Homeoffice, Angebot

Homeoffice: 56 Prozent der Unternehmen haben das Angebot eingeschränkt

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 02:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
56 Prozent der befragten Betriebe haben Heimarbeit seit der Pandemie reduziert; rund 35 Prozent planen weitere Einschränkungen.
Ein leerer, modern gestalteter Großraumbüro-Bereich mit leeren Schreibtischen und Stühlen in einer ruhigen Arbeitsumgebung. Illustration mit AI erstellt.

In der deutschen Wirtschaft verliert die Arbeit aus den eigenen vier Wänden zunehmend an Boden. Mehr als die Hälfte der Betriebe hat die Möglichkeiten für mobiles Arbeiten seit dem Höchststand während der Corona-Pandemie vor fünf Jahren wieder zurückgefahren.

Zu diesem Ergebnis kommt eine telefonische Erhebung des Digitalverbands Bitkom unter 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland, die in den Kalenderwochen 35 bis 39 des Jahres 2026 durchgeführt wurde.

Deutlicher Trend zu mehr Büropräsenz

Laut den am 5. November 2026 veröffentlichten Umfragedaten des Bitkom haben 56 Prozent der befragten Betriebe das Homeoffice im Vergleich zur Pandemiezeit eingeschränkt. Konkret reduzierten 39 Prozent das Angebot, während 17 Prozent die Heimarbeit vollständig abschafften. Bei 29 Prozent der Arbeitgeber blieben die Regelungen unverändert, und lediglich 14 Prozent führten Homeoffice neu ein oder weiteten es aus.

Aktuell ermöglichen 54 Prozent der erfassten Betriebe mobiles Arbeiten, obwohl 77 Prozent angeben, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit grundsätzlich remote-fähigen Tätigkeiten zu beschäftigen. Bitkom-Chef Bernhard Rohleder ordnete die Entwicklung so ein, dass dieser Rückgang kaum überrasche, da das Arbeiten zu Hause während der Pandemie vorgeschrieben war; die Entwicklung sei daher als Normalisierung zu werten.

Für die kommenden zwei Jahre deutet sich eine Fortsetzung dieser Ausrichtung an. Rund 35 Prozent der Unternehmen planen laut Bitkom, ihre Homeoffice-Regeln weiter zu reduzieren, und 3 Prozent wollen sie ganz streichen. Während 55 Prozent an den bestehenden Vorgaben festhalten möchten, fassen lediglich 3 Prozent eine Ausweitung ins Auge.

Große Betriebe setzen eher auf flexible Absprachen

Die konkrete Ausgestaltung des mobilen Arbeitens unterscheidet sich der Erhebung zufolge stark nach Unternehmensgröße. Flexible Modelle ohne feste Präsenztage nutzen insgesamt 29 Prozent der Firmen.

Bei kleineren Unternehmen mit 20 bis 99 Beschäftigten liegt dieser Anteil bei 28 Prozent, steigt bei Betrieben mit 100 bis 499 Mitarbeitenden auf 34 Prozent und erreicht in Unternehmen ab 500 Beschäftigten 41 Prozent.

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Feste Vorgaben dominieren jedoch in der Breite: 20 Prozent der Unternehmen erlauben einen Heimarbeitstag pro Woche, 17 Prozent mehrere Tage und 3 Prozent seltener als einmal wöchentlich.

Die Vor- und Nachteile werden von den Unternehmen differenziert wahrgenommen. Als positive Aspekte verbuchen 71 Prozent eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Zudem betonen 63 Prozent, dass es ohne Homeoffice-Angebote schwieriger sei, geeignetes Personal zu finden.

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Eine höhere Produktivität stellen hingegen nur 39 Prozent fest. Auf der Kehrseite beklagen 65 Prozent der Arbeitgeber einen schwindenden Zusammenhalt im Team und 60 Prozent Probleme bei der betrieblichen Integration neuer Beschäftigter.

Paralleler Trend bei Großkonzernen und im Arbeitsmarkt

Die Umfrage deckt sich mit jüngsten Schritten von Großunternehmen und Daten von Stellenbörsen. So teilte der Autobauer Mercedes-Benz seinen Beschäftigten in Deutschland per E-Mail mit, dass im Büro tätige Personen künftig an vier Tagen pro Woche vor Ort arbeiten sollen.

Eine Vereinbarung aus dem Jahr 2016 hatte zuvor bis zu fünf Tage mobiles Arbeiten pro Woche erlaubt. Der Konzern, der intern von einer Anwesenheitsquote von 50 Prozent berichtete, verspricht sich davon Produktivitätsgewinne.

Auch die italienische Großbank UniCredit hat für direkte Mitarbeitende von Vorstandschef Andrea Orcel das Homeoffice mit sofortiger Wirkung gestrichen; ab Januar soll die Anwesenheitspflicht laut Gewerkschaftsangaben auf die Belegschaft ausgeweitet werden.

Daten des Jobvermittlers Indeed zeigen für den deutschen Markt eine ähnliche Tendenz: Im dritten Quartal 2026 sank der Anteil an Homeoffice in Inseraten für remote-fähige Bürojobs um 1,6 Prozent auf 34,2 Prozent.

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