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Herbe Niederlage fĂŒr Regierung bei Senatswahl in Tschechien

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 11:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Bei den Teilsenatswahlen in Tschechien hat die ANO-Partei des Regierungschefs und MilliardÀrs Andrej Babis eine herbe Niederlage erlitten.

Nach der Stichwahl-Runde vom Freitag und Samstag steht fest, dass die rechtspopulistische Partei keinen einzigen der frei werdenden Sitze gewinnen konnte.

Die konservativen und liberalen Oppositionsparteien verteidigten ihre Mehrheit im Oberhaus des Parlaments deutlich. "FĂŒr die ANO-Bewegung ist das Ergebnis katastrophal", rĂ€umte Babis ein. "Wir mĂŒssen darĂŒber nachdenken, warum und wie dies geschehen ist." Manche hĂ€tten geglaubt, die Marke ANO bedeute einen sicheren Sieg.

Jubel bei Opposition

Sieger war nach dem vorlĂ€ufigen Endergebnis die BĂŒrgermeisterpartei STAN. Sie errang in beiden Wahlrunden zehn der 27 freiwerdenden Mandate. Die BĂŒrgerdemokraten (ODS) holten sieben, die Christdemokraten (KDU-CSL) drei und die konservative TOP09 zwei Sitze. Der Rest entfiel auf kleinere Parteien. "Die Regierung hat diese Wahlen, salopp gesagt, total in den Sand gesetzt - ein unglaubliches Debakel", jubelte der TOP09-Vorsitzende Matej Ondrej Havel.

Alle zwei Jahre wird nur ein Drittel der 81 Mandate im Senat neu vergeben. Die Beteiligung in der Stichwahl-Runde fiel wie erwartet mit 21,1 Prozent der Stimmberechtigten gering aus. Der Senat, das Oberhaus des Parlaments, kann GesetzesÀnderungen verzögern und VerfassungsÀnderungen verhindern.

Senat bleibt Bastion der Opposition

Nach EinschĂ€tzung von Politologen hat sich einmal mehr gezeigt, dass die ANO bei der stark auf Persönlichkeiten fokussierten Senatswahl keine glĂŒckliche Hand hat - oder vereinfacht gesagt: "Die ANO kann Senat nicht." Unter den siegreichen Oppositionskandidaten waren hingegen der Ex-Generalstabschef Karel Rehka, der Soziologe Zdenek Papousek und der Theaterintendant Petr Kazik.

Die Regierung aus der rechtspopulistischen ANO von Babis und zwei Parteien am rechten Rand hatte zuletzt ein neues Beamtengesetz durchs Parlament gebracht. Gegner der Novelle bemĂ€ngeln, dass sie die Entlassung unliebsamer Staatsbediensteter erleichtert. Kritiker werfen Babis zudem vor, als Politiker und GrĂŒnder eines weit verzweigten Firmengeflechts, das von Subventionen profitiert, in einem stĂ€ndigen Interessenkonflikt zu stehen.

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