IAV-Restrukturierung, VW-Tochter

IAV-Restrukturierung: VW-Tochter streicht 2000 Stellen bis 2027

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 23:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

VW-Tochter IAV baut 40 Prozent der Stellen ab und sichert Beschäftigung bis Ende 2028. IG Metall kritisiert Insolvenzdrohung des Managements.

IAV: 2000 Stellenstreichungen und Zukunftstarifvertrag bis 2028
Modernes Büro eines Ingenieurdienstleisters in der Automobilbranche mit Fokus auf industrielle Transformation. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Ingenieurdienstleister IAV, an dem die Volkswagen AG zu 50 Prozent beteiligt ist, steht vor einem tiefgreifenden Personalabbau. Das Unternehmen hat sich mit der Gewerkschaft IG Metall auf ein Restrukturierungspaket geeinigt, das den Wegfall von rund 2000 Arbeitsplätzen vorsieht. Während die Vereinbarung Beschäftigungssicherungen bis Ende 2028 enthält, wird die Verhandlungsführung des Managements von Arbeitnehmervertretern scharf kritisiert.

Personalreduzierung um 40 Prozent bis Ende 2027

Die Pläne der IAV sehen eine deutliche Verkleinerung der Belegschaft vor. Ziel ist es, die Zahl der Mitarbeiter bis zum Ende des Jahres 2027 auf 2970 Beschäftigte zu reduzieren. Dies entspricht einem Rückgang der Belegschaft um etwa 40 Prozent. Der Abbau soll nach Unternehmensangaben und Vereinbarungen mit der Gewerkschaft über ein Freiwilligenprogramm realisiert werden.

Diese Maßnahme ist Teil einer umfassenden Neuausrichtung, die das Unternehmen angesichts der Herausforderungen in der Automobilbranche stabilisieren soll. Die IAV gilt als einer der wichtigsten Entwicklungspartner für die deutsche Automobilindustrie, spürt jedoch den Transformationsdruck und veränderte Auftragslagen deutlich.

Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen und Schonfrist

Trotz des massiven Stellenabbaus konnten die Verhandlungspartner Eckpunkte zur sozialen Absicherung der verbleibenden Belegschaft festlegen. In einem neu geschlossenen Zukunftstarifvertrag wurde vereinbart, dass betriebsbedingte Kündigungen bis zum 31. Dezember 2028 ausgeschlossen sind. Damit erhalten die verbleibenden Mitarbeiter eine Sicherheit für einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren über den geplanten Abschluss des Stellenabbaus hinaus.

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Branchenexperten bewerten diese Übereinkunft als eine Art Schonfrist, die den Beschäftigten vorerst Stabilität garantiert, während das Unternehmen die angestrebte Zielgröße von 2970 Mitarbeitern anvisiert. Der Fokus liegt nun darauf, den Personalabbau durch Fluktuation und Abfindungsangebote im Rahmen des Freiwilligenprogramms so sozialverträglich wie möglich zu gestalten.

Standortverlagerungen und Vorwurf der Insolvenzdrohung

Die Restrukturierung betrifft nicht nur die Anzahl der Köpfe, sondern auch die geografische Verteilung der Arbeitsplätze. Der Standort Berlin wird im Zuge der Maßnahmen verkleinert. Ein Teil der dort ansässigen Aufgaben und Stellen soll nach Gifhorn verlagert werden, um Kapazitäten zu bündeln und die Effizienz zu steigern.

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Die Verhandlungen über diesen radikalen Kurs waren von erheblichen Spannungen geprägt. Die IG Metall erhob nach Abschluss der Gespräche schwere Vorwürfe gegen die Unternehmensführung der IAV. Die Gewerkschaft gab an, dass das Management während der Verhandlungen mit einer drohenden Insolvenz operiert habe, um Zugeständnisse bei der Restrukturierung zu erwirken. Dieser Vorwurf der Insolvenzdrohung unterstreicht die schwierige wirtschaftliche Lage, in der sich die VW-Tochter offensichtlich befindet, und die Härte, mit der um den neuen Zukunftstarifvertrag gerungen wurde.

Durch die nun getroffene Einigung ist der Rahmen für die kommenden Jahre gesteckt. Die Herausforderung für die IAV wird darin bestehen, trotz der massiven Verkleinerung ihre technologische Kompetenz als Entwicklungsdienstleister zu erhalten und die Transformation hin zu neuen Antriebstechnologien und digitalisierten Fahrzeugarchitekturen erfolgreich fortzusetzen.

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