Deutschland, Abfall

Abfallbranche: Brandgefahr durch falsch entsorgte Batterien

Veröffentlicht am: 08.08.2023 um 07:27 Uhr | dpa.de

Gebrauchte Elektroprodukte mĂŒssen als Elektroschrott entsorgt werden. Doch hĂ€ufig landen die Sachen im RestmĂŒll oder in der Gelben Tonne. Ein Vertreter der Abfallbranche ist tief besorgt.

Alte Batterien und Akkus in einem SammelbehÀlter auf einem Recyclinghof. - Bild: Christian Charisius/dpa
Alte Batterien und Akkus in einem SammelbehÀlter auf einem Recyclinghof. - Bild: Christian Charisius/dpa

Ob blinkende Schuhe, ElektrozahnbĂŒrsten oder Grußkarten mit Minilautsprecher: Falsch entsorgte Batterieprodukte werden fĂŒr Deutschlands Entsorgungsbranche zum großen Problem. «Solche Produkte landen immer hĂ€ufiger im RestmĂŒll oder in anderen Tonnen und werden dann zum Brandrisiko fĂŒr unsere Betriebe», sagte der PrĂ€sident des Entsorgungswirtschaftsverbandes BDE, Peter Kurth, der dpa in Berlin.

So könne es in den Batterien zu KurzschlĂŒssen kommen, wenn der Abfall im Entsorgungsfahrzeug zusammengepresst werde und danach auf FörderbĂ€ndern in den Recyclinganlagen lande. Immer wieder fĂŒhre das zu BrĂ€nden. Entsorgungsbetriebe hĂ€tten deshalb Schwierigkeiten, ihre Anlagen zu versichern. Finden sie eine Versicherung, sei die PrĂ€mie sehr hoch. «Die Batterieprodukte sind immer stĂ€rker prĂ€sent im Konsumalltag, wodurch das Brandrisiko immer grĂ¶ĂŸer wird.»

In Deutschland wĂŒrden viel mehr Batterien eingefĂŒhrt als frĂŒher, sagt Kurth. So habe sich allein das Import-Gewicht von Lithium-Ionen-Batterien und -Akkus innerhalb von acht Jahren um 914 Prozent auf mehr als 93.000 Tonnen im Jahr 2019 erhöht.

Nach der Konsumwelle folgt die Entsorgungswelle

«Nach der Konsumwelle mit einer immer grĂ¶ĂŸer werdenden Verbreitung von batteriebetriebenen GegenstĂ€nden wie E-Bikes, E-Scootern oder Haushalts- und GartengerĂ€ten mit Lithium-Ionen-Batterien kĂ€mpfen unsere Unternehmen nun mit der Entsorgungswelle und einem massiven Anstieg der Entsorgungsmengen», sagt Kurth. Die Batterieprodukte mĂŒssen als Elektroschrott auf Wertstoffhöfen oder im Elektroeinzelhandel gesammelt und danach entsorgt werden.

Sie sind mit dem Symbol einer durchgestrichenen MĂŒlltonne gekennzeichnet. Das allerdings ist Branchenvertreter Kurth zu wenig. «Wenn das dunkelgraue kleine Symbol auf ein graues Produkt gedruckt ist, dann wird es nun mal oft ĂŒbersehen.» Der Warnhinweis sollte viel auffĂ€lliger sein. «ZusĂ€tzlich zum Elektroschrott-Hinweis sollte ein möglichst großer roter Aufkleber angebracht werden mĂŒssen, den die Verbraucherinnen und Verbraucher gar nicht ĂŒbersehen können.» Hier seien insbesondere die Hersteller in der Verantwortung, die Verbraucher ĂŒber diese Risiken aufzuklĂ€ren.

Kurth wies darauf hin, dass laut einer EU-Regelung 65 Prozent der Elektro- und ElektronikaltgerĂ€ten binnen drei Jahren wieder ordnungsgemĂ€ĂŸ gesammelt werden mĂŒssen - beim Rest wird davon ausgegangen, dass er lĂ€nger genutzt oder daheim aufbewahrt wird. Deutschland kam zuletzt aber nur auf etwa 40 Prozent. «Das zeigt, dass wir dringenden Handlungsbedarf haben.»

Mit einem Pfandsystem könnte die ordnungsgemĂ€ĂŸe Entsorgung von Batterieprodukten angekurbelt werden, sagt der VerbandsprĂ€sident. «Wir mĂŒssen unsachgemĂ€ĂŸe und deshalb buchstĂ€blich brandgefĂ€hrliche Entsorgung minimieren», so Kurth. Es sei bedauerlich, dass die Bundesregierung diesbezĂŒglich zu wenig unternehme. «Der Anlagenbetrieb darf kein unkalkulierbares Risiko werden.»

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