Hitzeschutz, Union

Hitzeschutz: Union blockiert GrundgesetzÀnderung trotz 11.900 Toten

Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 09:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Union lehnt eine GrundgesetzĂ€nderung fĂŒr verbindlichen Hitzeschutz ab. StĂ€dtetag, GrĂŒne und SozialverbĂ€nde fordern hingegen dringend neue Regelungen, wĂ€hrend das RKI hohe Todeszahlen meldet.

Hitzeschutz im Grundgesetz: Union blockiert, StĂ€dtetag und GrĂŒne drĂ€ngen
Ein modernes RegierungsgebĂ€ude in Berlin bei sommerlicher Hitze mit flimmernder Luft ĂŒber dem Gehweg. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

In der politischen Debatte um die nationale Anpassung an steigende Temperaturen hat die Union Vorbehalten gegen eine Änderung des Grundgesetzes Ausdruck verliehen. GĂŒnter Krings (CDU) kritisierte das Vorhaben, verbindliche Hitzeschutzmaßnahmen in der Verfassung zu verankern. Nach EinschĂ€tzung der Unionsfraktion brĂ€chten neue Kompetenzen auf Bundesebene keinen unmittelbaren Vorteil fĂŒr den Klimaschutz. Damit positioniert sich die Opposition gegen PlĂ€ne aus dem Bundesumweltministerium, die fĂŒr die nahe Zukunft weitreichende strukturelle Anpassungen vorsehen.

Bundesumweltministerium plant Kompetenzausweitung fĂŒr den Bund

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) verfolgt das Ziel, das Grundgesetz zu Ă€ndern, um dem Bund eine klare Kompetenz im Bereich des Hitzeschutzes zu ĂŒbertragen. Ein entsprechender Vorschlag soll nach Ministeriumsangaben im zweiten Halbjahr 2026 vorgelegt werden. Schneider strebt an, Hitzeschutz rechtlich als Gemeinschaftsaufgabe zu definieren. Hintergrund dieser Initiative sind unter anderem die wirtschaftlichen Folgen eines unzureichenden Klimaschutzes. Nach Angaben des Ministers verursache ein Mangel an entsprechenden Maßnahmen Kosten in Höhe von etwa 500 Millionen Euro pro Tag.

UnterstĂŒtzung erhĂ€lt das Vorhaben von den GrĂŒnen. Fraktionschefin Katharina Dröge sprach sich fĂŒr die Initiative zur GrundgesetzĂ€nderung aus. Auch der GrĂŒnen-Vorsitzende Felix Banaszak befĂŒrwortet die Forderung des StĂ€dtetags, den Hitzeschutz als Gemeinschaftsaufgabe verfassungsrechtlich festzuschreiben. Er kritisierte in diesem Zusammenhang eine mangelnde Einsicht innerhalb der Bundesregierung. Die Linke prĂŒft derzeit eine UnterstĂŒtzung der PlĂ€ne, fordert jedoch die Vorlage konkreter Maßnahmen durch die Koalition.

Politische HĂŒrden und Widerstand der Opposition

Trotz der Ambitionen des Umweltministeriums ist die Umsetzung der VerfassungsĂ€nderung ungewiss. Kanzler Friedrich Merz reagierte zögerlich auf die PlĂ€ne. GĂŒnter Krings warnte zudem davor, dass eine solche Änderung die Kompetenzen der BundeslĂ€nder aushöhlen könnte. Da fĂŒr eine Änderung des Grundgesetzes eine Zwei-Drittel-Mehrheit sowohl im Bundestag als auch im Bundesrat erforderlich ist, ist die Regierungskoalition zwingend auf die Stimmen der Opposition angewiesen.

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WĂ€hrend die Union die GrundgesetzĂ€nderung blockiert, steigt die Zahl der Hitzetoten – das RKI schĂ€tzt 11.900 bis Juli 2026. Kommunen und Pflegeheime mĂŒssen jetzt handeln, bevor die nĂ€chste Hitzewelle kommt. Dieser Leitfaden liefert konkrete Checklisten und Fördermittel-Tipps. Jetzt kostenlosen Hitzeschutz-Leitfaden anfordern

Obwohl der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD eine PrĂŒfung einer GrundgesetzĂ€nderung fĂŒr den Hitzeschutz vorsieht, scheinen die Positionen derzeit weit auseinanderzuliegen. WĂ€hrend die BefĂŒrworter auf eine Zentralisierung der Kompetenzen setzen, betont die Union die bestehende Aufgabenverteilung zwischen Bund und LĂ€ndern.

Kommunen und SozialverbÀnde mahnen dringendes Handeln an

Druck fĂŒr eine Neuregelung kommt insbesondere von kommunaler Ebene und von SozialverbĂ€nden. Der PrĂ€sident des Deutschen StĂ€dtetages, Burkhard Jung, forderte die Verankerung der Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz. Er wies darauf hin, dass die Kommunen jĂ€hrlich ein Gesamtdefizit von ĂŒber 30 Milliarden Euro verzeichnen, was die Stimmung in den RathĂ€usern als extrem angespannt beschreibe.

Der Sozialverband VdK fordert unterdessen verbindliche Standards fĂŒr den Hitzeschutz. Dazu gehörten die Einrichtung von KĂŒhlrĂ€umen, die EinfĂŒhrung von Hitzeregistern sowie ein verstĂ€rkter Schutz vor Energiearmut. Insbesondere Pflegeheime und KrankenhĂ€user mĂŒssten baulich besser geschĂŒtzt werden. Auch die Caritas schloss sich den Forderungen nach mehr Klimaschutz an und plĂ€dierte fĂŒr eine Aufnahme entsprechender Regelungen in die SozialgesetzbĂŒcher.

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RKI registriert hohe Zahl an hitzebedingten TodesfÀllen

Die Notwendigkeit verstĂ€rkter Schutzmaßnahmen wird durch aktuelle Erhebungen des Robert Koch-Instituts (RKI) unterstrichen. Das Institut schĂ€tzt die Zahl der Hitzetoten bis Ende Juli 2026 auf etwa 11.900 Personen. Dies entspricht einer Inzidenz von 14 SterbefĂ€llen pro 100.000 Einwohnern. In einem weiteren Bericht grenzt das RKI die Zahl der hitzebedingten TodesfĂ€lle bis zum 26. Juli 2026 auf einen Bereich zwischen 10.700 und 13.100 Personen ein. Mit einer Inzidenz von 11,5 pro 100.000 liegt dieser Wert deutlich ĂŒber dem Vergleichswert aus Frankreich, der mit 3,9 angegeben wird.

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