Heilberufsausweis: RSA-Zertifikate verlieren Gültigkeit Ende Juni
24.06.2026 - 06:49:16 | boerse-global.de
Die Entscheidung fiel im Rahmen einer Verhandlungsvergabe auf Basis der Unterschwellenvergabeordnung (UVgO). Der Schritt unterstreicht den wachsenden Stellenwert digitaler Kommunikationslösungen im Gesundheitswesen.
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Strengere IT-Sicherheitsvorgaben treiben Digitalisierung
Die Lizenzverlängerung kommt zu einem Zeitpunkt verschärfter Anforderungen. Seit dem 2. Januar 2026 gilt die IT-Sicherheitsrichtlinie nach § 390 SGB V für Zahnarztpraxen und medizinische Einrichtungen verbindlich. Institutionen müssen ihre digitalen Werkzeuge nun kontinuierlich an die neuen Standards anpassen.
Hinzu kommt ein bevorstehender technischer Wechsel: Für den elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) endet am 30. Juni 2026 die Übergangsfrist für RSA-Zertifikate. Ab Juli sind nur noch ECC-basierte Zertifikate zulässig. Das erhöht den Druck auf kompatible und aktuelle Software in der gesamten Branche.
Digitale Angebote erobern die Patientenversorgung
Die BGW-Entscheidung reiht sich in eine Welle von Digitalisierungsinitiativen ein. Zeitgleich zur Lizenzverlängerung integrierte die Krankenkasse SBK als erste gesetzliche Versicherung den 116117-Terminservice direkt in ihre App. Ein Pilotprojekt für zentralisierte Terminbuchungen im Primärversorgungssystem.
Auch in anderen Bereichen gewinnen digitale Lösungen an Fahrt:
- Ein Modellprojekt von FPZ, Physiofit und der R+V BKK nutzt digitale Übungsprogramme, um Wartezeiten in der Physiotherapie zu überbrücken. Aktuell liegen diese oft zwischen drei und sechs Wochen.
- Die Deutsche Krebshilfe und der DOSB verknüpften im Frühjahr 2026 das „Rezept für Bewegung“ mit einer digitalen Bewegungslandkarte. Seit Mai ist diese direkt in gängige Praxissoftware integriert.
Flexibilität durch Verhandlungsvergabe
Die BGW verlängerte die Lizenzen nach § 12 UVgO. Dieses Verfahren erlaubt öffentlichen Auftraggebern, Leistungen in einem vereinfachten Wettbewerbsumfeld zu vergeben. Die einjährige Laufzeit gibt der Berufsgenossenschaft Spielraum für künftige technologische Entwicklungen oder neue gesetzliche Anforderungen.
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Doch während die BGW ihre digitale Infrastruktur ausbaut, kämpfen andere Akteure mit wirtschaftlichen Problemen. Verbände warnen vor den Folgen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes. Laut Analysen der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) vom Juni 2026 sehen sich viele Kliniken durch finanzielle Defizite und Sparpläne in ihrer Existenz bedroht. Effiziente digitale Verwaltungsprozesse werden damit umso wichtiger.
