Gebäudereinigung, Tarifverhandlungen

Gebäudereinigung: Tarifverhandlungen für 700.000 Beschäftigte ab September

18.06.2026 - 01:39:40 | boerse-global.de

Gewerkschaft fordert zwei Euro mehr pro Stunde für 700.000 Beschäftigte. Verhandlungen starten im September.

IG BAU startet Tarifoffensive für Gebäudereiniger
Gebäudereinigung - Gebäudereiniger*innen, die in einem Kino sitzen und lächeln und eine besondere Filmvorführung genießen, die ihre Arbeit würdigt. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

di gehen mit kulturellen Aktionen in die Offensive. Rund 50 Gäste kamen am 14. Juni ins Cinema Arthouse nach Osnabrück, um den Berlinale-Film „Ich verstehe Ihren Unmut“ zu sehen. Der Film zeigt die oft prekären Arbeitsbedingungen in der Gebäudereinigung.

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Tarifverhandlungen starten im September

Die Bundestarifkommission der IG BAU hat ihre Forderungen für die rund 700.000 Beschäftigten formuliert. Die Branche erwirtschaftet jährlich rund 29,5 Milliarden Euro Umsatz. Ab dem 9. September sollen die Verhandlungen beginnen.

Die Gewerkschaft fordert zwei Euro mehr pro Stunde für alle Beschäftigtengruppen bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Der Lohn in der untersten Lohngruppe würde damit auf 17 Euro steigen. Für Fachkräfte in der Glas- und Fassadenreinigung sind 20,40 Euro pro Stunde das Ziel.

Altersarmut droht

Zum „Tag der Gebäudereinigung“ am 15. Juni machten Gewerkschaftsvertreter in Oberfranken und im Nürnberger Land auf ein drängendes Problem aufmerksam. Rund 980 Reinigungskräfte arbeiten allein im Landkreis Nürnberger Land. Eine Vollzeitkraft müsste rechnerisch über 70 Jahre arbeiten, um eine Rente auf dem Niveau des Durchschnittsverdieners zu erreichen.

Bernhard Heizmann von der IG BAU Mittelfranken fordert einen deutlichen Lohnschub. Er appellierte an Bundestagsabgeordnete, politisch gegen die drohende Altersarmut vorzugehen. Ohne Gehaltsanpassungen bleibe Respekt für die Arbeit nur ein Schlagwort.

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Internationale Dimension

Auch global wird der Kampf um bessere Bedingungen geführt. Am 16. Juni forderten Gewerkschaften in Nepal verstärkte Klimaschutzmaßnahmen für Reinigungs- und Sicherheitskräfte. Ein Bericht der UNI Global Union wertete über 5.000 Rückmeldungen aus 21 Ländern aus. Die Forderung: nationale Hitzeschutzrichtlinien und wettergerechte Schutzausrüstung.

In der Schweiz führt die Gewerkschaft Unia verstärkte Kontrollen auf Baustellen durch. Bei Temperaturen über 30 Grad sind dort zusätzliche Pausen und Trinkwasser vorgeschrieben.

Kino als Sprachrohr

Die kulturelle Auseinandersetzung setzt sich fort. Am 19. Juni zeigt das ACUD Kino in Berlin den Film „Rohbau“ von Tuna Kaptan. Das Werk thematisiert Ausbeutung und Migration auf Großbaustellen. Im Anschluss ist eine Diskussion über Arbeitsverhältnisse und Migration geplant.

Auch die AWIGO Abfallwirtschaft im Landkreis Osnabrück plant für den 23. Juni eine Kampagne zum bundesweiten Tag der Daseinsvorsorge. Rund 400 Mitarbeitende sollen dabei im Fokus stehen.

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