Hitzeschutz, Grad

Hitzeschutz ab 26 Grad: Schweiz fordert verbindliche Grenzwerte für Klassenzimmer

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 21:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Städte in Deutschland und Österreich treiben Hitzeschutzmaßnahmen voran, insbesondere an Schulen und Kitas. Investitionen fließen in Sonnenschutz, Entsiegelung und Frühwarnsysteme.

Hitzeschutz in Schulen: Kommunen investieren Millionen
Moderne Schulfassade mit Sonnenschutzvorrichtungen zur Hitzeregulierung an einem sonnigen Tag. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Kommunen in Deutschland und Österreich treiben den Hitzeschutz voran. Besonders Schulen und Kitas stehen im Zentrum der Maßnahmen.

Dresden investiert 1,3 Millionen in Schulen

Die Stadt Dresden nutzt die Sommerferien für ein großes Sanierungspaket. Rund 1,3 Millionen Euro fließen in zehn Schulen. Neben klassischen Instandhaltungsarbeiten stehen gezielte Hitzeschutzmaßnahmen auf dem Programm: Sonnenschutzfolien, Hitzeschutzverglasungen und Deckenventilatoren. Auch Außenbereiche erhalten Überdachungen und Pergolen.

Mainz setzt auf kurzfristige und langfristige Lösungen

In Mainz prüft die Stadtverwaltung gemeinsam mit Schulleitungen verschiedene Optionen. Oberbürgermeister Nino Haase kündigte an, dass kurzfristig Sonnenschutzfolien und optimierte Lüftungskonzepte umgesetzt werden sollen. Langfristig sind bauliche Veränderungen geplant. Die Entscheidung über hitzefreie Tage bleibt jedoch bei den Schulleitungen.

Köln plant Schule ohne Klimaanlage

Eine kontroverse Entscheidung fällt in Köln: Das neue Gymnasium Nippes, das 2031 eröffnen soll, wird keine aktive Kühlung erhalten. Die geplanten Mietkosten über 30 Jahre belaufen sich auf über 200 Millionen Euro. Die Stadt stützt sich auf ihre Energieleitlinien, die auf mechanische Belüftung, Dämmung und Verschattung setzen. Oberbürgermeisterin Henriette Reker-Burmester zeigt Verständnis für den Wunsch nach Klimatisierung, verweist aber auf die angespannte Haushaltslage. Vorrang bei Klimaanlagen haben derzeit Kindertagesstätten.

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Entsiegelung als Strategie

In Verden wird das Außengelände einer Kindertagesstätte für 1,1 Millionen Euro umgestaltet. Rund 1.500 Quadratmeter Asphalt weichen wasserdurchlässigen Belägen und Grünflächen. Ein System aus Mulden, Rigolen und Zisternen sichert künftig die Bewässerung.

Auch in Österreich gewinnt die strategische Stadtplanung an Bedeutung. Wiener Neustadt veröffentlichte im Juni einen Hitzeschutzplan. Die Stadt setzt auf 17 öffentliche Trinkbrunnen, kühle Räume in Kirchen und Bibliotheken sowie den Schutz von Kaltluftkorridoren. In Niederösterreich fordern die Grünen einen Sieben-Punkte-Plan für mehr Schatten und Entsiegelung. Die Landesregierung verweist auf bestehende Förderungen wie den Bodenbonus.

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Schweiz fordert verbindliche Grenzwerte

Der Schweizer Lehrerverband fordert seit Ende Mai bundesweit verbindliche Grenzwerte für Klassenzimmer. Ab 26 Grad Innentemperatur sollen Schutzmaßnahmen Pflicht werden. Messwerte aus dem Vorjahr belegten eine deutliche Überhitzung vieler Schulgebäude. Das Schulhaus Horgen investierte rund 500.000 Franken in Sanierungen gegen mangelnde Beschattung.

Frühwarnsysteme bewähren sich im Hitzefall

Wie wichtig funktionierende Warnsysteme sind, zeigt eine bilanz aus dem Kreis Groß-Gerau. Während einer ersten Hitzewelle mit über 40 Grad bewährte sich der regionale Hitzeaktionsplan. Warnmeldungen des Deutschen Wetterdienstes wurden gezielt weitergeleitet, eine dezentrale Koordinierungsstelle aktiviert. Die Zugriffszahlen auf das hauseigene Hitzeportal stiegen deutlich. Klärungsbedarf sehen die Behörden noch bei der Abwägung zwischen umfassendem Hitzeschutz und dem regulären Dienstbetrieb.

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