Gefährder-Überwachung: CDU plant KI und Fußfesseln als Regelfall
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 07:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Berliner CDU hat einen Zehnpunkteplan zur Verschärfung der Überwachung von Gefährdern vorgelegt. Das Papier mit dem Titel „Freiheit statt Islamismus“ sieht den verstärkten Einsatz von KI und elektronischen Fußfesseln vor.
KI-Überwachung nach Vorbild São Paulos
Die Partei-Spitze um Stefan Evers und Felor Badenberg will die Befugnisse der Sicherheitsbehörden deutlich ausweiten. Fußfesseln sollen bei Gefährdern zum Regelfall werden, die rechtlichen Hürden dafür sinken. Zudem fordert die CDU eine KI-gestützte Risikoauswertung, um Bedrohungen frühzeitig zu erkennen. Evers verweist auf positive Erfahrungen aus São Paulo, wo KI-Videoüberwachung die Übergriffe um 80 Prozent reduzierte.
Unterstützung kommt von Bundesinnenminister Dobrindt. Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD fordert auch er eine Ausweitung der Fußfessel-Regelung. Bisher kommen die Geräte in Deutschland vor allem im Gewaltschutz zum Einsatz, etwa in Nordrhein-Westfalen oder Hessen. Ab Juli 2027 soll eine Gesetzesnovelle den bundesweiten Einsatz bei häuslicher Gewalt ermöglichen.
Grenzen der klassischen Observation
Die Debatte wird durch Erkenntnisse des Landeskriminalamts zum CSD-Attentäter verschärft. Der Gefährder Abdul B. war seit Januar polizeilich bekannt und nach seiner Haftentlassung im Mai phasenweise eng observiert worden. Trotz Telefonüberwachung und Kameraobservierung gab es laut LKA-Vize Redlich keine konkreten Hinweise auf eine Anschlagsplanung.
Redlich betont: Observationen allein könnten Anschläge nicht verhindern. Im konkreten Fall band die Überwachung die Hälfte der verfügbaren Kapazitäten. Die letzte Maßnahme vor der Tat fand am 23. Juli statt. Die Zahl der Gefährder in Deutschland schätzen Experten auf 450 bis 2.000 – das BKA nennt offiziell 410 islamistische Gefährder. Nordrhein-Westfalen überprüfte nach dem Anschlag 73 als aktionsfähig eingestufte Personen erneut.
Neue Technologien für die Sicherheitswirtschaft
Während die Politik über Verschärfungen debattiert, bringt die Branche neue Lösungen auf den Markt. Rimini Street kündigte „Rimini Govern for AI“ an – einen Service für Governance und Sicherheit beim Einsatz von KI-Agenten. Auch die IT-Sicherheit wächst: Der Dienstleister SVA erweiterte sein Security Operations Center um ein System zur Identifizierung von Schwachstellen. Hintergrund ist ein Anstieg der Cyber-Angriffe in der DACH-Region um 124 Prozent im Jahr 2025.
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Im physischen Objektschutz setzen Unternehmen zunehmend auf Automatisierung. Die Rauchbarriere von Verisure etwa füllt bei Einbrüchen Räume binnen Sekunden mit dichtem Nebel, um Täter zu stoppen.
Fachkräftemangel in der Sicherheitsbranche
Die steigenden Anforderungen zeigen sich auf dem Arbeitsmarkt. Gesucht werden Elektrotechniker für die Montage von Einbruchmelde- und Videoanlagen sowie Personal mit Qualifikationen nach §34a GewO oder als Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft. Führungspositionen in der Unternehmenssicherheit erfordern zudem Kenntnisse im Sicherheitsüberprüfungsgesetz. Die Aufgaben reichen von der klassischen Pfortentätigkeit bis zur komplexen Erstellung von Risikoanalysen und Notfallplänen.
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