Gebäudemodernisierungsgesetz: 16% der Büros müssen bis 2030 saniert werden
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 02:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Am 10. Juli verabschiedete der Gesetzgeber das neue Gebäudemodernisierungsgesetz. Es hat weitreichende Folgen für Büro- und Industriegebäude. Bis 2030 müssen die energetisch schlechtesten 16 Prozent der Nichtwohngebäude saniert werden. Bis 2033 steigt dieser Anteil auf 26 Prozent.
Besonders relevant für die technische Infrastruktur: Anlagen mit mehr als 70 Kilowatt Leistung müssen bis Ende 2029 mit Gebäudeautomation aufgerüstet werden. Ab 2028 wird für Gebäude ab 1.000 Quadratmetern eine Treibhausgasbilanz über den gesamten Lebenszyklus Pflicht.
Experten warnen: Wer nur die Heizung modernisiert, wird die gesetzlichen Ziele nicht erreichen.
Kognitive Resilienz wird zum Thema
Parallel zu den baulichen Anforderungen rückt die kognitive Ergonomie in den Fokus. Das Fraunhofer IAO startet im November das Programm „Cortex Circle“. Es richtet sich an Führungskräfte und setzt auf Wearables sowie Eye-Tracking.
Die Experten Dr. Nektaria Tagalidou und Dr. Mathias Vukelic wollen damit die kognitive Resilienz in komplexen Arbeitsumgebungen stärken. Die Notwendigkeit zeigt der Gallup Engagement Index 2025: 77 Prozent der Beschäftigten haben eine schwache Bindung zu ihrem Arbeitgeber. Nur noch 56 Prozent wollen bei ihrem aktuellen Arbeitgeber bleiben – ein massiver Rückgang gegenüber früheren 78 Prozent.
Die Fachliteratur betont: In Krisenzeiten sind Mitgefühl und Klarheit entscheidend für das Vertrauen der Belegschaft.
Moderne Arbeitswelten erfordern nicht nur kognitive Resilienz, sondern auch eine rechtssichere Gestaltung der Arbeitsplätze. Diese kostenlose Anleitung unterstützt Sicherheitsbeauftragte dabei, die Unterweisung für Büro- und Bildschirmarbeitsplätze zeitsparend und motivierend vorzubereiten. Büroarbeitsplatz-Unterweisung in Rekordzeit vorbereiten – mit dieser kostenlosen Muster-Vorlage
Nachhaltige Architektur in der Praxis
Aktuelle Großprojekte zeigen den Trend zu nachhaltigen Materialien und skulpturalen Konzepten. In Wien entsteht das LeopoldQuartier in Holz-Hybrid-Bauweise auf 2,3 Hektar. UBM Development realisiert dort 253 Wohnungen und 22.000 Quadratmeter Bürofläche. Der Bürokomplex soll Ende 2025 fertig sein, das Gesamtquartier im Laufe des Jahres.
In Neckarsulm schufen Scope Architekten ein gastronomisches Zentrum am Stiftsberg. Auf 15.600 Quadratmetern verbindet der skulpturale Solitär Gastronomie, Fitness und Schulungsbereiche. Eine „Dining Journey“ über zwei Geschosse soll verschiedene Erlebniswelten schaffen.
Selbst hochspezialisierte Arbeitsplätze werden maßgeschneidert. Für den neuen JPMorgan Chase Tower in New York lieferte die Molteni Group über ihre Marke UniFor Arbeitsplatzsysteme für acht Trading-Floors. Das 60-stöckige Gebäude öffnete im Oktober 2025.
Digitale Tools und moderne Ausstattung
Seit dem 13. Juli bietet DeutschlandGPT Desktop- und Mobile-Apps sowie Office-Plugins an. Die Plattform läuft auf einer ISO-zertifizierten Cloud-Infrastruktur. Geschäftsführer Fabian Pfaff: Bereits über 500 Unternehmen nutzen die Lösung.
Während digitale Tools die Effizienz steigern, dürfen die physischen Risiken am Schreibtisch nicht unterschätzt werden. Dieser kostenlose Ratgeber klärt über die häufigsten Irrtümer bei der Gefährdungsbeurteilung im Büro auf und bietet sofort einsetzbare Checklisten für Ihren Betrieb. Gefährdungsbeurteilung für Büros: So erstellen Sie GBUs, die Aufsichtsbehörden wirklich anerkennen
Auch Objektausstatter reagieren auf die Nachfrage. Die Raum & Form Seidel GmbH nimmt im Juli Möbelserien von INCLASS und Ventura ins Sortiment. Der Fokus liegt auf ergonomischen Sitzmöbeln und Lounge-Lösungen.
Trotz aller Neugestaltungen bleibt der Büroleerstand ein Problem. Bundesbauministerin Verena Hubertz fördert die Umnutzung leerstehender Büroflächen zu Wohnraum mit 300 Millionen Euro. In den sieben größten Städten ist der Leerstand seit der Pandemie deutlich gestiegen.
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