Heizkosten 2026: Ă–l und Pellets werden deutlich teurer
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 15:42 Uhr | dpa, AD HOC NEWSHeizkosten steigen 2026 nach einer Prognose der Beratungsgesellschaft co2online vor allem für Haushalte mit Öl- oder Pelletheizung, während Erdgas im Jahresdurchschnitt zunächst etwas günstiger werden könnte.
Ă–l und Pellets werden deutlich teurer
Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus rechnet co2online beim Heizöl mit einem Anstieg um 24 Prozent auf 1.275 Euro Jahreskosten. Holzpellets könnten sich demnach um 17 Prozent auf 870 Euro verteuern.
Als einen Hauptgrund für die Pelletpreise nennt die Organisation die anhaltende Knappheit der Rohstoffe infolge der schwachen Baukonjunktur. Beim Heizöl verweist die Prognose auf die Auswirkungen des Irankriegs.
Gas kurzfristig etwas gĂĽnstiger
Für Erdgas erwarten die Experten einen Rückgang der jährlichen Heizkosten um vier Prozent auf 1.120 Euro. Ausschlaggebend seien niedrige Beschaffungskosten zu Jahresbeginn und der Wegfall der Gasspeicherumlage.
Die zuletzt gestiegenen Großhandelspreise könnten jedoch verzögert auf die Verbraucherpreise durchschlagen. Dadurch könnten die Gaskosten Ende 2026 oder im Laufe des Jahres 2027 wieder steigen.
Fernwärme und Wärmepumpe
Auch bei Fernwärme und Wärmepumpen prognostiziert co2online leichte Anstiege. Fernwärme könnte sich um ein Prozent auf 1.310 Euro verteuern, bei Wärmepumpen wird ein Plus von drei Prozent auf 735 Euro erwartet.
GroĂźes Sparpotenzial in vielen Haushalten
Nach Angaben von co2online könnten rund 90 Prozent der Haushalte ihre Heizkosten noch senken. Richtiges Heizen und Lüften sowie ein geringerer Warmwasserverbrauch könnten den Energieverbrauch um bis zu zehn Prozent reduzieren.
Größere Einsparungen seien durch Heizungsoptimierung, Dämmmaßnahmen oder den Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme möglich. Langfristig könnten sich die Heizkosten für Gas- und Ölheizungen bis 2045 mehr als verdoppeln.
Wärmepumpe langfristig am günstigsten
Bei Fernwärme und Holzpellets rechnet co2online in den kommenden 20 Jahren mit moderat steigenden Kosten. Die Ausgaben für Wärmepumpen dürften demnach deutlich langsamer wachsen und voraussichtlich dauerhaft am niedrigsten bleiben.
Preise entwickeln sich je nach Heizsystem stark
Die Prognose zeigt, dass die Energiekrise Haushalte nicht gleichmäßig trifft. Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung im Mehrfamilienhaus liegen die erwarteten Jahreskosten 2026 zwischen 735 Euro bei der Wärmepumpe und 1.310 Euro bei Fernwärme. Heizöl und Pellets verteuern sich besonders deutlich, während Erdgas im Jahresdurchschnitt zunächst leicht günstiger ausfallen könnte.
Diese Entlastung beim Gas ist vor allem ein zeitlicher Effekt. Niedrige Beschaffungskosten zu Jahresbeginn und der Wegfall der Gasspeicherumlage wirken auf den Durchschnittspreis, während spätere Großhandelspreise erst verzögert in den Tarifen ankommen. Für Verbraucher mit bestehenden Verträgen können Preisgarantien den Anstieg zunächst abfedern; bei neuen oder auslaufenden Verträgen kann er schneller sichtbar werden.
Was die Entwicklung fĂĽr Haushalte bedeutet
Für Mieter werden höhere Brennstoffpreise über die Heizkostenabrechnung meist mit Verzögerung spürbar. Eigentümer mit Ölheizung tragen Preissprünge beim Einkauf unmittelbarer. Kurzfristig können korrekt eingestellte Vorlauftemperaturen, entlüftete Heizkörper, Stoßlüften und ein sparsamer Warmwasserverbrauch den Verbrauch senken. Nach Angaben von co2online verfügen rund 90 Prozent der Haushalte noch über Einsparpotenzial.
Langfristig verschiebt sich der Kostenvergleich zugunsten effizienter und weniger fossil abhängiger Systeme. Der Wechsel zu einer Wärmepumpe erfordert allerdings hohe Investitionen und hängt von Gebäude, Wärmeverteilung und Stromkosten ab. Die laufenden Heizkosten allein bilden daher nicht die vollständige finanzielle Belastung eines Heizungssystems ab.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
WDR: „Heizspiegel 2026: So teuer sind Öl, Gas, Wärmepumpe“ (22.09.2026)
Der WDR bestätige die prognostizierten Unterschiede zwischen den Heizarten und stelle zusätzlich vorläufige Abrechnungsdaten für 2025 heraus. Der Beitrag betone, dass Gas kurzfristig günstiger wirken könne, steigende Großhandelspreise aber später auf Verbrauchertarife durchschlagen könnten; außerdem nenne er praktische Einsparmöglichkeiten und weise auf die Investitionskosten beim Wechsel zur Wärmepumpe hin.
WDR: „Heizspiegel 2026 - Heizkosten steigen - Verbraucher“ (22.09.2026)
Der zweite WDR-Beitrag bestätige ebenfalls die Kostenprognosen und lege den Schwerpunkt auf die Verbraucherperspektive. Er führe aus, die Gasentlastung sei wahrscheinlich nur eine kurze Atempause, während Ölkunden die hohen Tagespreise unmittelbarer spürten; offen bleibe, wie stark die späteren Preissteigerungen einzelne Tarife und Haushalte treffen würden.
Beide Beiträge bestätigten damit den Kern der Prognose: Die Entwicklung fällt je nach Heizsystem deutlich unterschiedlich aus. Gemeinsam hervorgehoben würden das Sparpotenzial im laufenden Betrieb und die langfristig günstigere Perspektive effizienter Heizsysteme, während der genaue Zeitpunkt künftiger Gaspreisanstiege offenbleibe.
