Hubtex, Fulda

Hubtex in Fulda: Sechster Gesundheitstag setzt auf Rückenwind für die Psyche

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 07:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Beim sechsten Gesundheitstag verband Hubtex psychische Prävention mit praktischen Analysen zu Haltung, Stress und Bewegung.
Helle und aufgeräumte Industriehalle mit modernen Arbeitsplätzen und natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Am 27. Oktober 2026 hat der Spezialmaschinenhersteller Hubtex an seinem Standort in Fulda seinen sechsten Gesundheitstag veranstaltet. Die betriebliche Aktion stand unter dem Leitthema „Rückenwind für die Psyche“ und rückte sowohl die mentale Gesundheit als auch die körperliche Entlastung am Arbeitsplatz in den Mittelpunkt.

Gemeinsam mit Krankenkassen, Präventionsexperten und regionalen Partnern bot das Unternehmen seinen Beschäftigten praxisnahe Analysen und Übungen für den Arbeitsalltag.

Digitale Methoden und individuelle Checks vor Ort

Das Programm umfasste ein breites Spektrum an praktischen Stationen, die von externen Kooperationspartnern betreut wurden. Dazu zählten die AOK Hessen, die Barmer, das Zentrum für ambulante Rehabilitation Fulda (ZAR), der Arbeitsschutz- und Werkzeugdienstleister Wemag, die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) sowie die Stiftung Antonius, die für die Verpflegung sorgte.

Im Mittelpunkt standen Verfahren zur Stress- und Haltungsanalyse. So ermöglichte die AOK Hessen den Teilnehmenden eine KI-gestützte Haltungsanalyse sowie einen speziellen Schlafparcours mit Virtual-Reality-Brillen. Zudem konnten die Beschäftigten ihren individuellen Stresstyp bestimmen lassen. Das ZAR Fulda bot einen Workshop zur sogenannten Zehn-Satz-Methode an und informierte über das Präventionsprogramm RV Fit.

Ergänzend dazu setzte die BGHM Messstationen für UV-Checks, Hautfeuchtemessungen und eine digitale Wirbelsäulenkamera ein. Wemag präsentierte eine KI-basierte Fußvermessung zur Anpassung von Sicherheitsschuhen, während die Barmer mit einer Station für Fußballdart sportliche Bewegungsimpulse setzte.

Anzeige

Wer sich mit der Analyse von Belastungen am Arbeitsplatz befasst, muss neben körperlichen Faktoren auch die gesetzlichen Dokumentationspflichten im Blick behalten. Dieser kostenlose Report liefert bewährte Hilfsmittel, die in der Praxis und vor Behörden standhalten. Warum erfahrene Sifas bei der Gefährdungsbeurteilung auf diese Vorlagen schwören

Psychische Belastungen rücken europaweit in den Fokus

Die betriebliche Initiative bei Hubtex reiht sich in eine europaweit wachsende Aufmerksamkeit für seelische Belastungen in der Arbeitswelt ein. Nach Erhebungen der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) stellen der Umgang mit schwierigen Kunden, Patienten oder Schülern, starker Zeitdruck sowie Kommunikationsprobleme wesentliche psychosoziale Gefährdungen dar.

Bei einer europäischen Unternehmenserhebung gaben 56 Prozent der Befragten den Kontakt mit schwierigen Personengruppen als Belastung an, 43 Prozent nannten Zeitdruck und 19 Prozent eine unzureichende Kommunikation oder Zusammenarbeit.

Laut der Befragung Puls BHP aus dem Jahr 2025 berichten 37 Prozent der Erwerbstätigen von allgemeiner Erschöpfung sowie 29 Prozent von Stress, Angstgefühlen oder depressiven Verstimmungen.

Vor diesem Hintergrund rief die ungarische Regierung am 27. Oktober 2026 im Rahmen einer dreijährigen EU-OSHA-Kampagne das nationale Projekt für mentale Gesundheit am Arbeitsplatz ins Leben. Nesztinger Péter, Leiter der dortigen Arbeitsinspektionsabteilung, warnte dabei, dass Burnout, Depressionen und Angstzustände das Risiko von Betriebsunfällen, Fehlzeiten und Personalfluktuation nachweislich erhöhen.

Anzeige

Psychische Belastungen zu erkennen, bevor Kollegen langfristig ausfallen, ist eine zentrale Aufgabe moderner Prävention. Kostenlose Muster-Vorlagen helfen Verantwortlichen dabei, Überlastungen frühzeitig zu dokumentieren und rechtssicher zu handeln. Sifa-Profis setzen auf diese Excel-Vorlage zur Gefährdungsbeurteilung

Betriebliche Gesundheitsförderung gewinnt an Reichweite

Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, investieren Betriebe und Sozialversicherungsträger verstärkt in präventive Maßnahmen. Die AOK Bayern teilte am 30. Oktober 2026 mit, dass sie im Jahr 2025 mit Präventionsangeboten rund 1,35 Millionen Menschen erreicht und 41,8 Millionen Euro in gesundheitsfördernde Maßnahmen investiert hat. In der Betrieblichen Gesundheitsförderung sind dort mittlerweile 82 Prozent der Programme digital oder hybrid nutzbar.

Auch Produktionsbetriebe passen ihre Strukturen an. So hat das metallverarbeitende Unternehmen Bikar Metalle am Standort Raumland im September 2026 eine fest angestellte Gesundheitstrainerin verpflichtet.

Das Angebot reicht von kurzen Einzeltrainings über Bewegungseinheiten vor der Frühschicht bis hin zu Fitnesskursen nach Dienstende, um gezielt auf Schichtarbeitszeiten einzugehen und krankheitsbedingten Fehlzeiten sowie dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Disclaimer...
de | wirtschaft | 70437681 |