Greenwashing-Verbot, EU-Vorgaben

Greenwashing-Verbot: Neue EU-Vorgaben ab 27. September

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 22:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ab September 2026 gelten strengere EU-Regeln gegen Greenwashing. Viele Unternehmen sind bei Lieferketten und Emissionsberichten noch unzureichend vorbereitet.

EU-Verschärfung gegen Greenwashing: Firmen in der Pflicht
Digitale ESG-Datenvisualisierung auf einem Tablet in einem modernen Büro als Symbol für Nachhaltigkeitsberichterstattung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ab dem 27. September 2026 gelten strengere EU-Vorgaben gegen Greenwashing. Viele Firmen sind darauf nicht vorbereitet.

Die Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung steigen massiv. Neue Transparenzpflichten sollen unbegründete ökologische Werbeaussagen unterbinden und Daten vergleichbar machen. Branchenvorreiter erzielen bereits Höchstbewertungen – doch die Mehrheit der Unternehmen hinkt hinterher.

Große Defizite bei Lieferketten

Aktuelle Daten von EcoVadis zeigen: Rund 80 Prozent der Unternehmen haben keinen dokumentierten Risikoprozess für ihre Lieferketten. Zudem berichten etwa 73 Prozent nicht über ihre Scope-3-Emissionen – also die indirekten Treibhausgasemissionen entlang der Wertschöpfungskette.

Viele Organisationen setzen daher auf technologische Unterstützung. SAP stellte eine integrierte Lösung für den CO?-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) vor. Sie basiert auf dem Green-Ledger-Ansatz und hilft Unternehmen, Emissionen für Importe von Gütern wie Eisen, Stahl oder Zement ab 50 Tonnen pro Jahr rechtssicher zu bilanzieren. Auch Anbieter wie osapiens verzeichnen eine steigende Nachfrage nach KI-gestützten Plattformen, die den Zeitaufwand für ESG-Berichte laut Eigenangaben um bis zu 80 Prozent reduzieren.

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Platin-Bewertungen für Vorreiter

Einige Unternehmen haben ihre Position bereits gefestigt. Die KHS Gruppe aus Dortmund erhielt zum zweiten Mal die EcoVadis-Platin-Medaille. Mit 89 von 100 Punkten gehört sie zum besten Prozent der bewerteten Firmen. Auch der Bodenbelagshersteller Tarkett wurde zum dritten Mal in Folge mit Platin ausgezeichnet. Das Unternehmen will den Anteil recycelter Rohstoffe bis 2030 auf 30 Prozent steigern – 2018 lag er noch bei 10 Prozent.

Der Medienkonzern Bertelsmann veröffentlichte seinen Nachhaltigkeitsbericht bereits nach den Standards der CSRD und ESRS. Die Schwarz Gruppe strebt bis 2050 Netto-Null-Emissionen an. Bei Scope 1 und 2 konnte sie ihre Emissionen im Vergleich zu 2019 bereits um 44,1 Prozent senken.

Gerichte klären Haftungsfragen

Der Bundesgerichtshof wies Klimaklagen gegen BMW und Mercedes-Benz ab. Parallel dazu rückt die doppelte Wesentlichkeitsanalyse in den Fokus: In einem Fachgespräch des UN Global Compact Netzwerks Österreich diskutierten Experten, wie sie vor Greenwashing-Vorwürfen schützt.

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Neben Emissionswerten rücken auch Rohstoffe und deren Herkunft immer stärker in den Fokus der EU-Regulierung. Ein kostenloser Experten-Report hilft Ihnen dabei, die neuen Sorgfaltspflichten der EU-Entwaldungsverordnung frühzeitig zu erkennen und Risiken für Ihr Unternehmen zu vermeiden. Kostenlosen Leitfaden inkl. Checkliste zur EU-Entwaldungsverordnung sichern

Die Komplexität der Transformation zeigt sich auch bei Rohstoffen. Laut der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe war die Waldfläche in Deutschland 2024/2025 rechnerisch eine CO?-Quelle – bedingt durch rund 45 Prozent Kalamitätsholz am Gesamteinschlag. Die Bruttowertschöpfung des Clusters Forst und Holz lag 2023 bei rund 42 Milliarden Euro.

Bis Mitte Oktober können sich Unternehmen für die Sustainability Heroes Awards bewerben. Die Verleihung findet im November statt, Schwerpunkte sind Innovationen in Klimaschutz und soziale Auswirkungen.

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