Ifo-BeschÀftigungsbarometer steigt im Oktober auf 95,5 Punkte
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 08:09 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBeschÀftigung bleibt branchenabhÀngig
- Das Ifo-Barometer stieg im Oktober von 95,1 auf 95,5 Punkte.
- In der Autoindustrie sind weitere Stellenstreichungen geplant.
- Zuletzt plante die Industrie Anfang 2023 mit mehr Personal.
Ifo sieht vorsichtigere AbbauplÀne
Die Unternehmen in Deutschland wollen nach EinschÀtzung des Ifo-Instituts insgesamt etwas weniger Stellen abbauen. Das BeschÀftigungsbarometer stieg im Oktober auf 95,5 Punkte, nach 95,1 Punkten im September.
Industrie bleibt unter Druck
âDie Unternehmen werden beim Stellenabbau etwas vorsichtiger. FĂŒr einen breiten BeschĂ€ftigungsaufbau fehlt dem Aufschwung aber noch die StĂ€rkeâ, sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen.
In der Industrie verschlechterte sich die Lage gegenĂŒber September leicht. Die Unternehmen planten weiterhin mit weniger Personal. Vor allem in der Autoindustrie sollen weitere Stellen abgebaut werden.
Elektronik plant mehr Einstellungen
Bei Herstellern von DatenverarbeitungsgerÀten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen sind dagegen mehr Neueinstellungen vorgesehen. Zuletzt plante die Industrie Anfang 2023 mit einem Personalaufbau.
Dienstleister setzen auf BeschÀftigungszuwachs
Dienstleistungsunternehmen wollen dem Ifo zufolge eher Stellen aufbauen. Auch Leiharbeitsfirmen blicken angesichts der verbesserten Konjunkturaussichten zuversichtlicher auf die BeschÀftigung.
Im Handel planen die Unternehmen unverÀndert mit weniger Personal. Auch im Baugewerbe zeichnet sich ein leichter Stellenabbau ab.
Ăkonomen erwarten mehr Wachstum
Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hatte sich zuletzt den Angaben zufolge den sechsten Monat in Folge verbessert. Die Bundesregierung rechnet fĂŒr das laufende Jahr mit einem Wachstum der deutschen Wirtschaft von 1,3 Prozent, das Ifo-Institut mit 1,4 Prozent.
Damit könnte die jahrelange Flaute enden. 2025 legte das Bruttoinlandsprodukt lediglich um 0,2 Prozent zu, in den beiden Jahren davor schrumpfte die deutsche Wirtschaft.
Das Ifo-BeschĂ€ftigungsbarometer beschreibt die PersonalplĂ€ne der Unternehmen und ist kein MaĂ fĂŒr bereits erfolgte Entlassungen oder Einstellungen. Der leichte Anstieg auf 95,5 Punkte signalisiert daher vor allem, dass die Firmen ihre AbbauplĂ€ne etwas zurĂŒcknehmen. FĂŒr einen breiten BeschĂ€ftigungsaufbau reicht die Dynamik laut Ifo jedoch noch nicht aus.
Die Entwicklung passt zu einem gemischten Konjunkturbild. Das Ifo-GeschĂ€ftsklima stieg im Oktober den sechsten Monat in Folge auf 90,2 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit dem FrĂŒhjahr 2023. Zugleich blieben die EinschĂ€tzungen zur aktuellen Lage schwĂ€cher als die Erwartungen. Die Erholung wird damit vor allem von vorsichtig besseren Aussichten getragen.
Branchen entwickeln sich unterschiedlich
Besonders relevant ist der Gegensatz zwischen Industrie und Dienstleistungssektor. WĂ€hrend die Industrie weiter Personal abbauen will, planen Dienstleister eher Neueinstellungen. In der Autoindustrie steht der Strukturwandel weiterhin fĂŒr BeschĂ€ftigungsrisiken; IT-nahe Bereiche profitieren dagegen von der Nachfrage nach digitalen Anwendungen und Rechenzentren.
FĂŒr BeschĂ€ftigte bedeutet die Meldung deshalb keine Entwarnung. Die Bundesregierung erwartet 2026 ein Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent, das Ifo 1,4 Prozent. Ob daraus dauerhaft mehr Jobs entstehen, hĂ€ngt davon ab, ob die bessere Auftragslage in Investitionen und tatsĂ€chliche Produktion ĂŒbersetzt wird. Hohe Energiepreise, schwache Standortbedingungen und die angespannte Lage im Bau bleiben Belastungen.
