Google, EU-KI-Kodex

Google unterzeichnet EU-KI-Kodex: Transparenzpflichten ab August

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 00:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Google verpflichtet sich zur Kennzeichnung von KI-Inhalten gemäß EU-Kodex. Das Unternehmen setzt auf C2PA-Standard und SynthID-Wasserzeichen.

Google unterzeichnet EU-Kodex zur KI-Transparenz und Kennzeichnung
Moderne Serverräume und ein Tablet mit digitalen Wasserzeichen-Visualisierungen zur Kennzeichnung von KI-Inhalten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Technologiekonzern Google hat am 27.07.2026 offiziell den EU-Kodex zur Kennzeichnung von KI-Inhalten unterzeichnet. Diese freiwillige Selbstverpflichtung, die unter der Bezeichnung „EU AI Act Code of Practice on Transparency of AI-Generated Content“ bekannt ist, zielt darauf ab, die Erkennbarkeit von Inhalten zu verbessern, die durch Künstliche Intelligenz (KI) erstellt oder manipuliert wurden. Karen Massin, die als Leiterin der Regierungsbeziehungen für EU-Institutionen bei Google fungiert, gab die Verpflichtung des Unternehmens bekannt.

Implementierung technologischer Standards und Kooperationen

Im Rahmen der Unterzeichnung kündigte Google an, zur Erreichung der Transparenzziele auf etablierte und neue Technologien zu setzen. Das Unternehmen beabsichtigt, den C2PA-Standard zu übernehmen. Dieser technische Standard ermöglicht es, Herkunftsinformationen digitaler Medien fälschungssicher in Metadaten zu verankern. Ergänzend dazu soll die hauseigene SynthID-Technologie zum Einsatz kommen, mit der digitale Wasserzeichen direkt in die Pixel von Bildern oder in Audiomaterial integriert werden können, ohne die Qualität für den Betrachter merklich zu beeinträchtigen.

Bei der Entwicklung und Umsetzung dieser Wasserzeichen-Technologien arbeitet Google nicht isoliert. Das Unternehmen kooperiert nach eigenen Angaben mit einer Gruppe namhafter Branchenvertreter, darunter Apple, ElevenLabs, Kakao, NVIDIA und OpenAI. Ziel dieser Zusammenarbeit ist die Schaffung interoperabler Lösungen, die plattformübergreifend funktionieren.

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Bedenken hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit

Trotz der Unterzeichnung des Kodex äußerte Google Vorbehalte gegenüber einer zu weitreichenden Ausgestaltung der Transparenzregeln. Das Unternehmen warnte vor übermäßigen Offenlegungspflichten. Laut Google könnten zu strikte Anforderungen die Wettbewerbsfähigkeit von europäischen und international agierenden Unternehmen untergraben. Zudem bestehe das Risiko, dass zu viele oder zu komplexe Kennzeichnungen die Endnutzer eher verwirren als aufklären könnten. Eine ausgewogene Balance zwischen Transparenz und Nutzerfreundlichkeit sei daher essenziell für die Akzeptanz der Technologie.

Rechtlicher Rahmen und drohende Sanktionen

Die Unterzeichnung des Kodex erfolgt in einer Phase, in der die Europäische Union die regulatorischen Zügel für KI-Anwendungen anzieht. Der Kodex selbst wurde von der EU am 20.07.2026 finalisiert, nachdem bereits am 24.07.2026 erste Ankündigungen zur Unterzeichnung durch Google erfolgt waren. Diese freiwilligen Maßnahmen dienen auch der Vorbereitung auf die verbindlichen Regelungen des EU-KI-Gesetzes (AI Act).

Am 02.08.2026 tritt Artikel 50 des KI-Gesetzes in Kraft, der spezifische Transparenzpflichten für bestimmte KI-Systeme vorschreibt. Die Einhaltung dieser Vorschriften ist für Unternehmen kritisch, da bei Verstößen empfindliche Strafen drohen. Diese können sich auf bis zu 15 Mio. Euro oder 3 % des weltweiten Jahresumsatzes belaufen, je nachdem, welcher Betrag höher ausfällt.

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Für die weitere technische Umsetzung hat die EU zudem einen Zeitplan festgelegt: Bis zum 02.02.2027 gilt eine Frist für die Etablierung von Interoperabilitätsstandards. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen die beteiligten Unternehmen sicherstellen, dass ihre Kennzeichnungssysteme mit den europäischen Anforderungen kompatibel sind und eine nahtlose Identifizierung von KI-Inhalten ermöglichen.

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