Gerhard Heinrich im EMFIS Exklusiv-Interview
Veröffentlicht: 07.05.2009 um 15:58 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller (Chefredaktion)
EMFIS: Herr Heinrich, Sie sind Chefredakteur des Trading-Dienstes ASIEN-TRENDS sowie in der EMFIS-Redaktion fĂŒr die asiatischen MĂ€rkte verantwortlich. Was halten Sie von der gegenwĂ€rtigen Rallye an den Asien-Börsen? â Ist der Rebound nachhaltig?
Gerhard Heinrich: Der Rebound ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nachhaltig. Wir haben gerade in Asien eine sehr starke Erholung gesehen. Das bedeutet zwar durchaus, dass es jetzt noch die eine oder andere Korrektur geben kann. Es herrscht noch eine gewisse Unsicherheit bei den Marktteilnehmern vor, und es kann immer wieder Störfeuer aus den USA geben, wie zuletzt aus dem dortigen Bankensektor. Dort gibt es noch sehr viele Baustellen. Allerdings hat sich die Grundstimmung am Markt doch ganz erheblich verĂ€ndert. Vor zwei Monaten herrschte noch ĂŒberall die reinste Weltuntergangsstimmung vor. Damit ist die momentane Unsicherheit, die vielfach eher auf Unentschlossenheit beruht, gar nicht mehr zu vergleichen. Wir glauben deshalb auch nicht, dass die asiatischen Indizes ihre Tiefs von Anfang MĂ€rz in den nĂ€chsten Monaten nochmal ernsthaft testen werden.
EMFIS: Auf Ihrer Empfehlungsliste beim Börsenbrief ASIEN-TRENDS befindet Sie auch ein Put-Optionsschein auf den Nikkei 225, der inzwischen ĂŒber 200 % im Plus liegt. Die Leser werden sich ĂŒber diese Performance sicher gefreut haben, aber warum halten Sie den Schein noch immer?
Gerhard Heinrich: Wir haben diesen Put-Optionsschein im Juli 2007 zum Kauf empfohlen, also kurz bevor die MĂ€rkte weltweit auf Talfahrt gegangen sind. Selbstredend hat es auch den japanischen Nikkei stark erwischt. Mittlerweile dĂŒrften wir das Schlimmste hinter uns haben. Aber wie gesagt: Gewisse RĂŒcksetzer sind immer möglich. Wenn der Nikkei in den nĂ€chsten Monaten nochmal 5 bis 10 Prozent abgeben sollte, wĂ€re dies ein guter Ausstiegszeitpunkt. Gleichzeitig dient der PUT momentan noch dazu, das Depot in kurzfristigen Korrekturphasen zu stabilisieren.
EMFIS: Wenn die Anleger an Asien denken, haben sie primĂ€r China oder Japan vor Augen. Sie hingegen haben beispielsweise vor den dortigen Wahlen krĂ€ftig in indonesische Aktien investiert. Können Sie uns Ihre BeweggrĂŒnde nennen?
Gerhard Heinrich: Indonesien ist ein Land, das trotz der globalen Krise noch ein deutlich positives Wirtschaftswachstum erzielt. Das Zinsniveau ist relativ hoch, so dass noch erheblicher Spielraum fĂŒr Leitzinssenkungen besteht. Gleichzeitig ist der Exportanteil am Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zu anderen asiatischen LĂ€ndern niedriger, was in Krisenzeiten von Vorteil ist. Und nicht zuletzt sind die Bewertungen dort wieder enorm gĂŒnstig. Allein an der Börse Jakarta gibt es eigentlich schon viel mehr interessante Aktien, als wir in ASIEN-TRENDS abdecken können.
EMFIS: Asien gilt nach wie vor als Zugpferd der Weltwirtschaft. China und Indien fĂŒhren mit einer Bevölkerung von 1,3 und 1,1 Milliarden Menschen nicht nur die weltweite Einwohnerstatistik an, sondern stehen auch beim Wachstum ganz oben. Welche Chancen und Risiken sehen Sie hier fĂŒr den Anleger?
Gerhard Heinrich: Der Anteil Asiens an der globalen Wirtschaft wird in den nĂ€chsten Jahrzehnten definitiv weiter wachsen. Es gibt deshalb keinen nachvollziehbaren Grund, warum viele Anleger diese Region immer noch ignorieren. Die langfristig höheren Wachstumsraten werden unterm Strich auch die besseren Aktienrenditen bringen. Risiken wiederum gibt es in solchen schnell wachsenden MĂ€rkten natĂŒrlich auch immer wieder. Beispielsweise besteht die Gefahr, dass in einigen Wirtschaftsbereichen ĂberkapazitĂ€ten aufgebaut werden, oder dass sich in bestimmten Sektoren Ăberhitzungen ergeben. Der Blick auf die momentane Krise zeigt uns aber auch, dass die gröĂeren Risiken offenbar in den westlichen Industrienationen lauern.
Gerhard Heinrich: Der Rebound ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nachhaltig. Wir haben gerade in Asien eine sehr starke Erholung gesehen. Das bedeutet zwar durchaus, dass es jetzt noch die eine oder andere Korrektur geben kann. Es herrscht noch eine gewisse Unsicherheit bei den Marktteilnehmern vor, und es kann immer wieder Störfeuer aus den USA geben, wie zuletzt aus dem dortigen Bankensektor. Dort gibt es noch sehr viele Baustellen. Allerdings hat sich die Grundstimmung am Markt doch ganz erheblich verĂ€ndert. Vor zwei Monaten herrschte noch ĂŒberall die reinste Weltuntergangsstimmung vor. Damit ist die momentane Unsicherheit, die vielfach eher auf Unentschlossenheit beruht, gar nicht mehr zu vergleichen. Wir glauben deshalb auch nicht, dass die asiatischen Indizes ihre Tiefs von Anfang MĂ€rz in den nĂ€chsten Monaten nochmal ernsthaft testen werden.
EMFIS: Auf Ihrer Empfehlungsliste beim Börsenbrief ASIEN-TRENDS befindet Sie auch ein Put-Optionsschein auf den Nikkei 225, der inzwischen ĂŒber 200 % im Plus liegt. Die Leser werden sich ĂŒber diese Performance sicher gefreut haben, aber warum halten Sie den Schein noch immer?
Gerhard Heinrich: Wir haben diesen Put-Optionsschein im Juli 2007 zum Kauf empfohlen, also kurz bevor die MĂ€rkte weltweit auf Talfahrt gegangen sind. Selbstredend hat es auch den japanischen Nikkei stark erwischt. Mittlerweile dĂŒrften wir das Schlimmste hinter uns haben. Aber wie gesagt: Gewisse RĂŒcksetzer sind immer möglich. Wenn der Nikkei in den nĂ€chsten Monaten nochmal 5 bis 10 Prozent abgeben sollte, wĂ€re dies ein guter Ausstiegszeitpunkt. Gleichzeitig dient der PUT momentan noch dazu, das Depot in kurzfristigen Korrekturphasen zu stabilisieren.
EMFIS: Wenn die Anleger an Asien denken, haben sie primĂ€r China oder Japan vor Augen. Sie hingegen haben beispielsweise vor den dortigen Wahlen krĂ€ftig in indonesische Aktien investiert. Können Sie uns Ihre BeweggrĂŒnde nennen?
Gerhard Heinrich: Indonesien ist ein Land, das trotz der globalen Krise noch ein deutlich positives Wirtschaftswachstum erzielt. Das Zinsniveau ist relativ hoch, so dass noch erheblicher Spielraum fĂŒr Leitzinssenkungen besteht. Gleichzeitig ist der Exportanteil am Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zu anderen asiatischen LĂ€ndern niedriger, was in Krisenzeiten von Vorteil ist. Und nicht zuletzt sind die Bewertungen dort wieder enorm gĂŒnstig. Allein an der Börse Jakarta gibt es eigentlich schon viel mehr interessante Aktien, als wir in ASIEN-TRENDS abdecken können.
EMFIS: Asien gilt nach wie vor als Zugpferd der Weltwirtschaft. China und Indien fĂŒhren mit einer Bevölkerung von 1,3 und 1,1 Milliarden Menschen nicht nur die weltweite Einwohnerstatistik an, sondern stehen auch beim Wachstum ganz oben. Welche Chancen und Risiken sehen Sie hier fĂŒr den Anleger?
Gerhard Heinrich: Der Anteil Asiens an der globalen Wirtschaft wird in den nĂ€chsten Jahrzehnten definitiv weiter wachsen. Es gibt deshalb keinen nachvollziehbaren Grund, warum viele Anleger diese Region immer noch ignorieren. Die langfristig höheren Wachstumsraten werden unterm Strich auch die besseren Aktienrenditen bringen. Risiken wiederum gibt es in solchen schnell wachsenden MĂ€rkten natĂŒrlich auch immer wieder. Beispielsweise besteht die Gefahr, dass in einigen Wirtschaftsbereichen ĂberkapazitĂ€ten aufgebaut werden, oder dass sich in bestimmten Sektoren Ăberhitzungen ergeben. Der Blick auf die momentane Krise zeigt uns aber auch, dass die gröĂeren Risiken offenbar in den westlichen Industrienationen lauern.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Ănderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.
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