Gesundheitssektor: Psychische Erkrankungen steigen um 11 Prozent
Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 23:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Nachfrage nach Fachkräften im Gesundheitssektor bleibt hoch – während der deutsche Arbeitsmarkt insgesamt abkühlt. Im zweiten Quartal 2026 sank die Zahl der Stellenausschreibungen bundesweit um 3,9 Prozent. Ganz anders sieht es in spezifischen Berufsgruppen des Gesundheits- und Therapiemanagements aus: Hier verzeichnen aktuelle Daten deutliche Zuwächse.
Kampagne soll Personal für den öffentlichen Gesundheitsdienst locken
Sozialminister Oliver Hildenbrand startete am 24. Juli 2026 die Initiative „Das Unsichtbare sichtbar machen“. Ziel ist es, qualifiziertes Personal für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) in Baden-Württemberg zu gewinnen. Der Bund unterstützt die Maßnahme mit finanziellen Mitteln: Im Rahmen des ÖGD-Pakts stellt er bis Ende 2026 insgesamt vier Milliarden Euro bereit.
Die Kampagne setzt auf Präsenz bei der Landesgartenschau in Ellwangen Anfang September. Neben klassischer Plakatwerbung nutzt sie verstärkt soziale Medien, um die Attraktivität von Arbeitsplätzen in der Gesundheitsverwaltung und Prävention zu steigern.
Psychische Erkrankungen treiben den Bedarf
Der steigende Bedarf an Fachpersonal hat konkrete Ursachen. Aktuelle Auswertungen der DAK-Gesundheit für das erste Halbjahr 2026 zeigen: In Baden-Württemberg sank der allgemeine Krankenstand zwar leicht auf 4,4 Prozent – vor allem wegen eines Rückgangs von Atemwegserkrankungen um 22 Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl der Krankmeldungen aufgrund psychischer Erkrankungen jedoch um 11 Prozent.
Bundesweit bestätigt sich dieser Trend. Psychische Leiden gelten inzwischen als häufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit. In Schleswig-Holstein verzeichneten die Krankenkassen sogar Zuwächse von bis zu 15 Prozent. Das erhöht den Druck auf Unternehmen und öffentliche Träger, mehr Fachpersonal für Therapie und betriebliche Prävention einzustellen.
Die Zahl der Krankmeldungen wegen psychischer Erkrankungen stieg im ersten Halbjahr 2026 um 11 Prozent – und das bei ohnehin knappen Fachkräften. Wer seine Belegschaft schützen und gleichzeitig neue Therapeuten gewinnen will, findet im neuen Report konkrete Handlungsanleitungen: von der betrieblichen Prävention bis zur beschleunigten Einwanderung. Jetzt kostenlosen Report anfordern
Therapieberufe wachsen gegen den Trend
Eine aktuelle Stellenmarkt-Studie zeigt: Der Bereich Therapie legte um 3,6 Prozent zu und gehört damit zu den wenigen Wachstumsbranchen am Arbeitsmarkt. Besonders gefragt sind Physiotherapeuten (plus 11,5 Prozent) und Ergotherapeuten (plus 7,9 Prozent). Auch die Medizintechnik verzeichnete ein Plus von 3,6 Prozent bei den Stellenausschreibungen.
Diese Dynamik schlägt sich in regionalen Investitionen nieder. In Freiburg zeigt sich die Unternehmensführung von Sartorius zufrieden mit der Entwicklung des Standorts – investiert wurden dort bereits über 140 Millionen Euro. In Oberkochen erweitert Zeiss SMT seine Produktionsflächen für Halbleitertechnologien um 25.000 Quadratmeter. Ein erstes Bürogebäude wurde im Juli 2026 bezogen.
Schnellere Einreiseverfahren, aber neue HĂĽrden
Um dem prognostizierten Mangel von 1,8 Millionen Fachkräften im Gesundheitssektor bis 2035 zu begegnen, setzen Kommunen verstärkt auf beschleunigte Einreiseverfahren. In Ellwangen gelang es seit Frühjahr 2020, knapp 100 Fachkräfte auf diesem Weg zu rekrutieren – die Wartezeiten für die Einreise verkürzten sich deutlich. In den Kliniken Ostalb arbeiten mittlerweile Mitarbeiter aus 79 Nationen, die Bleiberate liegt bei rund 95 Prozent.
Bis zu 30 Prozent der Therapieplätze könnten durch die gedeckelte Vergütung wegfallen – während die Wartezeiten bereits über 100 Tage betragen. HR-Verantwortliche brauchen jetzt einen Plan B: Wie sichern Sie die Versorgung Ihrer Mitarbeiter? Der Report zeigt fünf Strategien zur Sicherung von Therapieplätzen und einen Leitfaden zur Rekrutierung internationaler Fachkräfte. Report jetzt sichern
Gleichzeitig stehen Leistungserbringer vor neuen regulatorischen Herausforderungen. Das am 10. Juli 2026 verabschiedete GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz sorgt für Unruhe. Psychotherapeutische Leistungen werden künftig nicht mehr extrabudgetär vergütet, sondern gedeckelt. Experten befürchten, dass bis zu 30 Prozent der Therapieplätze gefährdet sein könnten. Für September 2026 sind Nachverhandlungen angekündigt.
Weitere Impulse für die Personalentwicklung erwartet die Branche vom Fachkräfte-Summit der IHK Region Stuttgart im November 2026. Dort stehen Zukunftskompetenzen und die Ehrung erfolgreicher Fortbildungsabsolventen im Fokus.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
