Deutschland, Wohnen

Mehrheit privater Vermieter scheut energetische Sanierungen

31.05.2026 - 05:30:04 | dpa.de

Heizung, DĂ€mmung, Fenster: Die Modernisierung des Immobilienbestands in Deutschland ist ein SchlĂŒssel fĂŒr die Klimaziele. Doch private Vermieter schrecken vor Sanierungen zurĂŒck, aus mehreren GrĂŒnden.

WĂ€rmepumpen sind in Neubauten Standard, aber bei Ă€lteren GebĂ€uden dominieren Öl- und Gasheizungen. (Archivbild) - Foto: Daniel Reinhardt/dpa/dpa-tmn
WĂ€rmepumpen sind in Neubauten Standard, aber bei Ă€lteren GebĂ€uden dominieren Öl- und Gasheizungen. (Archivbild) - Foto: Daniel Reinhardt/dpa/dpa-tmn

Viele private Vermieter in Deutschland scheuen die energetische Sanierung ihrer Immobilien. Über die HĂ€lfe (59 Prozent) plant derzeit keine Maßnahmen wie neue Heizungen oder DĂ€mmungen, zeigt eine Umfrage der DI Deutschland.Immobilien AG und des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Das sind deutlich mehr als in einer VorgĂ€nger-Befragung vor einem Jahr (48 Prozent).

Vermieter sĂ€hen sich mit zunehmenden politischen und energetischen Anforderungen konfrontiert, wĂ€hrend zentrale Bedingungen oft unklar blieben, so die Studie, fĂŒr die im Februar rund 1.000 private Vermieter online befragt wurden. «Ohne klare Orientierung, realistische Anforderungen und praktikable Förderstrukturen wird die Transformation des GebĂ€udebestands nicht gelingen», sagt IW-Immobilienexperte Michael VoigtlĂ€nder.

Viele sehen Sanierung als weniger dringlich

In den vergangenen Jahren habe nur rund die HĂ€lfte in energetische Maßnahmen investiert, heißt es im «Deutschland.Immobilien Vermieterreport». Am hĂ€ufigsten wurden private Vermieter bei Heizungen tĂ€tig (34 Prozent), gefolgt von Fenstern (25 Prozent) und DĂ€mmungen (18 Prozent). 

Motivation waren vor allem langfristige Energieeinsparungen (53 Prozent), mehr Zufriedenheit der Mieter (41 Prozent) und Wertsteigerung (38 Prozent). Ökologische GrĂŒnde waren die Ausnahme (31 Prozent). Wer verzichtete, nannte meist fehlende Dringlichkeit (64 Prozent), mangelnde Nachfrage seitens der Mieter (21 Prozent) oder Kosten (17 Prozent).

Wie die Umfrage weiter zeigt, stammt der Immobilienbestand privater Vermieter ĂŒberwiegend aus den Jahren 1949 bis 1978 sowie 1979 bis 1994 – hier herrscht in aller Regel energetischer Sanierungsbedarf.

SchlĂŒssel fĂŒr Klimaziele

Der GebĂ€udesektor ist zentral, um das Ziel der KlimaneutralitĂ€t in Deutschland bis 2045 zu erreichen, er verursacht rund ein Drittel der CO2-Emissionen. Die große Mehrheit der rund 44 Millionen Wohnungen hierzulande wird mit Öl und Gas beheizt, ĂŒber 60 Prozent werden von privaten Vermietern vermietet. Die meisten sind laut Studie mindestens zehn Jahren am Mietmarkt aktiv. 58 Prozent vermieten eine Wohnung, weitere 19 Prozent zwei. 

Die frĂŒhere Ampel-Regierung wollte mit dem Heizungsgesetz mittelfristig die Abkehr von Heizungen mit fossilen Brennstoffen durchsetzen. Die amtierende Bundesregierung hat das Gesetz reformiert und die Vorgabe gestrichen, dass bei neuen Heizungen in der Regel mindestens 65 Prozent erneuerbare Energie eingesetzt werden mĂŒssen. Nun soll der Einbau neuer Gasheizungen weiter möglich sein – Voraussetzung soll ab 2029 sein, dass ein zunehmender Anteil CO2-neutraler Brennstoffe genutzt wird. UmweltverbĂ€nde und die GrĂŒnen warnen vor RĂŒckschritten beim Klimaschutz.

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