GKV-Sparpaket: Zuzahlungen für Hilfsmittel steigen um 50 Prozent
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 06:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Vom 23. bis 26. September trifft sich die internationale Fachwelt für Rehabilitation und Pflege. Doch während die Aussteller ihre Teilnahme bestätigen, blickt die Branche mit Sorge auf geplante gesetzliche Neuregelungen.
Branchengrößen bestätigen Teilnahme
Bedeutende Organisationen haben ihre Präsenz bereits angekündigt. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) ist in Halle 1 vertreten. Ihr Motto: „Mobilität – Teilhabe – Sicherheit“. Die Institution will Konzepte zur Unfallverhütung und beruflichen Reintegration vorstellen.
Auch international gibt es Zuspruch. Die kalifornische Alamere Medical Corporation hat ihre Teilnahme bestätigt. Der positive Trend des Messestandorts Düsseldorf untermauert das Interesse: Erst die EuroShop 2026 lockte rund 81.000 Fachbesucher und über 1.800 Aussteller aus mehr als 60 Ländern.
Hersteller schlagen Alarm
Doch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen überschatten die Vorfreude. Eine Mitgliederbefragung des Industrieverbands Eurocom zeichnet ein düsteres Bild. 94 Prozent der Mitgliedsunternehmen beteiligten sich. Die Hersteller warnen vor einem geplanten dreiprozentigen Abschlag auf Versorgungsverträge.
Die Folgen sind gravierend: 83 Prozent der Unternehmen bewerten die Produktion unter den aktuellen Bedingungen als zunehmend unwirtschaftlich. 40 Prozent müssen ihr Portfolio einschränken. 37 Prozent denken über eine Verlagerung der Produktion ins Ausland nach. Rund ein Fünftel der Betriebe erwägt sogar Stellenabbau. Die Lösung? 79 Prozent der Befragten fordern variable Erstattungspreise.
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GKV-Sparpaket: Zuzahlungen steigen drastisch
Politische Entscheidungen verschärfen die Lage zusätzlich. Am 10. Juli entscheidet der Bundestag über ein GKV-Sparpaket. Die Zuzahlungen für Arzneimittel und Hilfsmittel sollen um 50 Prozent steigen. Konkret: Statt 5 bis 10 Euro werden dann 7,50 bis 15 Euro fällig. Die Regierung erhofft sich davon eine Entlastung der gesetzlichen Krankenversicherung um rund 16 Milliarden Euro im Jahr 2027.
Der Deutsche Behindertenrat schlägt Alarm. Er warnt vor Kürzungen bei der Eingliederungshilfe. Kritik richtet sich gegen Beschlüsse der Bundespolitik vom Ende Juni. Diese sehen pauschale Geldleistungen und einen strengeren Mehrkostenvorbehalt vor. Eine Evaluation des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales vom Frühjahr deutete bereits an: Solche Maßnahmen könnten die individuelle Passgenauigkeit von Unterstützungsleistungen beeinträchtigen.
Innovationen trotz Gegenwind
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Ungeachtet der finanziellen Hürden zeigen die Aussteller technologische Fortschritte. Die Help-24 GmbH bringt den faltbaren Elektrorollstuhl „Primero“ auf den Markt. Mit 23,5 Kilogramm Gewicht und einer Reichweite von bis zu 45 Kilometern soll er die Alltagsmobilität verbessern. Das Produkt hat bereits eine Hilfsmittelnummer – die Kostenübernahme durch die Krankenkassen ist gesichert.
Die Digitalisierung der Branche steht im Fokus des Smart Health Automation Summit. Ende September diskutieren Experten wie Frank Böker von den Johannitern über Robotik und Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen. Auch die Infrastruktur wird barrierefreier: In Düsseldorf starteten Anfang Juli die Bauarbeiten für eine neue Haltestelle an der Suitbertusstraße. Bis September soll sie fertig sein.
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