Handwerk-Ausbildung: 67.800 VertrÀge in H1 2026, Plus von 4,9%
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 01:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Von Januar bis Juni unterzeichneten bundesweit knapp 67.800 junge Menschen einen Vertrag â ein Plus von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das ist der höchste Wert fĂŒr einen Juni seit 2018.
Trotz des Zuwachses bleiben rund 20.460 Stellen im Handwerk unbesetzt. Branchenkenner fĂŒhren das gestiegene Interesse auf mehrere Faktoren zurĂŒck: eine erfolgreiche Imagekampagne, bessere Verdienstmöglichkeiten und die Krise in der Industrie. Auch die wachsende Bedeutung von KĂŒnstlicher Intelligenz im Handwerk spiele eine Rolle. Dittrich forderte eine gesetzliche Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung sowie mehr Investitionen in Bildungszentren.
Hamburger Handwerk mit positiver Bilanz
Besonders in Hamburg zeigt sich der AufwÀrtstrend. Viele Unternehmen konnten dort bereits alle AusbildungsplÀtze besetzen. Ende Juni waren in der Hansestadt noch 1.247 Stellen in mehr als 60 Gewerken offen. Der Frauenanteil bei den NeuvertrÀgen liegt bundesweit bei rund 20 Prozent.
In anderen Regionen wie Ostfriesland gestaltet sich die Nachwuchsgewinnung schwieriger. Berufsberater der Agentur fĂŒr Arbeit betonen: Einfache Tests reichen oft nicht, um Jugendliche fĂŒr eine Ausbildung zu begeistern. Das BĂ€ckerhandwerk verzeichnete 2025 ein Umsatzplus von 1,3 Prozent bei 448 NeugrĂŒndungen â der höchste Stand seit 2018.
Kommunen ĂŒbernehmen fast alle Absolventen
Auch öffentliche Verwaltungen und soziale Einrichtungen melden erfolgreiche AbschlĂŒsse. Am 19. Juli beendeten im Landkreis Uckermark acht junge FachkrĂ€fte ihre Ausbildung â darunter Verwaltungsfachangestellte, Vermessungstechniker und eine Fachinformatikerin. Alle wurden in die Kreisverwaltung ĂŒbernommen. Der landesweit beste Auszubildende kommt aus dieser Verwaltung.
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Die Stadt Remagen meldete am 18. Juli den Abschluss von zwölf NachwuchskrĂ€ften. Neben Verwaltungsberufen waren auch Erzieherinnen und Absolventen dualer StudiengĂ€nge im Bereich Bildung und Erziehung dabei. Sieben von ihnen werden ĂŒbernommen. In ThĂŒringen erhielten 39 Auszubildende der Fachschule fĂŒr Sozialwesen in Gera ihre Zeugnisse. Die Schulleitung wies darauf hin, dass die Bewerbungszahlen insgesamt rĂŒcklĂ€ufig sind.
GrĂŒne Berufe mit hohem FachkrĂ€ftebedarf
In Niedersachsen und Bremen wurden im Juni und Juli rund 330 junge FachkrĂ€fte in sogenannten grĂŒnen Berufen freigesprochen. Die meisten Absolventen kommen aus dem Garten- und Landschaftsbau. Die Branche verzeichnet steigende UmsĂ€tze, leidet aber unter einem anhaltend hohen FachkrĂ€ftemangel.
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Ein Trend zeigt sich zudem bei Quereinsteigern. Eine Analyse von Stellenanzeigen in Ăsterreich ergab: Die Zahl der Ausschreibungen, die explizit fĂŒr Quereinsteiger offen sind, hat sich seit 2019 vervierfacht. Branchen wie der Versicherungsvertrieb gewinnen vermehrt Personal aus fachfremden Bereichen â etwa dem Friseurhandwerk.
Kfz-WerkstÀtten: Haftung bei unwirtschaftlichen Reparaturen
FĂŒr Betriebe des Kfz-Handwerks konkretisierte sich die Rechtsprechung zur Haftung. Das Landgericht SaarbrĂŒcken entschied: Eine Werkstatt haftet, wenn sie eine wirtschaftlich unvertretbare Reparatur durchfĂŒhrt, ohne den Kunden ausreichend ĂŒber die Unwirtschaftlichkeit aufzuklĂ€ren. Das Urteil unterstreicht die Informationspflichten der Fachbetriebe gegenĂŒber Verbrauchern.
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