Gewerbeordnung: Digitale Nachweise sollen 5.000 Kontrollen sparen
03.07.2026 - 22:39:14 | boerse-global.de
Am heutigen Freitag erhielt das Unternehmen Wosatec eine neue Lizenz für die Prüfung von Flurförderzeugen. Das Besondere: Die gesetzlich vorgeschriebenen Kontrollen lassen sich künftig digital abwickeln und rechtssicher dokumentieren.
Die Entwicklung kommt zu einer Zeit, in der sich die Branche gleich in mehrfacher Hinsicht wandelt. Regulatorische Reformen treffen auf eine Konsolidierungswelle im Servicegeschäft.
Geführte Prüfung per Web-App
Die neue Lizenz deckt ein breites Spektrum ab: von manuellen und elektrischen Mitgänger-Geräten über Fahrzeuge mit Fahrerstand oder -sitz bis hin zu fahrerlosen Transportsystemen (FTF) und autonomen mobilen Robotern (AMR).
Technisch setzt Wosatec auf eine Web-App. Die Identifikation der Geräte erfolgt per QR-Code. Nach Abschluss der Prüfung erstellt das System automatisch einen PDF-Bericht als rechtssicheren Nachweis. Ein entscheidender Vorteil für den Einsatz in Lagern: Die App funktioniert auch offline. Keine permanente Internetverbindung nötig.
Moderne Prüfsysteme erleichtern die Dokumentation, doch die rechtssichere Schulung des Personals bleibt die Basis für den sicheren Betrieb von Flurförderzeugen. Mit dieser fertigen Muster-PowerPoint und einem passenden Quiz erledigen Sicherheitsbeauftragte ihre Unterweisung zeitsparend und professionell. Gabelstapler-Unterweisung in 30 Minuten erledigt: So sparen Betriebsleiter wertvolle Zeit
KION übernimmt Linde Leasing komplett
Parallel zur Digitalisierung der Prüfverfahren festigen große Konzerne ihre Position im Servicegeschäft. Die KION Group AG hat die vollständige Kontrolle über die Linde Leasing GmbH übernommen. Die Aufstockung auf 100 Prozent wurde am 26. Juni beim Bundeskartellamt angemeldet.
Der Schritt bündelt Finanzierung, Vermietung sowie Reparatur- und Serviceleistungen unter einem Dach. Der Trend ist klar: Flottenmanagement aus einer Hand wird zum Standard. Wartung und rechtliche Prüfung wachsen zusammen.
Politik treibt digitale Nachweise voran
Auch die Bundesregierung setzt auf Digitalisierung. Anfang Juli legte sie eine Novelle der Gewerbeordnung vor. Kernpunkt: Die elektronische Übermittlung von Nachweisen soll jährlich rund 5.000 Vor-Ort-Kontrollen einsparen. Teil einer breiteren Entbürokratisierungs-Reform.
Der TÜV-Verband begrüßt die Modernisierung – mahnt aber zur Vorsicht. „Der Abbau von Bürokratie ist der richtige Weg", sagte Geschäftsführer Joachim Bühler am heutigen Freitag. „Das darf aber nicht zulasten der Sicherheit durch eine pauschale Reduzierung von Kontrollen gehen."
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NOOTS-System geht in den Echtbetrieb
Ergänzend zeigt sich ein weiterer Trend: Digitale Austauschsysteme wie das Nationale Once-Only-Technical-System (NOOTS) gehen zunehmend in den Echtbetrieb. Erste Bundesländer wickeln bereits Verfahren in den Bereichen Bau und Energie über die Plattform ab. Mittelfristig könnte das auch die Dokumentationspflichten für Logistikunternehmen weiter vereinfachen.
