Gesundheitsoffensive: Warken plant Vorsorgeuntersuchungen für alle Altersgruppen
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 16:22 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das Bundesgesundheitsministerium will die Krankheitsvermeidung zur tragenden Säule im deutschen Gesundheitssystem machen. Ministerin Nina Warken (CDU) gab am Donnerstag den Startschuss für eine neue Initiative.
Im Zentrum stehen strukturelle Änderungen. Das Ministerium plant Anpassungen im Sozialgesetzbuch. Konkret geht es um verpflichtende Einladungen zu Vorsorgeuntersuchungen – digital und für alle Altersgruppen.
Neue Checks für Kinder und Senioren
Besonders im Fokus: die Untersuchungen U10 für Grundschulkinder und die J1 für Jugendliche. Die Einladungen sollen künftig automatisch und digital verschickt werden. So will das Ministerium mehr Menschen erreichen.
Für ältere Patienten ist ein „Check-up 60 plus“ geplant. Er soll im Rahmen der anstehenden Pflegereform eingeführt werden. Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt sprach von einem „Paradigmenwechsel“. Die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung müsse nachhaltig gestärkt werden.
Hilfe für kleine Betriebe
Die Offensive zielt auch auf die Arbeitswelt. Kleine und mittlere Unternehmen sollen unterstützt werden, ihre Präventionsangebote auszubauen. Die betriebliche Gesundheitsförderung steht dabei im Vordergrund.
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Das Vorhaben knüpft an die Weiterentwicklung des Präventionsgesetzes von 2015 an. Neben der Arbeitswelt sollen auch Pflegebegleitung und Krankheitsfrüherkennung gestärkt werden.
Milliarden für Prävention – und eine Zuckersteuer
Die gesetzlichen Krankenkassen gaben 2025 rund 734 Millionen Euro für Präventionsleistungen aus. Oliver Blatt vom GKV-Spitzenverband betonte: Gesundheitsförderung sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
Ministerin Warken kündigte an, dass die Offensive eine engere Zusammenarbeit mit anderen Ressorts erfordere. Im Finanzministerium wird parallel eine Zuckersteuer für gesüßte Getränke ausgearbeitet.
Strengere Regeln für Krankschreibungen
Zeitgleich verteidigte Warken weitere geplante Neuregelungen. Online-Krankschreibungen ohne vorherigen Arztbesuch sollen verboten werden. Auch die telefonische Krankschreibung steht auf der Kippe. Stattdessen ist eine Pflicht zur Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bereits ab dem ersten Krankheitstag im Gespräch.
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In der aktuellen Debatte um das Gesundheitswesen wird deutlich, dass Prävention und Effizienz im Alltag eng miteinander verknüpft sind.
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