Hitzeschutz, Kliniken

Hitzeschutz in Kliniken: NRW führt Frühwarnsystem ab Wärmestufe 2 ein

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 20:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach 1.230 Hitzetoten im Juni führt NRW ein Frühwarnsystem für Krankenhäuser und Altenheime ein. 2,5 Milliarden Euro fließen in die Klimaanpassung.

NRW startet Hitzefrühwarnsystem für Kliniken und Pflegeheime
Modernes Krankenhausgebäude an einem sonnigen Sommertag mit schattenspendender Begrünung zur Klimaanpassung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann kündigt Schutzmaßnahmen nach Rekord-Hitzewelle an. Die Strategie umfasst auch ein neues Klimaanpassungsgesetz.

Krankenhäuser und Altenheime in Nordrhein-Westfalen bekommen ein Frühwarnsystem gegen extreme Hitze. Beim Erreichen der Wärmestufe 2 werden die Einrichtungen künftig gezielt angeschrieben und müssen ihre internen Hitzeaktionspläne aktivieren. Das gab Gesundheitsminister Laumann am heutigen Mittwoch bekannt.

Die Maßnahme kommt nicht zu früh: Ende Juni starben in NRW rund 1.230 Menschen an den Folgen einer Hitzewelle – vor allem in Privatwohnungen. Jetzt will das Land die stationären Einrichtungen besser schützen.

2,5 Milliarden Euro für die Klimaanpassung

Das Problem: Die meisten Krankenhäuser in NRW haben keine flächendeckenden Klimaanlagen. Seit 2021 fließt laut Ministerium aber bereits ein Drittel aller Krankenhausinvestitionen – rund 2,5 Milliarden Euro – in die Klimaanpassung. Zusätzlich stehen den Kliniken jährlich 700 Millionen Euro für eigene Maßnahmen zur Verfügung.

Ein ergänzendes Förderprogramm für die kommenden Jahre ist bereits in Planung. Die genauen Konditionen werden derzeit erarbeitet.

Gesetzesnovelle: Blau-grüne Infrastruktur im Fokus

Parallel zur Hitzevorsorge bereitet die Landesregierung eine Änderung des Klimaanpassungsgesetzes vor. Die Architektenkammer NRW fordert dabei eine Harmonisierung mit dem Bundesgesetz. Hauptgeschäftsführer Markus Lehrmann betont die nötige Verzahnung von Klimaschutz und Klimaanpassung – bei gleichzeitiger Wahrung der lokalen Planungshoheit.

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Ein zentrales Element der Strategie: die sogenannte blau-grüne Infrastruktur. Dazu gehören Entsiegelungsmaßnahmen und Gebäudebegrünung. Die Effekte sind beeindruckend: Während dunkle Dächer bis zu 65 Grad Celsius heiß werden, messen Gründächer maximal rund 29 Grad. Die Emschergenossenschaft und der Lippeverband fördern solche Projekte mit bis zu 10.000 Euro.

250.000 Euro extra für Obdachlose

Besonders gefährdet sind obdach- und wohnungslose Menschen. Für ihren Schutz stockt das Land die Mittel auf: Weitere 250.000 Euro fließen in Trinkwasserflaschen, Sonnenschutzmittel und Schutzkleidung. Damit stehen in diesem Jahr insgesamt 500.000 Euro für den Hitzeschutz dieser Gruppe bereit.

Auf kommunaler Ebene hilft künftig ein digitales Tool: Das Projekt „Klimaresiliente Region OWL“ entwickelt bis Ende 2028 einen Klimaspeicher. Gefördert von EU und NRW-Umweltministerium, soll er Kommunen in Ostwestfalen-Lippe helfen, Gefahren durch Starkregen und Hitze präziser zu bewerten.

Ernteeinbußen und neue Solarstrategie

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Die Hitzewelle 2026 hinterlässt auch in der Landwirtschaft Spuren. Die Getreideernte in NRW sinkt um etwa fünf Prozent – rund 100.000 Tonnen weniger als üblich. Viele Betriebe setzen deshalb auf Tröpfchenbewässerung und robustere Sorten.

Gleichzeitig treibt das Land die Energiewende voran: Seit gestern gibt es eine neue Koordinierungsstelle für Freiflächen-Photovoltaik. Sie berät Kommunen und Projektträger kostenfrei bei der Planung und Genehmigung von Solaranlagen – inklusive Agri-PV-Anlagen, die Landwirtschaft und Stromproduktion kombinieren.

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