Hitze, Arbeitsplatz

Hitze am Arbeitsplatz: DGB fordert Ausfallgeld für Millionen

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 04:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

DGB fordert gesetzliches Hitze-Ausfallgeld für Beschäftigte. Unternehmen setzen auf Multinorm-Kleidung und Spezialschuhe als Schutzmaßnahmen.

Hitzeschutz am Arbeitsplatz: DGB fordert Ausfallgeld und neue Technik
Bauarbeiter in professioneller Multinorm-Schutzkleidung auf einer Baustelle bei sonnigem Wetter. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Temperaturen steigen, die Belastung für Millionen Beschäftigte wächst. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert deshalb ein gesetzliches Hitze-Ausfallgeld. Gleichzeitig rüsten Unternehmen technologisch auf.

Die aktuellen Wetterprognosen des Deutschen Wetterdienstes sagen für diese Woche eine deutliche Wärmebelastung voraus – besonders in der Südhälfte Deutschlands. Im Norden drohen schwere Gewitter mit Sturmböen. Solche Extreme werden zum Dauerproblem für Arbeitgeber und Beschäftigte im Freien.

Gewerkschaften fordern finanzielle Absicherung

DGB-Chefin Yasmin Fahimi macht Druck: Sie fordert ein gesetzliches Hitze-Ausfallgeld. Eine Umfrage des Gewerkschaftsbundes untermauert die Dringlichkeit. Demnach fühlt sich bereits jeder dritte Beschäftigte durch Hitze am Arbeitsplatz belastet. Steht man unter Zeitdruck, steigt der Anteil auf 48 Prozent.

Die wirtschaftlichen Folgen sind enorm. Schätzungen zufolge verursacht jeder extreme Hitzetag Kosten von rund 431 Millionen Euro.

Dabei gibt es bereits klare Regeln. Die Technischen Regeln für Arbeitsstätten schreiben vor: Ab 26 Grad Raumtemperatur müssen Arbeitgeber eingreifen. Ab 30 Grad sind konkrete Maßnahmen zwingend. Übersteigt die Temperatur 35 Grad, gilt der Raum ohne zusätzliche Schutzvorkehrungen als ungeeignet für die Arbeit.

Empfohlen werden Verschattungen, kostenlose Getränke und eine Lockerung der Kleiderordnung. Letztere liegt jedoch im Ermessen des Arbeitgebers. Bestehen Gesundheitsgefahren durch notwendige Schutzkleidung, muss der Betrieb mit kürzeren Arbeitszeiten oder Kühlräumen reagieren. Einfach den Arbeitsplatz verlassen? Nur bei akuter Gesundheitsgefahr erlaubt.

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Multinorm-Kleidung: Hightech gegen Hitze und Strom

In Branchen mit hohen technischen Risiken reicht einfacher Hitzeschutz nicht aus. Die Pfalzwerke Netz AG stattet derzeit rund 250 Techniker mit einer neuen Multinorm-Kollektion aus. Diese Kleidung muss gleichzeitig gegen Störlichtbögen, Hitze, Flammen und elektrostatische Entladungen schützen.

Zertifiziert wird sie nach Industrienormen wie der EN ISO 11612 oder der IEC 61482-2. Die Spezialbekleidung ist für die Industriewäsche geeignet und wird etwa alle sieben Jahre ausgetauscht.

Noch spezieller wird es in der Elektronik- und Halbleiterfertigung. Der Berufsbekleidungsspezialist Kübler hat sein Portfolio um eine ESD-Linie erweitert. Diese Kleidung nutzt leitfähige Fasern, um elektrostatische Ladungen kontrolliert abzuleiten. Wichtig: Sie schützt Produkte, nicht den Träger vor elektrischen Spannungen.

Der Fuß als Schwachstelle: Schuhe mit System

Neben der Oberbekleidung bleibt der Fußschutz zentral. Experten unterscheiden zwischen klassischen Stahlkappenschuhen für Bau und Fertigung und metallfreien Verbundlösungen.

Stahlkappen bieten die höchste Schlagfestigkeit. Doch sie leiten Strom – ungeeignet für Bereiche mit elektrischen Gefahren. Hier kommen EH-zertifizierte isolierende oder SD-zertifizierte antistatische Sohlen zum Einsatz.

Damit Sicherheitsmerkmale wie Rutschfestigkeit und Wasserdichtigkeit erhalten bleiben, schreiben viele Betriebe verbindliche Austauschintervalle vor. Meist zwischen 12 und 24 Monaten.

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Staatliche Krisenübung: LÜKEX 26 simuliert Dürre

Das Thema hat längst die staatliche Ebene erreicht. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) bereitet für November 2026 die länderübergreifende Krisenmanagementübung LÜKEX 26 vor.

Das Szenario: eine extreme Dürre und Hitzewelle. Basis sind Erfahrungen aus dem Frühsommer 2026, als Temperaturen von bis zu 40 Grad gemessen wurden. Insgesamt 183 Organisationen beteiligen sich an der Übung.

Für spezielle Berufe wie die Imkerei gelten derweil andere Prioritäten. Hier stehen Belüftung durch mehrlagige Netzgewebe und helle Farben im Vordergrund. Auch bei Freizeitaktivitäten gewinnen Materialien mit UV-Schutzfaktor (UPF) und atmungsaktive Membranen an Bedeutung – wie sie in aktuellen Kollektionen für den Bergsport eingesetzt werden.

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