Grippewelle im Job: 8.100 Krankschreibungen und 58.100 Fehltage bundesweit
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 22:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Zahl der Grippeerkrankungen am Arbeitsplatz hat einen neuen Rekordwert erreicht. Nach einer Auswertung der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) für das Jahr 2025 kletterten die Fehlzeiten wegen Influenza auf das höchste Niveau seit Beginn der entsprechenden Erhebungen im Jahr 2019. Die Kasse verzeichnete für das vergangene Jahr 13 Grippe-Krankschreibungen sowie 93 Fehltage je 1.000 Mitglieder, wie aus einem Bericht vom 28. Oktober 2026 hervorgeht.
Deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren
Im Vergleich zum Vor-Pandemie-Jahr 2019 entspricht diese Entwicklung einer deutlichen Steigerung. Bei den Krankschreibungen registrierte die Krankenkasse ein Plus von gut 73 Prozent, während die Zahl der Fehltage um gut 52 Prozent zulegte. Im Jahr 2019 hatten die Werte noch bei 7 Fällen und 61 Fehltagen je 1.000 Mitglieder gelegen.
Über das gesamte Jahr 2025 hinweg summierten sich die Krankheitsfälle unter den berufstätigen KKH-Mitgliedern bundesweit auf rund 8.100 Influenza-Krankschreibungen. Diese Ausfälle führten nach Angaben der Krankenkasse zu insgesamt rund 58.100 Fehltagen.
Betroffene Berufsgruppen im Arbeitsalltag
Die Auswertung der Kassendaten verdeutlicht zudem, dass das Infektionsrisiko stark von der ausgeübten Tätigkeit abhängt. Zu den besonders betroffenen Berufsgruppen zählten Beschäftigte in der öffentlichen Verwaltung sowie in der Alten- und Krankenpflege. Ebenfalls überdurchschnittlich viele Krankschreibungen gab es im Bereich der Kinderbetreuung, in der Lagerwirtschaft sowie im Verkauf.
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Mit dem Beginn der Grippe-Saison mahnte die KKH insbesondere Berufstätige mit intensivem Menschenkontakt zu einer baldigen Schutzimpfung. Demnach dauert die Antikörperbildung nach einer Immunisierung bis zu zwei Wochen.
Empfehlungen zur Impfung und gesundheitliche Risiken
Mediziner der KKH raten zu einer Grippeschutzimpfung in den Monaten Oktober und November. Neben dem Schutz vor schweren Krankheitsverläufen kann die Impfung laut der Kasse bei vorbelasteten Personen auch das Herzinfarktrisiko senken. Darüber hinaus riet die KKH Personen zur Impfung, die in engem Kontakt mit besonders gefährdeten Menschen stehen, darunter über 60-Jährige, Schwangere und chronisch Kranke.
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Auch die Ständige Impfkommission (Stiko) spricht klare Handlungsempfehlungen aus. Das Gremium empfiehlt die Influenza-Impfung unter anderem Menschen ab einem Alter von 60 Jahren, Personen mit Vorerkrankungen, Schwangeren sowie Bewohnern von Pflegeheimen. Ebenso gilt die Empfehlung für Kinder und Jugendliche mit chronischen Atemwegs-, Herz-Kreislauf-, Leber- oder Nierenerkrankungen.
Forscher weisen in diesem Zusammenhang auf erhebliche kardiovaskuläre Folgegefahren nach viralen Infektionen hin. Eine Untersuchung um Kosuke Kawai von der University of California in Los Angeles (UCLA) ergab, dass das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall nach einer durchgemachten Grippeinfektion auf das Vier- bis Fünffache steigt. Nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 erhöhe sich dieses Risiko etwa auf das Dreifache.
