besonders stark legte der Kühlanlagen-Anteil im Gesundheitswesen zu: von 24,8 auf 34,4 Prozent. Im Sozialwesen verzeichnete die Statistik sogar eine Verdreifachung – von 5,7 auf 14,5 Prozent. Und auch im Bildungswesen ist die Klimatisierung angekommen: Fast jedes dritte neue Bildungsgebäude (33,9 Prozent) verfügt inzwischen über Kühltechnik.
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Sanierung mit Hindernissen: Die Stuttgarter Liederhalle
Die Modernisierung von Bestandsimmobilien zeigt, wie komplex der Einbau moderner Kühltechnik sein kann. In der Stuttgarter Liederhalle musste die zentrale Kältemaschine nach einem irreparablen Defekt ersetzt werden. Die neue Anlage – geliefert von der Combitherm GmbH aus Fellbach – leistet 850 Kilowatt und besteht aus zwei unabhängigen Kompressoren.
Das Problem: Aufgrund der baulichen Gegebenheiten musste die Anlage in neun Einzelteilen durch eine Deckenöffnung eingebracht werden. Die neue Technik soll die Ausfallsicherheit erhöhen – wichtig für Großveranstaltungen wie die German Open Championships im August 2026.
Hitzewelle treibt Strompreise in die Höhe
Die zunehmende Verbreitung von Klimaanlagen hat messbare Folgen für den Energiemarkt. Während der Hitzewelle im Juni 2026 stieg der tägliche Strombedarf in Deutschland von 1.267 auf 1.396 Gigawattstunden. In Frankreich kletterte die Nachfrage im gleichen Zeitraum von 1.048 auf 1.255 Gigawattstunden.
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Das Problem: Die erhöhte Nachfrage traf auf eine Phase geringer Windstromerzeugung. Zudem musste die französische Atomkraft ihre Leistung um 4,1 Gigawatt drosseln – wegen zu hoher Flusswassertemperaturen. Die Folge: Die Großhandelspreise für Strom in Deutschland schossen zeitweise auf über 200 Euro pro Megawattstunde. In Spanien lagen sie dagegen bei rund 110 Euro.
Laut Internationaler Energieagentur (IEA) besitzen derzeit etwa 20 Prozent aller Haushalte eine Klimaanlage. Die Verkaufszahlen sind in den letzten fünf Jahren um rund 30 Prozent gestiegen. Der Trend zur Gebäudekühlung dürfte sich damit fortsetzen.
