Geschäftsreisen 2026: EU-Regeln für Gutscheine und Stornierung neu
03.06.2026 - 19:48:37 | boerse-global.deDie Zahl der offenen Stellen erreichte im April den höchsten Stand seit 2024, während die Entlassungszahlen gleichzeitig sinken. Besonders gefragt: Fachkräfte für Reisekostenabrechnung und Travel Management.
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Boom im Reisekostenbereich
Die Stellenanzeigen der ersten Junitage zeichnen ein klares Bild: Deutsche und europäische Arbeitgeber suchen händeringend nach Spezialisten für komplexe Reiselogistik und Finanzabwicklung. In Heidelberg etwa sucht das Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht einen Reisekostensachbearbeiter. Die Stelle, die sich mit Abrechnungen nach dem Bundesreisekostengesetz (BRKG) befasst, ist bis zum 14. Juni 2026 ausgeschrieben.
Der private Sektor zieht nach. In Frankfurt sucht der Personaldienstleister Randstad einen Teamassistenten für einen Großkunden aus dem Wholesale-Banking. Zu den Aufgaben gehören Büroorganisation, Reiseplanung und Spesenabrechnung. Ähnliche Positionen sind bei der DIS AG in Münster sowie für eine vertriebsorientierte Assistenzrolle in Hagen ausgeschrieben.
In Wien bietet Walldorf Consulting einem Executive Assistant für das Management ein Grundgehalt von 3.000 Euro monatlich – plus Zulagen. Voraussetzung für diese Rollen: eine kaufmännische Ausbildung sowie Deutsch- und Englischkenntnisse.
Geschäftsreisen auf dem Vormarsch
Der Einstellungsboom überrascht nicht. Die aktuelle VDR-Geschäftsreiseanalyse 2026 des Verbands Deutsches Reisemanagement zeigt: Die Geschäftsreisevolumen steigen – trotz konjunktureller Abkühlung und steigender Kostendisziplin.
Der VDR reagiert mit mehreren Weiterbildungsveranstaltungen im Juni 2026. Am 15. Juni steht ein Seminar zu rechtlichen Aspekten des Reisens auf dem Programm, am 16. Juni ein Spotlight zum modernen Vertrieb.
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Die Branche navigiert zudem durch veränderte Regularien. Am 8. Mai 2026 verabschiedete das Europäische Parlament neue Regeln für Pauschalreisen. Die wichtigsten Neuerungen: Gutscheine sind künftig maximal zwölf Monate gültig, Insolvenz-Erstattungen müssen innerhalb von sechs Monaten erfolgen. Reisende dürfen zudem kostenlos stornieren, wenn außergewöhnliche Umstände am Abreiseort vorliegen.
KI erobert das Reisebüro
Die Technologie verändert auch die Anforderungen an Travel Manager. Branchenbeobachter berichten, dass künstliche Intelligenz zunehmend die Reiseplanung beschleunigt und günstiger macht. Der Softwareanbieter Schmetterling hat kürzlich „Agentic AI" in seine Systeme integriert. Die KI analysiert drei Jahre Buchungsdaten, erstellt automatisch Angebote und aktualisiert Kundenprofile. Das Ziel: Routinearbeiten automatisieren, damit Reiseberater mehr Zeit für die persönliche Beratung haben.
Trotz aller Automatisierung bleibt die Branche volatil. Für den Nahen Osten wurden die Reisehinweise für mehrere Golfstaaten und Jordanien aufgehoben. Fluggesellschaften wie die Lufthansa normalisieren ihren Betrieb nach früheren Aussetzungen. Dertour bietet betroffenen Reisenden kostenlose Umbuchungen bis zum 15. Juni 2026 an.
WM 2026: Hotels kämpfen mit Buchungszielen
Bereits jetzt zeichnen sich die Effekte der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ab. Städte wie Mexiko-Stadt und Miami verzeichnen erste Buchungswellen. Doch die Kehrseite: Laut aktuellen Studien kämpfen 80 Prozent der US-Hotels in den Austragungsstädten mit ihren Buchungszielen. Grund sind hohe Flugpreise und Visa-Probleme. Ein Problem, das auch deutsche Reisende betreffen dürfte – und die Nachfrage nach kompetenter Reiseberatung weiter anheizen wird.
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