Homeoffice-Boom, Schweiz

Homeoffice-Boom in der Schweiz: +12,7% seit Jahresbeginn

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 03:48 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Schweizer Stellenanzeigen mit Remote-Option steigen auf Rekordniveau. Deutschland verliert im europÀischen Vergleich an Dynamik bei Homeoffice-Jobs.

Schweizer Homeoffice-Angebot erreicht neuen Höchststand
Ein modernes Homeoffice mit Laptop, der eine aufsteigende Grafik anzeigt, und einem Blick auf eine Stadtkulisse durch ein Fenster. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Seit Jahresbeginn verzeichnet das Land das stĂ€rkste Wachstum in Europa und ĂŒberholt Deutschland bei der Dynamik des Remote-Angebots.

Wachstum von 12,7 Prozent

Laut Daten des Jobportals Indeed stieg der Anteil der Stelleninserate mit Homeoffice-Möglichkeit seit Januar um 12,7 Prozent. Inzwischen bietet knapp jede siebte ausgeschriebene Stelle (rund 14,3 Prozent) die Option zum ortsunabhÀngigen Arbeiten. Das ist der höchste gemessene Wert seit 2019.

Im europĂ€ischen Vergleich fĂ€llt die Entwicklung besonders auf. WĂ€hrend Belgien (+7,4 Prozent) und Italien (+6,1 Prozent) ebenfalls ZuwĂ€chse melden, sinkt der Anteil in anderen LĂ€ndern. Deutschland verzeichnet ein Minus von 1,5 Prozent, Großbritannien von 4,3 Prozent und die Niederlande von 5,1 Prozent. Den stĂ€rksten RĂŒckgang gibt es in Schweden mit 13,5 Prozent.

Branchen mit gegensÀtzlichen Trends

Die Entwicklung verteilt sich ungleich auf die Wirtschaftssektoren. Im Bereich BĂŒro und Verwaltung stiegen die Homeoffice-Inserate um satte 64 Prozent. Auch der Maschinenbau (+55 Prozent) und die Bank- und Finanzbranche (+50,1 Prozent) setzen verstĂ€rkt auf Remote-Modelle.

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Ganz anders sieht es in anderen Sektoren aus. Im Bereich Daten und Analytics sank der Anteil um 21,6 Prozent. Auch Sicherheit (-18,1 Prozent), Rechtswesen (-15,7 Prozent), Softwareentwicklung (-3,8 Prozent) und IT-Systeme (-4,9 Prozent) bieten seltener mobiles Arbeiten an als zu Jahresbeginn.

Stabile Lage bei offenen Stellen

Der Trend zu mehr Homeoffice spielt sich auf einem insgesamt verhaltenen Arbeitsmarkt ab. Die Adecco Group meldet fĂŒr das zweite Quartal 2026 einen RĂŒckgang der offenen Stellen um 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Im Jahresvergleich blieb das Niveau mit minus 0,2 Prozent nahezu stabil.

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Gestiegen ist der Personalbedarf vor allem in der Gesundheit (+17 Prozent) sowie in Handwerk und Industrie (+12 Prozent). Deutlich weniger gesucht werden FachkrÀfte in den Naturwissenschaften (-18 Prozent) und im kaufmÀnnischen Bereich (-13 Prozent).

Die Arbeitslosenquote lag im Mai 2026 bei 3 Prozent – ein Anstieg um 0,3 Prozentpunkte. Experten der Adecco Group und der UniversitĂ€t ZĂŒrich sprechen von einer stabilisierten, aber abwartenden Haltung auf dem Schweizer Arbeitsmarkt.

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