Grundnahrungsmittel: 7,6 Prozent Preisrückgang seit Juli in Österreich
Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 09:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Seit dem 1. Juli gilt in Österreich der reduzierte Steuersatz für Grundnahrungsmittel. Eine Erhebung der Arbeiterkammer (AK) Steiermark zeigt: Die Entlastung kommt bei den Kunden an.
Der Steuersatz sank von 4,9 Prozent. Bei einer Stichprobe von 343 Produkten in fünf großen Handelsketten lag der Preis für einen Warenkorb mit 17 Basislebensmitteln im Juli um 7,6 Prozent niedriger als noch im April.
Discounter geben Ersparnis voll weiter
Die AK-Erhebung belegt: Besonders Discounter und der Onlinehandel haben die Preise offensiv gesenkt. Den stärksten Rückgang verzeichnete Lidl mit einem Minus von 8,7 Prozent. Es folgten Hofer mit 7,3 Prozent und der Online-Shop von Billa mit 7,1 Prozent.
Auch bei Penny (minus 6,1 Prozent), Billa Plus (minus 5,7 Prozent) und Interspar (minus 5,0 Prozent) sanken die Preise. Den geringsten Rückgang stellte die AK bei Spar mit 3,8 Prozent fest.
Konkrete Beispiele aus dem Juli: Ein Liter Vollmilch kostet bei Billa Plus nun 1,32 Euro statt 1,39 Euro. Butter im Billa-Onlineshop fiel von 2,79 auf 2,66 Euro. Bio-Langkornreis bei Hofer verbilligte sich von 2,58 auf 2,46 Euro. Die Umstellungskosten für die neue Regelung beliefen sich laut Handelskreisen auf rund sechs Millionen Euro.
Markenprodukte profitieren stärker als Eigenmarken
Die Untersuchung zeigt Unterschiede zwischen den Produktkategorien. Markenprodukte wurden im Schnitt um 7,7 Prozent günstiger. Bei den ohnehin preiswerten Eigenmarken fielen die Senkungen mit 5,3 Prozent moderater aus. Bio-Produkte verzeichneten mit einem Rückgang von lediglich einem Prozent die geringste Veränderung.
Parallel dazu trat am 1. Juli eine weitere EU-Regelung in Kraft: Für Bestellungen aus Nicht-EU-Staaten mit einem Warenwert unter 150 Euro wird nun eine pauschale Zollgebühr von 3 Euro je Warengruppe erhoben. Die Maßnahme zielt auf E-Commerce-Plattformen aus Drittstaaten ab, deren Marktanteil am deutschen Onlinehandel im zweiten Quartal 2026 bei etwa 5,3 Prozent lag.
Während die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel sinkt, kämpfen viele Unternehmer mit den komplexen Pflichten der allgemeinen Umsatzsteuer-Voranmeldung. Dieser kostenlose PDF-Ratgeber bietet sofortige Antworten auf alle steuerlichen Fragen und hilft dabei, teure Fehler zu vermeiden. Umsatzsteuer-Ratgeber jetzt kostenlos herunterladen
Weitere Steueränderungen in der Pipeline
Neben den Entlastungen bei Lebensmitteln bereiten die Regierungen im DACH-Raum weitere Anpassungen vor. Das Bundeskabinett beschloss Anfang Juli einen Gesetzentwurf, der eine Steuererhöhung um 20 Prozent auf Spirituosen, Sekt und Alkopops zum 1. Januar 2027 vorsieht. Bier und Wein bleiben ausgenommen. Die erwarteten Mehreinnahmen: 455 Millionen Euro jährlich.
Eine Forsa-Umfrage zeigt: Knapp zwei Drittel der Bürger halten die Erhöhung für sinnvoll. Eine deutliche Mehrheit bezweifelt jedoch, dass dadurch der Konsum sinkt.
Am 16. Juli legten Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und Justizministerin Stefanie Hubig einen Aktionsplan gegen Steuerbetrug vor. Geplant sind ein gemeinsames Zentrum gegen Finanzkriminalität sowie eine Registrierkassenpflicht ab Januar 2028 für Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 100.000 Euro. Experten schätzen den jährlichen Schaden durch Steuerkriminalität auf rund 100 Milliarden Euro.
Angesichts strengerer Kontrollen durch die Finanzbehörden wird die fehlerfreie Übermittlung der Steuerdaten über Portale wie MeinElster für Selbstständige immer wichtiger. Ein gratis E-Book enthüllt jetzt hilfreiche Funktionen, mit denen Sie Einsprüche und Erklärungen deutlich schneller und rechtssicher abwickeln können. Gratis-Leitfaden für MeinElster sichern
Ab 2027 sind zudem Änderungen bei der Einkommensteuer und den Sozialabgaben geplant. Höhere Grundfreibeträge sollen entlasten, steigende Rentenbeiträge könnten diesen Effekt bei höheren Einkommen jedoch neutralisieren. Finanzwissenschaftler berechneten: Alleinstehende mit hohem Bruttoeinkommen müssen unter dem Strich mit einer Mehrbelastung rechnen, während Familien nur geringfügig profitieren.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
