Österreich droht Deutschland und Frankreich mit einem Ausstieg in den Verhandlungen der europäischen Finanztransaktionssteuer

21.01.2020 - 10:49:29 | ad-hoc-news.de

Gernot Blümel, der neue österreichische Finanzminister, der gerade erst vor zwei Wochen sein Amt angetreten hat, tätigt eine klare Aussage im Hinblick auf die Aktiensteuer. Sein Ultimatum: Entweder kommt es zu einer Überarbeitung des Vorschlags der Finanztransaktionssteuer, oder aber Österreich steigt aus dem Projekt endgültig aus.

Fahne von Österreich - Foto: über dts Nachrichtenagentur
Fahne von Österreich - Foto: über dts Nachrichtenagentur
Dem österreichischen Finanzminister missfällt der aktuelle deutsch-französische Vorschlag einer reinen Aktiensteuer für ungeeignet, um die Verhandlungen in diesem Projekt weiter zu führen. Denn die ursprüngliche Idee ist ein Ergebnis der damaligen Finanz- und Wirtschaftskrise. Ziel war es, verantwortungsloses und hochspekulatives Verhalten in Form von Steuern zu sanktionieren. Das sagte Blümel in der Mittwochsausgabe gegenüber der „Welt“. Laut Blümel ginge es damals darum, Anleger zu sanktionieren, die auf einen Abfall der Kurse und damit verbundenen Staatspleiten spekulierten. Mit der Steuer wollte man ausschließlich dieses unethische Spekulationsverhalten unattraktiv machen, um so den Sturz der Realwirtschaft zu verhindern. Inzwischen habe sich aber der damalige Vorschlag aus Berlin und Paris verschoben. Weiter noch merkt er an: Der von Olaf Scholz propagierte und aktuell vorliegende deutsch-französische Vorschlag bezüglich der Idee der Finanztransaktionssteuer verkehre sich sogar in ihr Gegenteil. Denn auf diese Weise würden vor allem Kleinanleger und Realwirtschaft sanktioniert werden, was nicht das Ziel einen solchen Projekts sein könne. Laut Gernot Blümel sei die neue Regierung in Wien nicht dazu bereit, diesen Vorschlag hinzunehmen oder gar mitzutragen. Als Konsequenz fordert er eine Überarbeitung des Vorschlags, sodass er wieder seine ursprüngliche Zielsetzung erkennen lässt. Spekulanten müssten in diesem überarbeiteten Vorschlag bestraft, die Realwirtschaft gefördert werden. Kommt es nicht zu einer einvernehmlichen Änderung, so werde Österreich die Gruppe der Mitgliedsländer verlassen, die die Finanztransaktionssteuer in dieser Art weiter vorsieht. Denn der sei viel zu weit von dem entfernt, was die Kommission zum damaligen Zeitpunkt vorgeschlagen hat. Die Mehrheit aller Finanzgeschäfte werde von dem Vorschlag ohnehin ebenenfalls nicht erfasst, so die Meinung Blümels. Mehr noch mache er die Investition am Aktienmarkt für kleine und mittlere Sparer unattraktiv. In Zeiten ultraniedriger Zinsen sei dies jedoch immens wichtig, um Altersarmut zu verhindern. Durch den Vorschlag torpediere man die zwingend notwendige Beteiligung der Sparer am Aktienmarkt. Eine Änderung sei daher unausweichlich. Komme es zu keiner einvernehmlichen Änderung, so verlasse Österreich die Gruppe. Das hat Blümel Olaf Scholz so vermittelt.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wirtschaft | 59799521 |

Weitere Meldungen

Ökonom Edenhofer hält Reaktivierung von Atommeilern für Unsinn Der Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Ottmar Edenhofer, hält den Vorstoß von Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) zur Reaktivierung der jüngst in Deutschland abgeschalteten Atomkraftwerke für betriebswirtschaftlichen Unsinn."Ich bin nicht ideologisch gegen Kernenergie", sagte Edenhofer dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". (Politik, 04.05.2026 - 00:00) weiterlesen...

SPD fordert Digitalsteuer als Gegenmaßnahme im US-Handelsstreit Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sebastian Roloff, fordert von der Europäischen Union eine harte Gegenreaktion auf die neuen Zollandrohungen von US-Präsident Donald Trump."Es braucht Gegenmaßnahmen, die den USA verdeutlichen, dass sie ebenso auf einen reibungslosen Welthandel angewiesen sind", sagte Roloff dem "Handelsblatt" (Montagausgabe). (Ausland, 03.05.2026 - 17:44) weiterlesen...

Wadephul telefoniert mit iranischem Außenminister Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat mit seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghchi telefoniert. (Politik, 03.05.2026 - 15:59) weiterlesen...

Gefährliche Produkte trotz EU-Warnung auf Online-Marktplätzen Gesundheitsschädliche Konsumartikel werden teilweise noch jahrelang im Internet verkauft, obwohl offizielle Warnungen der EU vorlagen. (Wirtschaft, 03.05.2026 - 15:13) weiterlesen...

DIW fordert EU-Gegenzölle gegen Trump Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, fordert die Europäische Union zu einer harten Gegenreaktion auf die neuen Zollandrohungen von US-Präsident Donald Trump auf."Trump ist im Augenblick innenpolitisch schwach, daher ist dies spätestens jetzt der Zeitpunkt, um mit Gegenzöllen und insbesondere durch die Besteuerung von US-Tech-Unternehmen Nachteile auszugleichen und sich in eine bessere Verhandlungsposition zu bringen", sagte Fratzscher dem "Handelsblatt" (Montagausgabe).Trump hatte angekündigt, die Zölle auf Autos und Lastwagen aus der Europäischen Union auf 25 Prozent zu erhöhen. (Ausland, 03.05.2026 - 14:05) weiterlesen...

Bas: Viele sind genervt vom Koalitionsstreit SPD-Chefin Bärbel Bas fordert mehr Kompromissbereitschaft und Geschlossenheit in der Koalition mit der Union. (Politik, 03.05.2026 - 12:49) weiterlesen...