GetrÀnkeproduktion, Light-GetrÀnke

GetrÀnkeproduktion: Light legt zu, ZuckergetrÀnke sinken

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 08:11 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Die Herstellung klassischer Cola- und LimonadengetrĂ€nke sank 2025 um 4,1 Prozent. Gleichzeitig legten kalorienreduzierte Produkte und Mineralwasser zu, wĂ€hrend die Debatte ĂŒber Zucker und Gesundheit anhĂ€lt.

Wasserproduktion erreicht 13,07 Milliarden Liter

  • 2025 stellte die deutsche GetrĂ€nkeindustrie 7,42 Milliarden Liter zuckerhaltige ErfrischungsgetrĂ€nke her.
  • Die Light-Produktion stieg auf 1,61 Milliarden Liter und lag damit 5,1 Prozent ĂŒber dem Vorjahr.
  • Mineral-, Tafel- und Heilwasser erreichten 2025 knapp 13,07 Milliarden Liter.
Limonaden im Supermarkt (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

GetrÀnkeindustrie verÀndert Produktionsmix

Die deutsche GetrÀnkeindustrie hat 2025 weniger zuckerhaltige ErfrischungsgetrÀnke und mehr Light-GetrÀnke sowie Mineralwasser produziert als im Vorjahr. Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit.

Weniger klassische ErfrischungsgetrÀnke

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 7,42 Milliarden Liter zuckerhaltige Cola, Limonaden und andere ErfrischungsgetrÀnke hergestellt. Das waren 4,1 Prozent weniger als 2024, als die Produktion knapp 7,74 Milliarden Liter erreichte.

Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl entsprach die Produktionsmenge 2025 rund 89 Litern pro Kopf. Im Jahr zuvor waren es knapp 93 Liter.

Light-Produkte legen weiter zu

Die Produktion brennwertverminderter Cola- und LimonadengetrÀnke stieg dagegen um 5,1 Prozent auf 1,61 Milliarden Liter. 2024 waren 1,53 Milliarden Liter hergestellt worden.

Pro Kopf entfielen damit 2025 rechnerisch gut 19 Liter Light-GetrĂ€nke auf die Produktion, nach gut 18 Litern im Vorjahr. Das Volumen zuckerhaltiger GetrĂ€nke lag damit weiterhin deutlich ĂŒber dem der Light-Produkte.

Mineralwasser bleibt mengenmĂ€ĂŸig vorn

Die grĂ¶ĂŸte Produktionsmenge entfiel erneut auf Mineral-, Tafel- und Heilwasser. Davon wurden 2025 knapp 13,07 Milliarden Liter hergestellt, 2,7 Prozent mehr als 2024 mit 12,72 Milliarden Litern.

Die Pro-Kopf-Menge lag bei knapp 157 Litern, nachdem 2024 gut 152 Liter erreicht worden waren.

WHO verweist auf Gesundheitsrisiken

Hoher Zuckerkonsum erhöht das Risiko fĂŒr Adipositas, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nach WHO-Angaben lebten 2024 in Deutschland 24,5 Prozent der Erwachsenen und 9,6 Prozent der FĂŒnf- bis 19-JĂ€hrigen mit Adipositas.

Bei Erwachsenen lag der Anteil der Übergewichtigen 2024 bei 60,6 Prozent, bei Kindern und Jugendlichen bei 25,1 Prozent. Die WHO nennt zudem 116 Staaten, in denen 2024 eine Steuer auf zuckerhaltige GetrĂ€nke galt.

Die Produktionszahlen zeigen eine Verschiebung innerhalb des deutschen GetrÀnkemarkts: Zuckerhaltige ErfrischungsgetrÀnke verlieren, wÀhrend Light-Varianten und Mineralwasser zulegen. Der Trend verÀndert das Angebot, bedeutet aber nicht automatisch einen gleich starken Wandel beim tatsÀchlichen Konsum, weil Produktionsmengen auch von Exporten, LagerbestÀnden und unterschiedlichen Absatzwegen beeinflusst werden.

Mit 7,42 Milliarden Litern bleiben klassische Cola- und LimonadengetrĂ€nke mengenmĂ€ĂŸig deutlich wichtiger als Light-Produkte. Zugleich liegt Mineralwasser mit mehr als 13 Milliarden Litern klar an der Spitze. FĂŒr Verbraucher bedeutet das eine grĂ¶ĂŸere Auswahl an kalorienreduzierten GetrĂ€nken, ersetzt aber keine individuelle PrĂŒfung der NĂ€hrwertangaben: Auch Light-Produkte können SĂŒĂŸstoffe enthalten und unterscheiden sich je nach Rezeptur.

Gesundheitspolitischer Kontext

Die Entwicklung fĂ€llt in eine anhaltende Debatte ĂŒber Zucker, Übergewicht und staatliche Gegenmaßnahmen. Die in der Meldung genannten WHO-Zahlen verdeutlichen, dass Deutschland bei Übergewicht und Adipositas vor erheblichen gesundheitlichen Herausforderungen steht. Eine verĂ€nderte Produktion kann diesen Trend unterstĂŒtzen, wenn sie mit einem tatsĂ€chlichen RĂŒckgang des Zuckerkonsums einhergeht.

Parallel wird ĂŒber Zuckersteuern, RezepturĂ€nderungen und Verbraucherinformation gestritten. Eine Abgabe könnte Hersteller zu weniger Zucker bewegen, wĂŒrde aber auch Preise und Landwirtschaft beeinflussen. Entscheidend bleibt daher, ob sich der Produktionsanstieg bei Light-GetrĂ€nken dauerhaft im Einkaufs- und Trinkverhalten niederschlĂ€gt.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Stern: „Zuckersteuer: Diese Unterschriftenliste muss dem Kanzler Angst machen“ (02.11.2026)

Der Beitrag ordnet die Zuckersteuer als aktuellen politischen Konflikt ein und beschreibt Widerstand innerhalb der Union. Anders als die Produktionsmeldung konzentriert er sich auf mögliche Haushaltseinnahmen, Belastungen fĂŒr Verbraucher und die politische Umsetzung.

Deutschlandfunk: „Tabak, Zucker, Energie: Was Steuern m. Demokratie und Gerechtigkeit zu tun haben“ (01.11.2026)

Der Beitrag behandelt Zuckersteuern als Teil einer grundsĂ€tzlichen Debatte ĂŒber Steuern, Demokratie und Verteilung. Damit setzt er einen breiteren gesellschaftspolitischen Schwerpunkt, wĂ€hrend die Produktionszahlen die Markt- und Gesundheitsdimension konkretisieren. Einigkeit besteht ĂŒber die politische Relevanz des Themas; offen bleibt, welche Maßnahmen sich durchsetzen.

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