Hotellerie-Kollektivvertrag, BeschÀftigte

Hotellerie-Kollektivvertrag: 250.000 BeschÀftigte erhalten 3,02% mehr

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 21:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach langen Verhandlungen steht der neue KV fĂŒr 250.000 BeschĂ€ftigte. Er sieht Lohnsteigerungen von 3,02 Prozent und PrĂ€mienzahlungen vor.

Hotellerie und Gastronomie: Neuer Kollektivvertrag bringt 3,02 Prozent mehr Lohn
Ein Koch bereitet in der KĂŒche eines modernen Hotels konzentriert Speisen zu. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Am 18. August 2026 haben sich Arbeitgebervertreter und die Gewerkschaft Vida auf einen neuen Kollektivvertrag fĂŒr die rund 250.000 BeschĂ€ftigten in der österreichischen Hotellerie und Gastronomie geeinigt. Die neue Vereinbarung tritt am 1. Oktober 2026 in Kraft und beendet eine monatelange Phase schwieriger Verhandlungen und öffentlicher Proteste.

Lohnsteigerungen und zusÀtzliche PrÀmienzahlungen

Kern der Einigung ist eine durchschnittliche Erhöhung der Löhne und GehĂ€lter um 3,02 %. Dabei wurden fĂŒr bestimmte BeschĂ€ftigtengruppen ĂŒberdurchschnittliche ZuwĂ€chse vereinbart. So steigen die Einkommen der Lehrlinge um 3,44 %, wĂ€hrend in der Lohngruppe 5 ein Plus von 3,48 % erzielt wurde. Die Gewerkschaft Vida betonte in diesem Zusammenhang, dass insbesondere fĂŒr Lehrlinge und Geringverdiener Nachbesserungen erreicht werden konnten.

ZusĂ€tzlich zur prozentualen Anpassung sieht der neue Kollektivvertrag die Auszahlung einer fixen PrĂ€mie vor. Laut vorliegenden Informationen kann diese PrĂ€mie eine Höhe von bis zu 275 Euro erreichen. DarĂŒber hinaus wurde die Möglichkeit einer zusĂ€tzlichen, freiwilligen und steuerfreien PrĂ€mie zwischen den Verhandlungspartnern vereinbart.

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Kritik der Gewerkschaft und langwierige Verhandlungen

Trotz der erzielten Einigung bezeichnete die Gewerkschaft Vida das Ergebnis als keinen Triumph. Die Arbeitnehmervertreter ĂŒbten deutliche Kritik an den ursprĂŒnglichen Angeboten der Arbeitgeberseite sowie an der allgemeinen Arbeitsmarktpolitik.

Nach Angaben der Gewerkschaft waren massive Proteste notwendig, um die Arbeitgeber zurĂŒck an den Verhandlungstisch zu bewegen. Im Zuge der Auseinandersetzung forderte die Vida zudem einen Zuzugsstopp am Arbeitsmarkt.

Der Weg zum jetzigen Abschluss war von erheblichen Spannungen geprĂ€gt. Vor der Einigung am 18. August 2026 waren bereits vier Verhandlungsrunden ohne Ergebnis geblieben. Ende Juni wurden die GesprĂ€che sogar vorĂŒbergehend abgebrochen, bevor die Verhandlungen nun im SpĂ€tsommer wieder aufgenommen und erfolgreich abgeschlossen werden konnten.

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Positionierung der Arbeitgeberseite

Die Arbeitgebervertreter bewerten den nun vorliegenden Abschluss hingegen als fair. Sie verwiesen im Rahmen der Verhandlungen auf die Lohnentwicklung der vergangenen Jahre. Demnach seien die Löhne im Zeitraum von 2021 bis 2025 um insgesamt 27,1 % gestiegen, wĂ€hrend die Inflation im gleichen Zeitraum bei 23,8 % gelegen habe. Dies entspreche einem deutlichen Reallohngewinn fĂŒr die BeschĂ€ftigten der Branche.

Besonders hervorgehoben wurde von Arbeitgeberseite die Entwicklung bei den NachwuchskrĂ€ften. Die Lehrlingseinkommen seien laut Arbeitgeberangaben in dem genannten Zeitraum um 35 % angehoben worden. Mit dem neuen Abschluss ab Oktober 2026 setzt sich dieser Trend der ĂŒberproportionalen Erhöhungen fĂŒr Auszubildende fort.

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