Gebäudemodernisierungsgesetz, Heizungspflicht

Gebäudemodernisierungsgesetz: Heizungspflicht fällt weg, Bio-Treppe kommt

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 09:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Bundestag und Bundesrat beschließen das Gebäudemodernisierungsgesetz. Die Heizungspflicht entfällt, eine Bio-Treppe greift. Parallel verzeichnet die Solarbranche ein starkes Wachstum.

GModG verabschiedet: Neue Regeln für Heizung und Solar
Historisches deutsches Gebäude mit modernen Solarpaneelen auf dem Dach, das die Verbindung von Denkmalschutz und erneuerbaren Energien symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Juli das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) verabschiedet. Es ersetzt das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) und bringt eine grundlegende Neuausrichtung der energetischen Anforderungen an Immobilien. Zeitgleich verzeichnet die Solarbranche einen Boom, während die Finanzverwaltung steuerliche Details nachschärft.

Heizungspflicht fällt – Bio-Treppe kommt

Das GModG schafft die Pflicht ab, neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben. Stattdessen dürfen Eigentümer künftig technologieoffen wählen. Allerdings greift eine sogenannte „Bio-Treppe": Ab 2029 müssen klimafreundliche Brennstoffe einen Anteil von zehn Prozent haben – bis 2040 steigt die Vorgabe auf 60 Prozent.

Ergänzend gilt ab 2028 eine Grüngasquote. Neubauten müssen ab 2030 als Nullemissionsgebäude errichtet werden. Juristen äußerten bereits verfassungsrechtliche Bedenken – eine künftige Normenkontrolle gilt als wahrscheinlich.

Neue Förderung für Sanierungen

Am 21. Juli tritt eine aktualisierte Förderrichtlinie für die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) in Kraft. Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen unter 30.000 Euro erhalten bis zu 40 Prozent Förderung. Dazu kommen ein Kinderzuschlag von 10.000 Euro und ein Förderdeckel von 28.000 Euro.

Ein Beispiel für moderne Sanierung liefert Wien: In der Arenberggasse senkte eine serielle Sanierung mit vorgefertigten Fassadenteilen den Heizwärmebedarf um 85 Prozent.

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Solarboom in Deutschland

Die Photovoltaik-Leistung wuchs im ersten Halbjahr 2026 um 7,4 Gigawatt – ein Plus von neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die installierte Gesamtleistung liegt laut Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) nun bei über 125 GW.

Experten führen den Boom auf Vorzieheffekte zurück: Ab 2027 drohen Förderkürzungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Zudem treiben die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten den Ausbau seit Ende Februar zusätzlich an.

Steuerliche Klarstellungen für Betreiber

Die Zollverwaltung aktualisierte Mitte Juni die Informationsschreiben zum Energiesteuer- und Stromsteuergesetz. Seit Jahresbeginn gelten Ausnahmen vom Versorgerstatus für Betreiber von Ladepunkten sowie Wind- und Solaranlagen. Für KWK-Anlagen wurden neue CO2-Kriterien festgelegt – der Grenzwert liegt bei weniger als 270 Gramm CO2 pro Kilowattstunde.

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Österreich: Förderchaos bei Photovoltaik

In Österreich sorgte ein Förderaufruf für PV-Anlagen am 14. Juli für Frust. Das Budget von 20 Millionen Euro war nach 33 Sekunden erschöpft. Rund 3.000 Anträge erhielten eine Zusage – 25.000 Bewerber gingen leer aus.

Staatssekretärin Zehetner kündigte daraufhin eine Reform an: Künftig soll der Fokus stärker auf Speicherlösungen liegen, die maximale Förderquote wird auf 20 Prozent begrenzt. Der Branchenverband PV Austria fordert einen Neustart des Systems und schlägt steuerliche Investitionsanreize statt kurzfristiger Fördercalls vor – sonst drohten Projektstopps.

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