Hessens Regierungschef: Zuckersteuer ist 'Teuer-Steuer'
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 06:37 Uhr | dpa, AD HOC NEWSSteigende Lebenshaltungskosten seien eines der gröĂten Probleme in Deutschland, sagte Rhein dem "Kölner Stadt-Anzeiger".
"Eine Zuckersteuer halte ich deshalb fĂŒr ein falsches Signal, zumal es dabei nicht darum geht, die Gesundheit zu fördern, sondern BĂŒrger wieder zur Kasse zu bitten fĂŒr die Haushaltslöcher des Bundes", wird Rhein zitiert. Zudem gefĂ€hrde die Steuer ArbeitsplĂ€tze in der meist mittelstĂ€ndisch geprĂ€gten GetrĂ€nkeindustrie.
Kabinett will Steuer heute auf den Weg bringen
Die schwarz-rote Koalition hatte ihren Streit ĂŒber die Ausgestaltung der Zuckersteuer am Dienstag beigelegt. Die Bundesregierung verstĂ€ndigte sich auf eine Formulierungshilfe fĂŒr die Regierungsfraktionen, die heute im Kabinett beschlossen werden soll. Rhein Ă€uĂerte sich, bevor die Einigung in der Koalition bekannt wurde.
Die Zuckersteuer soll nach den PlĂ€nen der Koalition ab dem 1. Juli 2027 erhoben werden. Der Kompromiss sieht eine zweistufige Steuer vor. Wie aus der Formulierungshilfe hervorgeht, die auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, soll ein Steuersatz von 26 Cent auf gesĂŒĂte GetrĂ€nke mit einem Zuckergehalt ab 5 Gramm pro 100 Milliliter gelten. Bei einem Zuckergehalt von 8 Gramm pro 100 Milliliter soll der Satz 32 Cent betragen. Zuerst hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) ĂŒber die Einigung berichtet.
Einnahmen von 690 Millionen Euro im nÀchsten Jahr erwartet
Mit der Zuckersteuer will Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) nicht nur Einnahmen fĂŒr den Bundeshaushalt generieren, sondern auch GetrĂ€nkeherstellern einen Anreiz geben, den Zuckergehalt zu senken und ihre Produkte gesĂŒnder zu machen. Das Kanzleramt hatte seine PlĂ€ne jedoch Anfang des Monats vorerst gestoppt. In Regierungskreisen hieĂ es, sein Entwurf weiche vom Vorschlag der Finanzkommission Gesundheit ab und sei in dieser Form in der Regierung nicht mehrheitsfĂ€hig.
Nach der jetzigen Einigung geht die Bundesregierung davon aus, dass die Steuer dem Bund 2027 rund 690 Millionen Euro einbringen wird, im Jahr 2028 dann 925 Millionen Euro. Laut RND soll die Steuer nicht fĂŒr Hersteller gelten, die weniger als eine Million Liter gezuckerte GetrĂ€nke pro Jahr produzieren.
Gegen die Steuer gab es bis zuletzt erhebliche WiderstÀnde. Vor wenigen Tagen hatten sich auch die neun Agrar- und Verbraucherschutzminister der Union aus den BundeslÀndern in einem Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) dagegen ausgesprochen. Eine Zuckersteuer setze auf staatliche Lenkung und belaste den Kauf bestimmter Lebensmittel unnötigerweise zusÀtzlich, kritisieren die Ressortchefs in dem Schreiben.
