Habeck fordert MilliardÀrsteuer
15.12.2024 - 16:57:56 | dpa.deEs gebe einige MilliardĂ€re in Deutschland, sagte der Bundeswirtschaftsminister der "Bild am Sonntag". "Wenn man da einen kleinen Anteil ihres Vermögens besteuern wĂŒrde, dann hĂ€tte man ungefĂ€hr fĂŒnf bis sechs Milliarden Euro." Habeck sprach sich dafĂŒr aus, mit den Einnahmen Schulen zu sanieren sowie in die Ausstattung und das Personal der Schulen zu investieren.
Nach Recherchen des "Manager Magazins" gibt es in Deutschland 249 MilliardĂ€re. Steuern dĂŒrfen jedoch nicht zweckgebunden eingenommen werden. Schulpolitik ist Sache der BundeslĂ€nder, der Schulbau liegt bei den Kommunen.
Union sieht Gefahr fĂŒr Wirtschaft
Die Union warf Habeck eine GefÀhrdung der Wirtschaft vor. Habeck wolle "mit seinen MilliardÀrsteuer-Phantasien verhindern, dass in Deutschland ArbeitsplÀtze geschaffen werden", sagte Unionsfraktionsvize Julia Klöckner der Deutschen Presse-Agentur. "Wer glaubt, mit einer Neiddebatte von den eigenen VersÀumnissen in der Wirtschaftspolitik ablenken zu können, unterschÀtzt die Menschen."
UnterstĂŒtzung fĂŒr Habecks Vorschlag kommt hingegen aus den Reihen der SPD. "MilliardĂ€re mit einer Sondersteuer mehr in die Verantwortung zu nehmen, ist sinnvoll", sagte der SPD-Wirtschaftspolitiker Bernd Westphal der "Welt".
Linke-Parteichef Jan van Aken bezeichnete Habecks VorstoĂ als "niedlich". "Die sechs Milliarden zahlen die MilliardĂ€re Deutschlands zusammen doch aus der Portokasse", sagte er der "Welt". Eine Vermögenssteuer nach dem Modell der Linken wĂŒrde jĂ€hrlich 108 Milliarden bringen und langfristig MilliardĂ€re abschaffen.
Zuschuss fĂŒr den FĂŒhrerschein, höhere Werbungskostenpauschale
Habeck sprach sich auch dafĂŒr aus, dass der Staat Auszubildende beim FĂŒhrerschein bezuschusse - "mit sagen wir 1.000 Euro, wenn das ausbildende Unternehmen noch mal 500 Euro drauflegt", sagte er der "Bild am Sonntag". Eine solche Förderung hatte zuletzt das Handwerk verlangt, die Forderung gab es schon von verschiedenen Parteien.
Der GrĂŒnen-Politiker erneuerte seinen Vorschlag, dass der Staat den Stromnetzausbau vorfinanziert und nicht die Verbraucher ĂŒber die Stromrechnung. Er schlug auch vor, die Werbungskostenpauschale bei der Einkommenssteuer auf 1.500 Euro zu erhöhen. Zuletzt lag sie bei 1.230 Euro, die Arbeitnehmer pauschal von der Steuer absetzen können, um beruflich bedingte Kosten wie Fahrten zur Arbeit oder Fortbildungen auszugleichen.
Voraussichtlich am 23. Februar wird ein neuer Bundestag gewĂ€hlt. Im Rennen um das Kanzleramt sieht Habeck - der bei den GrĂŒnen als "Kandidat fĂŒr die Menschen" und damit auch als Kanzlerkandidat antritt - sich offenkundig nicht als Favorit - im Interview bezeichnete er eine eigene Aussage als "in der Tat ein bisschen aus der Underdog-Position formuliert".
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