IAV-Tarifvertrag: Kündigungsschutz bis 2028 bei 2.000 Stellenabbau
Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 07:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Automobilentwickler IAV hat am 7. August 2026 eine wegweisende Einigung mit der Gewerkschaft IG Metall über die künftige Ausrichtung des Unternehmens erzielt. Der neu geschlossene Zukunftstarifvertrag sieht eine tiefgreifende Restrukturierung der Belegschaft vor, sichert jedoch gleichzeitig den Fortbestand aller Standorte sowie die Beschäftigung für die verbleibenden Mitarbeiter ab. Zentrales Element der Vereinbarung ist der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren.
Umfangreiche Reduzierung der Belegschaft bis 2027
Ein wesentlicher Teil der getroffenen Vereinbarung betrifft den Abbau von Arbeitsplätzen. Wie das Unternehmen und die Gewerkschaft am 7. August 2026 mitteilten, wird die Zahl der Beschäftigten bei IAV deutlich sinken. Bis zum Ende des Jahres 2027 ist vorgesehen, die Gesamtbelegschaft von derzeit rund 5.000 auf 2.970 Personen zu reduzieren. Dies entspricht einem Wegfall von über 2.000 Stellen.
Der geplante Stellenabbau soll nach offiziellen Angaben nicht durch einseitige Entlassungen, sondern über Freiwilligenprogramme realisiert werden. Ziel ist es, die personelle Anpassung sozialverträglich zu gestalten und individuelle Lösungen für ausscheidende Mitarbeiter zu finden. Diese Maßnahme ist Teil einer umfassenden Strategie, um das Unternehmen wirtschaftlich stabil aufzustellen und an die sich wandelnden Bedingungen im Automobilsektor anzupassen.
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Erhalt der Standorte und neue Schwerpunktsetzung
Trotz des massiven Personalabbaus enthält der Zukunftstarifvertrag die Zusage, sämtliche Standorte des Unternehmens zu erhalten. Im Zuge der Neuaufstellung werden die einzelnen Niederlassungen jedoch stärker spezialisiert und erhalten klare Funktionszuweisungen. Berlin soll demnach zu einem zentralen IT-Hub ausgebaut werden. Für diesen Standort ist eine Zielgröße von 1.250 Beschäftigten vorgesehen.
Der Standort Gifhorn wird künftig als spezialisiertes Entwicklungszentrum fungieren. Auch die Niederlassung in Stollberg bleibt erhalten; hier sieht die Planung eine Belegschaftsstärke von 800 Mitarbeitern vor. Mit dieser geografischen und inhaltlichen Neuausrichtung reagiert IAV auf den steigenden Bedarf an Software-Kompetenz und spezialisierten Entwicklungsleistungen innerhalb der Branche. Die Fokussierung auf unterschiedliche Kompetenzzentren soll die Effizienz steigern und die Wettbewerbsfähigkeit des Entwicklungsdienstleisters sichern.
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Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2028
Um der verbleibenden Belegschaft während der Transformationsphase Planungssicherheit zu geben, wurde im Rahmen des Zukunftstarifvertrags ein weitgehender Kündigungsschutz vereinbart. Betriebsbedingte Kündigungen sind demnach bis zum Ende des Jahres 2028 ausgeschlossen. Diese Zusage gilt als zentrales Zugeständnis an die Arbeitnehmerseite und soll die Akzeptanz der notwendigen Umbaumaßnahmen erhöhen.
Die Verhandlungsergebnisse vom 7. August 2026 markieren einen Wendepunkt für IAV. Während das Unternehmen durch die Reduzierung der Mitarbeiterzahl und die Standortsicherung versucht, seine Kostenstruktur zu optimieren, bietet die Einigung mit der IG Metall einen verlässlichen Rahmen für die kommenden Jahre. Die Transformation zum IT-orientierten Dienstleister steht dabei im Zentrum der langfristigen Strategie, um in einem zunehmend digitalisierten Automobilmarkt bestehen zu können.
