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ICE-Handschuhe G.L.O.V.E.: USA rüsten Einsatzkräfte mit Elektroschocks aus

Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 10:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

US-Behörde ICE will für 20 Mio. Dollar Elektroschock-Handschuhe beschaffen. Bürgerrechtler kritisieren das Vorhaben scharf.

ICE plant Elektroschock-Handschuhe: Deeskalation oder Risiko?
Nahaufnahme von taktischen Einsatzhandschuhen auf einem Holztisch in einer professionellen Büroumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die US-Einwanderungsbehörde Immigration and Customs Enforcement (ICE) bereitet die Einführung neuer Einsatzmittel für ihre Sicherheitskräfte vor. Im Zentrum der geplanten Beschaffung stehen Elektroschock-Handschuhe, die unter der Bezeichnung G.L.O.V.E. (Generated Low Output Voltage Emitter) geführt werden. Die Behörde rahmt die Anschaffung dieser Geräte als Maßnahme zur Deeskalation bei Einsätzen ein.

Investitionsvolumen und Zeitplan der Beschaffung

Für die Ausstattung ihrer Einheiten plant die ICE ein Budget im Bereich von 10 bis 20 Millionen US-Dollar ein, was umgerechnet etwa 8,7 bis 17,3 Millionen Euro entspricht. Mit diesen Mitteln sollen Tausende der Elektroschock-Handschuhe erworben werden. Der Prozess für die Beschaffung soll nach aktuellen Planungen bis Ende März 2027 abgeschlossen sein.

Die neuen Geräte sind für den Einsatz in zwei spezifischen Unterorganisationen der Behörde vorgesehen: die Homeland Security Investigations (HSI) sowie die Enforcement and Removal Operations (ERO). Letztere ist primär für Abschiebungen und den Vollzug von Einwanderungsrecht zuständig.

Funktionsweise und Anforderungen an das Personal

Hergestellt werden die G.L.O.V.E.-Systeme von dem Unternehmen Compliant Technologies mit Sitz in Kentucky. Die Handschuhe sind so konzipiert, dass sie bei direktem Körperkontakt einen elektrischen Schlag abgeben. Dieser soll innerhalb von weniger als drei Sekunden Schmerzreize auslösen, um Personen zu kontrollieren.

Die Nutzung der Technologie ist an strikte Voraussetzungen geknüpft. Einsatzkräfte müssen vorab einen speziellen Lehrgang absolvieren. Zudem ist eine regelmäßige Rezertifizierung im Abstand von zwei Jahren vorgeschrieben, um die fortlaufende Befähigung im Umgang mit den Geräten sicherzustellen. Der Hersteller selbst gibt deutliche Einschränkungen für die Anwendung vor: So wird vor einem Einsatz der Handschuhe bei Kindern, Schwangeren sowie älteren Menschen gewarnt.

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Kritik von Bürgerrechtlern und politischen Vertretern

Das Vorhaben stößt auf erheblichen Widerstand bei Bürgerrechtsorganisationen und Politikern. Die American Civil Liberties Union (ACLU) warnt vor den Gefahren dieser Ausrüstung. Jenn Rolnick Borchetta von der ACLU wies darauf hin, dass die ICE bereits im vergangenen Jahr eine Tendenz zum zu schnellen Einsatz von Gewalt gezeigt habe. Die Handschuhe könnten laut der Organisation dazu führen, dass Stromstöße unauffällig und ohne vorherige Warnung für die Betroffenen verabreicht werden. Die ACLU bezeichnete die Anschaffung zudem als ein Risiko für die öffentliche Sicherheit.

Eric King von der ACLU Kentucky äußerte zudem Bedenken hinsichtlich einer mangelnden Transparenz und fehlender Rechenschaftspflichten bei der Einführung solcher Technologien. Auch aus den Reihen der Demokraten kommt scharfe Kritik. So bezeichneten die Gouverneurin von New York, Kathy Hochul, und die Generalstaatsanwältin Letitia James die geplante Anschaffung als willkürlich sowie sachlich nicht gerechtfertigt. Sie sehen darin einen möglichen Verstoß gegen geltende Gesetze und die Verfassung.

Kontext der Sicherheitslage bei der ICE

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Die Diskussion um neue Einsatzmittel fällt in eine Zeit, in der die Behörde bereits unter Beobachtung steht. Im laufenden Fiskaljahr 2026 wurden bisher 34 Todesfälle in ICE-Haft registriert. Zudem kam es erst im vergangenen Monat zu Vorfällen, bei denen zwei Männer von ICE-Beamten erschossen wurden.

Ein Sprecher des US-Heimatschutzministeriums (DHS) verteidigte die geplanten Handschuhe hingegen als notwendige Werkzeuge, um Festnahmen sicherer zu gestalten. Die Beschaffung der Elektroschock-Geräte folgt auf andere Modernisierungspläne der Behörde; so war bereits Mitte Juli die Anschaffung von Bodycams für die Einsatzkräfte angekündigt worden.

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