Hitzewellen treiben Krankenstand: +10,8% bei 7 Tagen Hitze
Veröffentlicht: 11.06.2026 um 13:40 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Besonders Schulen und Unternehmen leiden unter den AusfÀllen.
Ein aktueller Bericht der GeschĂ€ftsprĂŒfungskommission (GPK) in Basel zeigt: Die krankheitsbedingten AusfĂ€lle unter LehrkrĂ€ften sind seit 2020 um 27 Prozent gestiegen. FĂŒr Stellvertretungen an Volksschulen gab der Kanton 2024 rund 14,8 Millionen Franken aus â fast doppelt so viel wie 2018.
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Hitze in Klassenzimmern und ĂŒberlastete Lehrer
Die GPK kritisiert zudem den mangelhaften Hitzeschutz in SchulgebĂ€uden. Der Verband der Lehrpersonen sieht eine generelle Ăberlastung der BeschĂ€ftigten als Ursache. Das Erziehungsdepartement hat eine Umfrage gestartet, Ergebnisse sollen bis Ende des Jahres vorliegen. Erste MaĂnahmen sind fĂŒr 2027 geplant.
Trotz Rekord-Anmeldezahlen an pĂ€dagogischen Hochschulen fĂŒr das Herbstsemester warnen VerbĂ€nde vor verfrĂŒhtem Optimismus. Ein signifikanter Teil der Berufseinsteiger verlĂ€sst das Feld innerhalb der ersten fĂŒnf Jahre wieder.
PrÀsentismus: Teurer als Fehlen
Neben den Fehlzeiten belastet PrĂ€sentismus die Wirtschaft massiv. Laut Harvard Business Review verursacht das Arbeiten trotz Krankheit in US-Unternehmen jĂ€hrliche Kosten von rund 150 Milliarden Dollar. In Deutschland ĂŒbersteigen die Kosten durch eingeschrĂ€nkte LeistungsfĂ€higkeit am Arbeitsplatz sogar die durch vollstĂ€ndige Fehlzeiten.
Psychische Erkrankungen sind zur hĂ€ufigsten Ursache fĂŒr Langzeiterkrankungen geworden â das zeigen Daten der Techniker Krankenkasse von 2023. Experten raten zur PrĂ€vention durch Bewegung: Bereits 150 Minuten Sport pro Woche senken das Risiko fĂŒr Depressionen deutlich.
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Hitzewellen treiben Krankenstand
Der Klimawandel wird zum Gesundheitsrisiko fĂŒr BeschĂ€ftigte. Eine Studie des Potsdam-Instituts fĂŒr Klimafolgenforschung wertete Daten von 9,7 Millionen AOK-Versicherten aus (2007 bis 2020). Ergebnis: An Tagen ĂŒber 30 Grad steigen die Krankmeldungen um 3,5 Prozent. HĂ€lt eine Hitzewelle sieben Tage an, erhöht sich die Quote um 10,8 Prozent.
Besonders betroffen sind Transport, Logistik, Fertigung und der Bausektor. Eine dreitÀgige Hitzewelle verursacht laut Studie allein durch Lohnfortzahlung Zusatzkosten von rund 32 Millionen Euro.
Milliardenloch in der Krankenversicherung
Die steigenden Gesundheitsausgaben belasten auch das deutsche Gesundheitssystem. Das Defizit der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) soll 2027 laut Prognosen des Bundesgesundheitsministeriums bei 18,8 Milliarden Euro liegen â deutlich mehr als erwartet.
Gestern demonstrierten in Hannover mehr als 8.000 Menschen gegen das geplante Sparpaket von Gesundheitsministerin Nina Warken. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sieht zwar Entlastungen vor, lĂ€sst aber eine FinanzierungslĂŒcke von 2,5 Milliarden Euro offen. Kliniken warnen vor ErlöskĂŒrzungen und drohenden Insolvenzen. Bereits von 2023 bis 2025 meldeten 90 Klinikenn mit insgesamt 39.000 BeschĂ€ftigten Insolvenz an. Der Bundestag berĂ€t morgen ĂŒber das Spargesetz.
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