Greenwashing-Regeln, Strengere

Greenwashing-Regeln ab 27. September: Strengere Compliance für Banken

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 16:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein Online-Seminar zeigt, wie Banken ESG-Daten, CSRD, ESRS und BRUBEG für Risikomodelle nutzen und neue Compliance-Pflichten einordnen.

ESG-Risikosteuerung im Bankensektor: Seminar erklärt neue Vorgaben
Ein minimalistisches, modernes Bürogebäude mit großen Glasfronten und einfallendem Tageslicht, das eine professionelle Atmosphäre vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Ein für den 25. Februar 2027 angesetztes Online-Seminar befasst sich mit der Nutzung von ESG-Daten für die Risikosteuerung im Bankensektor. Die Veranstaltung mit dem Titel „CSRD und BRUBEG: ESG-Daten für Risikosteuerung nutzen“ findet in der Zeit von 9 bis 14 Uhr statt und beleuchtet die Schnittstellen zwischen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und den Anforderungen der BRUBEG.

Fokus auf regulatorische Anforderungen und Risikomanagement

Im Mittelpunkt des Seminars stehen die praktische Umsetzung der doppelten Wesentlichkeit (Double Materiality) sowie die Anwendung der European Sustainability Reporting Standards (ESRS).

Ein wesentlicher Teil der Agenda widmet sich der Integration von ESG-Risiken in die bankinternen Steuerungsmodelle ICAAP (Internal Capital Adequacy Assessment Process) und ILAAP (Internal Liquidity Adequacy Assessment Process). Als Referentin führt Dr. Laurin Friedrich von der Lloyds Bank durch die thematischen Schwerpunkte.

Die Relevanz dieser Themen wird durch aktuelle Marktanalysen unterstrichen. Laut einem KPMG Survey aus dem Jahr 2026, der 160 italienische Unternehmen im zweiten Jahr der CSRD-Anwendung untersuchte, haben bereits 145 Organisationen ein ESG-Komitee etabliert.

Zudem verfügen 140 dieser Unternehmen über ein internes Kontrollsystem für Nachhaltigkeitsdaten. Bei 134 der befragten Firmen ist die Management-Vergütung bereits an die Erreichung von ESG-Zielen gekoppelt.

Trotz dieser Fortschritte zeigen sich Lücken: 121 der 160 Unternehmen besitzen noch keinen formellen Klimatransitionsplan, und lediglich neun verfügen über einen Plan zum Schutz der Biodiversität. Die durchschnittliche Berichtslänge reduzierte sich geringfügig von 151 Seiten im Jahr 2024 auf 147 Seiten im Jahr 2025.

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Verschärfte Compliance-Regeln und Meldepflichten

Parallel zur Berichterstattung steigen die Anforderungen an die Datenvalidität und IT-Sicherheit. In Deutschland greifen am 27. September 2026 strengere Regeln gegen Greenwashing im Rahmen der EU-Richtlinie EmpCo. Pauschale Umweltaussagen wie „klimaneutral“ sind demnach nur noch mit konkreten Nachweisen zulässig; für bereits produzierte Waren gelten Übergangsfristen.

Zudem sind ab dem 11. September 2026 erste Pflichten des Cyber Resilience Act (CRA) wirksam, darunter eine 24-Stunden-Meldepflicht for ausgenutzte Schwachstellen. Einem Report von Onekey zufolge sehen sich jedoch erst 8 % der Unternehmen als vollständig konform mit diesen neuen Anforderungen an.

Auch im Bereich der Kreislaufwirtschaft und des Naturschutzes erhöhen sich die Standards. Für das Jahr 2026 haben die Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) und das Umweltbundesamt (UBA) neue Mindeststandards für recyclinggerechtes Design veröffentlicht. Diese bewerten die Recyclingfähigkeit in Prozentwerten, wobei ab 2030 EU-weit eine Quote von mindestens 70 % vorgeschrieben ist.

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Im Bereich der Biodiversität meldete Biodiversa+ ein jährliches Finanzierungsdefizit von 65 Milliarden Euro. Dies ist kritisch, da etwa 75 % der Bankkredite im Euroraum als stark abhängig von intakten Naturkreisläufen eingestuft werden.

Wirtschaftliche Auswirkungen klimatischer und technischer Risiken

Die Notwendigkeit eines präzisen Risikomanagements verdeutlichen auch die Schadensbilanzen der Versicherungswirtschaft. Munich Re berichtete für 2025, dass die versicherten Schäden durch sogenannte Non-Peak Perils erstmals die Marke von 100 Milliarden US-Dollar überschritten und bei 104 Milliarden US-Dollar lagen.

Allein die Waldbrände in Kalifornien verursachten demnach einen volkswirtschaftlichen Schaden von 54 Milliarden US-Dollar. Im Bereich der Cyberrisiken fühlen sich laut Munich Re 89 % der Unternehmen unzureichend geschützt.

Trotz dieser Herausforderungen zeigen sich Konjunkturprognosen für 2026 stabil. Das RWI erwartet ein BIP-Wachstum von 1,3 %, während das Ifo-Institut von 1,4 % ausgeht. Unterstützt werden soll diese Entwicklung durch fiskalische Impulse in Höhe von fast 40 Milliarden Euro.

Gleichzeitig erreichte der DAX Werte von über 26.000 Punkten, während laut DIHK-Umfragen ein Großteil der Industriebetriebe weiterhin einen starken Wettbewerbsdruck durch China verspürt.

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