Hitzewelle, Grad

Hitzewelle: 41,7 Grad und Rettungsdienste am Kollaps

28.06.2026 - 23:44:17 | boerse-global.de

Neuer deutscher Hitzerekord von 41,7 Grad belastet Rettungskräfte massiv. Städte richten Notlazarette ein und rufen Ausnahmezustand aus.

Hitzewelle in Deutschland: Rekordtemperaturen und Rettungsdienste am Limit
Hitzewelle - Erschöpfte Sanitäter kümmern sich bei extremer Hitze um einen Patienten auf einer überfüllten deutschen Stadtstraße. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

In mehreren Bundesländern wurden neue Temperaturrekorde gemessen, die Einsatzzahlen stiegen auf historische Höchststände. Katastrophenschutz-Einheiten mussten mobilisiert werden, vielerorts entstanden zusätzliche Versorgungsstrukturen.

41,7 Grad: Neuer deutscher Hitzerekord

Der Deutsche Wetterdienst verzeichnete am heutigen Sonntag in Neißemünde (Brandenburg) mit 41,7 Grad einen neuen deutschen Temperaturrekord. Zuvor war in Möckern-Drewitz bereits ein Wert von 41,5 Grad gemessen worden. In Hessen erreichte das Thermometer am Samstag in Bad Nauheim 41,3 Grad, nachdem bereits am Vortag in Frankfurt 40,3 Grad registriert worden waren.

Begleitet wurde die Lage durch tropische Nächte – die Temperaturen sanken nicht unter 20 Grad. In Kubschütz wurde mit 29,4 Grad die wärmste Nacht seit Aufzeichnungsbeginn gemeldet.

Die Folgen für die Rettungskräfte sind dramatisch. In Dresden verzeichnete der Rettungsdienst am Samstag mit 318 Einsätzen einen Jahresrekord, die Leitstelle musste mit Zusatzpersonal verstärkt werden. In Karlsruhe stiegen die täglichen Einsatzzahlen auf rund 750 – eine Verdopplung des üblichen Volumens. Auch in Nordrhein-Westfalen berichteten Großstädte wie Dortmund und Essen von massiven Zuwächsen auf bis zu 700 beziehungsweise 440 Einsätze pro Tag.

Notlazarett in Köln, Ausnahmezustand in Stuttgart

Um den Kollaps der medizinischen Infrastruktur zu verhindern, griffen mehrere Städte zu außergewöhnlichen Maßnahmen. In Köln wurde am Sonntag ein Notlazarett auf dem Messegelände eingerichtet. Busse der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) unterstützten den Transport von Patienten, die keine akute Notfallbehandlung benötigten.

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Stuttgart rief am Samstagabend eine „Außergewöhnliche Einsatzlage“ (AEL) aus. Die Zahl der Feuerwehreinsätze hatte sich seit Wochenmitte auf etwa 50 pro Tag verdoppelt. Im Saarland trat am Sonntag ein Krisenstab im Innenministerium zusammen. Nach elf Tagen Hitzewarnung stieß der Rettungsdienst dort an seine Belastungsgrenze – zusätzliche Krankenwagen des Katastrophenschutzes wurden angefordert, um die reguläre Flotte von 52 Fahrzeugen zu ergänzen.

Auch in Wiesbaden und Wuppertal mussten Hilfsorganisationen und benachbarte Landkreise zusätzliche Rettungsmittel besetzen, um das Einsatzaufkommen zu bewältigen.

Lebensgefahr in überhitzten Wohnungen

Die Rettungskräfte wurden primär mit Kreislaufkollaps, Schwindel und Dehydrierung konfrontiert. Besonders kritisch war die Lage in überhitzten Wohnräumen. In Köln rettete die Feuerwehr am Samstag sieben Männer im Alter zwischen 40 und 60 Jahren, die trotz fehlender Vorerkrankungen bewusstlos in ihren Wohnungen aufgefunden wurden. Die Patienten wiesen Körpertemperaturen von über 42 Grad auf – eine Person musste reanimiert werden.

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Neben den medizinischen Notfällen stieg auch die Brandgefahr signifikant. In Stuttgart wurden seit dem vergangenen Mittwoch 25 Vegetationsbrände gemeldet. Brandmeldeanlagen lösten aufgrund von Raumtemperaturen von bis zu 80 Grad Fehlalarme aus. In Wiesbaden registrierte die Feuerwehr innerhalb von zwölf Stunden am Sonntag sieben Brände sowie vier Reanimationen.

Behörden appellieren an Bevölkerung

Feuerwehren und Rettungsdienste appellierten landesweit an die Bevölkerung, körperliche Anstrengungen zu vermeiden, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen und die pralle Sonne zu meiden. Zudem wurde dazu aufgerufen, verstärkt auf Senioren und Nachbarn zu achten. Seit Freitag wurden mindestens zehn Badetote im Zusammenhang mit der Hitzewelle gemeldet.

Für die Nacht zum Montag wird eine leichte Abkühlung erwartet. Der Deutsche Wetterdienst prognostiziert sinkende Temperaturen zwischen 24 und 29 Grad, begleitet von möglichen Gewittern. Eine vollständige Entspannung der Einsatzlage wird jedoch erst mit dem nachhaltigen Rückgang der Extremtemperaturen erwartet.

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