Hitzetage, Mio

Hitzetage kosten Wirtschaft 431 Mio. Euro: DGUV warnt vor Unfallrisiken

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 12:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Extreme Hitze verursacht in Deutschland tÀglich 431 Millionen Euro Schaden. ArbeitsunfÀlle steigen um 8 Prozent, WegeunfÀlle sogar um 17 Prozent.

Hitzetage kosten Deutschland 431 Millionen Euro pro Tag
Ein Bauarbeiter wischt sich bei extremer Hitze den Schweiß von der Stirn auf einer sonnendurchfluteten Baustelle. Illustration mit AI erstellt.

Die wirtschaftlichen Folgen extremer Hitze in Deutschland rĂŒcken zunehmend in den Fokus der Arbeitsmarktpolitik. Wie aktuelle Berechnungen des Prognos-Instituts im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums zeigen, verursacht ein einziger Hitzetag mit Temperaturen von ĂŒber 30 Grad Kosten in Höhe von 431 Millionen Euro fĂŒr die deutsche Volkswirtschaft.

Die am Mittwoch durch die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) thematisierten Daten verdeutlichen, dass neben direkten ProduktivitĂ€tsverlusten auch die Risiken fĂŒr die Sicherheit am Arbeitsplatz bei hohen Temperaturen massiv ansteigen.

Signifikanter Anstieg der Unfallzahlen bei hohen Temperaturen

Ein wesentlicher Faktor fĂŒr die wirtschaftliche Belastung ist die Zunahme von UnfĂ€llen. Stefan Fasshauer, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer der DGUV, wies darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit fĂŒr ArbeitsunfĂ€lle bei Temperaturen ab 30 Grad deutlich zunimmt.

Den vorliegenden Analysen zufolge ereignen sich an solchen Tagen rund 8 Prozent mehr ArbeitsunfÀlle als bei moderaten Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad. Noch deutlicher fÀllt der Anstieg bei den WegeunfÀllen aus: Hier wurde eine Zunahme von 17 Prozent verzeichnet.

Diese Entwicklung wird maßgeblich auf die physische und psychische Belastung durch extreme WĂ€rmeeinwirkung zurĂŒckgefĂŒhrt, die Konzentration und ReaktionsfĂ€higkeit der BeschĂ€ftigten beeintrĂ€chtigen kann. Die zugrunde liegenden Daten zur Korrelation von Hitze und Unfallgeschehen stĂŒtzen sich unter anderem auf Erkenntnisse des Berichts „Lancet Countdown on Health and Climate Change“.

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Millionen von verlorenen Arbeitsstunden

ZusĂ€tzlich zu den Unfallrisiken belastet der direkte Ausfall von Arbeitszeit die wirtschaftliche Bilanz. Den Daten des Lancet Countdown zufolge gingen allein im Jahr 2023 in Deutschland rund 37 Millionen Arbeitsstunden hitzebedingt verloren. Dies betrifft insbesondere Branchen, in denen TĂ€tigkeiten im Freien oder in nicht klimatisierten Werkhallen verrichtet werden mĂŒssen.

Die Hitze fĂŒhrt dazu, dass Arbeitsprozesse verlangsamt werden, zusĂ€tzliche Pausen notwendig sind oder TĂ€tigkeiten aus SicherheitsgrĂŒnden ganz eingestellt werden mĂŒssen.

Die Relevanz dieser Zahlen nimmt vor dem Hintergrund der klimatischen Entwicklung stetig zu. Seit den 1950er-Jahren hat sich die Anzahl der heißen Tage in Deutschland, an denen das Thermometer die Marke von 30 Grad erreicht oder ĂŒberschreitet, in etwa verdreifacht. Damit wĂ€chst der Zeitraum, in dem Unternehmen mit entsprechenden ProduktivitĂ€tseinbußen und Sicherheitsrisiken konfrontiert sind.

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Langfristige klimatische Auswirkungen auf die Infrastruktur

Neben der unmittelbaren Belastung der Arbeitswelt zeigen auch andere Umweltfaktoren die VerschÀrfung der Hitzeproblematik. Im Jahr 2025 verbrannten in Deutschland insgesamt 2.626 Hektar Wald.

Diese FlÀche entspricht etwa dem Dreifachen des langjÀhrigen Durchschnitts und unterstreicht die zunehmende Trockenheit und Hitzebelastung, die auch Auswirkungen auf die allgemeine Infrastruktur und angrenzende Wirtschaftszweige wie die Forst- und Landwirtschaft hat.

Die nun veröffentlichten Zahlen unterstreichen die Notwendigkeit fĂŒr Unternehmen und Behörden, verstĂ€rkt in prĂ€ventive Maßnahmen zum Hitzeschutz zu investieren. Experten der Unfallversicherung raten dazu, Arbeitszeiten flexibler zu gestalten und technische Anpassungen am Arbeitsplatz vorzunehmen, um die ökonomischen und gesundheitlichen Folgen der steigenden Zahl an Hitzetagen abzufedern.

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