Produktion/Absatz, Konjunktur

AmCham: US-Unternehmen sehen Standort Deutschland mit Sorge

30.11.2023 - 06:14:05 | dpa.de

Hohe Energiekosten, viel BĂŒrokratie und schleppende Digitalisierung: US-Unternehmen sehen die Bundesrepublik nach EinschĂ€tzung der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland (AmCham Germany) zunehmend kritisch.

Die Bewertung des Standorts habe sich im Jahresvergleich etwas verschlechtert, sagte AmCham-PrĂ€sidentin Simone Menne der Deutschen Presse-Agentur vor einer transatlantischen Wirtschaftskonferenz am Donnerstag in Frankfurt. "Und fĂŒr das kommende Jahr wird keine Verbesserung erwartet."

"Ich sehe keinen Niedergang des Standorts Deutschland und auch keine Deindustrialisierung", sagte Menne. "Aber wir fallen derzeit zurĂŒck, und das macht allen Sorgen, auch unseren transatlantischen Partnern, die große Erwartungen an die grĂ¶ĂŸte Industrienation Europas haben."

US-Firmen betrachteten Deutschland als einen der wichtigsten und attraktivsten Investitionsstandorte, sagte Menne. Die Unternehmen sĂ€hen die GrĂ¶ĂŸe des Absatzmarktes und die bisher hohe politische StabilitĂ€t mit Abstand als wichtigste StĂ€rken hierzulande. Die grĂ¶ĂŸten 50 US-Firmen, darunter ExxonMobil US30231G1022, Amazon US0231351067 und Ford US3453708600, hĂ€tten ihren Umsatz 2022 hierzulande um zehn Prozent gesteigert. Konzerne wie der Chiphersteller Intel US4581401001 in Magdeburg und der Pharmariese Eli Lilly in Alzey investieren Milliarden in neue Werke.

Doch die Unternehmen erwarteten "zuallererst und mit großem Abstand Erfolge beim Abbau von BĂŒrokratie und Überregulierung", betonte Menne. "Den vielen AbsichtserklĂ€rungen dazu mĂŒssen zeitnah Taten folgen." Weitere Chancen lĂ€gen in einer deutlichen Beschleunigung der digitalen Transformation und schnelleren Verwaltungsentscheidungen. Zudem seien die Energiepreise in Deutschland schon seit Jahren im "internationalen Vergleich zu hoch und nicht wettbewerbsfĂ€hig".

USA locken mit milliardenschweren Subventionen

Amerika hat fĂŒr deutsche Unternehmen an AttraktivitĂ€t gewonnen, auch weil die US-Regierung mit dem Inflation Reduction Act (IRA) ein Subventionsprogramm in dreistelliger Milliardenhöhe aufgelegt hat. Viele deutsche Konzerne, aber auch MittelstĂ€ndler bauen ihr US-GeschĂ€ft aus. Die 50 grĂ¶ĂŸten deutschen Firmen in den USA haben nach AmCham-Daten ihren Jahresumsatz um mehr als 20 Prozent gesteigert und beschĂ€ftigten rund 612 000 Menschen.

"Die USA sind fĂŒr deutsche Unternehmen aktuell und strategisch einer der wichtigsten Investitionsstandorte", sagte Menne - nicht nur wegen des IRA, sondern auch wegen des großen Binnenmarkts, niedriger Energiepreise und der InnovationsstĂ€rke der Vereinigten Staaten.

Die AmCham Germany setzt sich fĂŒr die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den USA und Deutschland ein. Auf der transatlantischen Konferenz am Donnerstag werden Vertreter aus Politik und Wirtschaft erwartet.

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