Heeresinspekteur, Freuding

Heeresinspekteur Freuding: Moskau hat Ziel von 1,5 Millionen Soldaten erreicht

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 09:19 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die russischen StreitkrÀfte wachsen nach EinschÀtzung von Heeresinspekteur Christian Freuding schnell um weitere Soldaten und auch schnellere Drohnensysteme.

"Sie haben ihre ZielgrĂ¶ĂŸe von 1,5 Millionen Soldaten erreicht und wir erleben beinahe im Monatstakt, wie Putin sehr inkrementell, scheibchenweise immer wieder eine VergrĂ¶ĂŸerung der StreitkrĂ€fte auch anordnet", sagte der Generalleutnant im neuen Bundeswehr-Podcast "Generaldebatte".

Freuding verweist auf die Zunahme der russischen DrohneneinsÀtze gegen Kiew und wie Russland in der Lage sei, die Produktion von Drohnen und Raketen zu steigern. Nur ein Beispiel seien die neuen Geran-Drohnen mit Jetantrieb. Russland habe die Einsatzquote zwischen Juli und August verdoppeln können.

Das zeige die industriellen KapazitĂ€ten Russlands, sagte er. Und: "Das heißt, die russischen StreitkrĂ€fte sind quantitativ ĂŒberlegen, sie sind qualitativ ĂŒberlegen, sie sind technologisch adaptiv und sie sind kriegserprobt. Und dazu beobachten wir natĂŒrlich auch Russlands hybrides Ausgreifen." Er nannte den misslungenen Drohnenangriff am Leipziger Flughafen, es gebe aber auch VorfĂ€lle in der RĂŒstungsindustrie in Italien, Bulgarien, RumĂ€nien, im Baltikum.

Wie groß ist die Gefahr eines Angriffs auf Nato-Gebiet?

"Und fĂŒr mich ist daher durchaus plausibel, wenn wissenschaftlich diskutiert wird, dass ein Angriff gegen Nato-Territorium denkbar ist, nicht nach Beendigung eines Ukraine-Krieges, sondern zur Beendigung des Krieges in der Ukraine", erklĂ€rt Freuding. FĂŒr die Sicherheitslage Deutschlands bedeute dies, je grĂ¶ĂŸer die Unsicherheit ĂŒber ein mögliches Wann, desto schneller mĂŒsse die Einsatzbereitschaft steigen.

Freuding diskutiert in dem Podcast mit Moritz Schularick, dem PrĂ€sidenten des Kieler Instituts fĂŒr Weltwirtschaft, ĂŒber die Bedeutung unbemannter Waffensysteme und ProduktionskapazitĂ€ten. Schularick hatte dem Verteidigungsministerium vorgeworfen, falsche Schwerpunkte bei der AufrĂŒstung zu setzen und zu viel Geld in veraltete Technologie zu stecken.

Schularick: EuropÀische Verteidigung "grotesk ineffizient"

"Wie wir europĂ€ische Verteidigung aktuell organisieren, ist grotesk ineffizient. Letztes Jahr haben die europĂ€ischen Nato-LĂ€nder bereits ĂŒber 500 Milliarden Dollar fĂŒr die Verteidigung ausgegeben", sagt Schularick nun.

Die europĂ€ischen Nato-LĂ€nder zusammen hĂ€tten heute schon das zweitgrĂ¶ĂŸte Verteidigungsbudget der Welt, deutlich vor China. Die Amerikaner geben demnach 900 Milliarden US-Dollar (rund 803 Milliarden Euro) pro Jahr fĂŒr die Verteidigung aus. Die europĂ€ischen Nato-Staaten hĂ€tten aber nicht 60 Prozent der FĂ€higkeiten, sondern seien "eigentlich immer gefĂŒhlt die Bittsteller".

Disclaimer...

de | wirtschaft | 70263107 |