Großindustrie, Reformpaket

Großindustrie setzt auf Reformpaket: 800 Milliarden bis 2028

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 07:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Wirtschaftsvertreter drängen auf schnelle Umsetzung der Steuer- und Arbeitsmarktreformen. Investitionen in Milliardenhöhe stehen in Aussicht.

Arbeitgeberpräsident Dulger: Reformtempo für Wirtschaftswachstum entscheidend
Moderne Industriebauten in einer deutschen Stadt bei Sonnenaufgang als Symbol für wirtschaftliche Reformen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger fordert Tempo bei der gesetzlichen Ausgestaltung des Anfang Juli beschlossenen Reformpakets. Die schwarz-rote Koalition hatte sich auf eine Einkommensteuerreform und Lockerungen im Arbeitsrecht verständigt. „Das ist ein notwendiger Aufbruch in die richtige Richtung“, so Dulger am heutigen Donnerstag. Entscheidend sei nun, die Gesetze zügig zu verabschieden.

Großindustrie will mehr

Die Initiative „Made for Germany“ sieht die bisherigen Beschlüsse erst als Anfang. Die Gruppe, der inzwischen 139 Mitglieder angehören, hat für den Zeitraum bis 2028 Investitionen von über 800 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Siemens-Chef Busch fordert eine umfassende Flexibilisierung der Arbeitszeiten und eine gezielte Senkung der Teilzeitquote.

Auch die Entlastung bei Sozialabgaben, Reformen der Unternehmensbesteuerung und ein konsequenter Bürokratieabbau stehen auf der Wunschliste. „Wettbewerbsfähige Energiepreise und eine moderne Infrastruktur sind wesentliche Voraussetzungen“, so Busch.

Investoren zeigen wieder Vertrauen

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Sewing, berichtet von einer gestärkten Zuversicht internationaler Investoren. Ausländische Investitionen in substanzieller dreistelliger Milliardenhöhe seien bereits geflossen. Um diesen Trend zu sichern, müsse das Reformtempo hoch bleiben.

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Ende September ist ein weiteres Treffen der Initiative mit der Bundesregierung in Berlin geplant. Dann soll über zusätzliche Reformen beraten werden.

Zahlen, die nachdenklich stimmen

Die Dringlichkeit der Reformen zeigen aktuelle Wirtschaftsdaten. Laut ZEW beliefen sich die Investitionen in Deutschland 2025 auf 53 Milliarden Euro – ein Plus von sechs Prozent zum Vorjahr. Im gleichen Zeitraum investierten deutsche Unternehmen jedoch 122 Milliarden Euro im Ausland.

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen gibt es gezielte Zusagen: Siemens investiert rund 300 Millionen Euro in der Region Frankfurt/Offenbach. Bis 2030 sollen dort etwa 700 neue Arbeitsplätze entstehen. Auch in Dresden entsteht ein neues Infineon-Werk mit einem Volumen von fünf Milliarden Euro.

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Rückrufe: Vorsicht bei Tiefkühlkost und Honig

Abseits der wirtschaftspolitischen Debatte gibt es bundesweite Warnungen im Lebensmittelbereich. Seit dem 21. Juli läuft ein Rückruf für eine Bio-Beerenmischung des Herstellers Jütro Tiefkühlkost bei Lidl. Grund ist der Verdacht auf Noroviren. Betroffen sind fast alle Bundesländer.

Zudem warnt das schleswig-holsteinische Verbraucherschutzministerium seit dem 22. Juli vor einem Honigprodukt aus Malaysia. Darin wurden nicht deklarierte pharmazeutische Wirkstoffe wie Sildenafil und Paracetamol nachgewiesen. Das Produkt wurde bundesweit über den Online-Handel vertrieben.

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