Evonik: Vassiliadis schließt Führungsjob bei RAG-Stiftung aus
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 18:39 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSVassiliadis grenzt sich von Stiftungsposten ab
- Michael Vassiliadis schließt eine künftige Führungsfunktion bei der RAG-Stiftung kategorisch aus.
- Die Stiftung hält rund 44 Prozent an Evonik und finanziert mit Erträgen die Ewigkeitsaufgaben des Steinkohlebergbaus.
- Vassiliadis nimmt nach eigenen Angaben nicht an BASF-Beratungen über Evonik teil und erhält dazu keine Unterlagen.
Vassiliadis weist Spekulationen über Stiftungsposten zurück
IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis schließt eine künftige Führungsfunktion bei der RAG-Stiftung kategorisch aus. Gleichzeitig kritisiert er, dass die Stiftung ihre wichtige Beteiligung am Chemiekonzern Evonik bislang nicht aktiv genug unterstütze.
Gewerkschaft fordert mehr Engagement
Die RAG-Stiftung hält rund 44 Prozent an Evonik und finanziert mit den Erträgen ihres Vermögens die Ewigkeitsaufgaben des Steinkohlebergbaus. Vassiliadis sagte, die Stiftung nutze zwar die Evonik-Dividenden zur Finanzierung dieser Verpflichtungen, habe sich aber bislang nicht aktiv an Investitionen in ihre wichtigste Beteiligung gemacht.
Missverständnis über Evonik-Finanzierung geklärt
Zu seinen zuvor geäußerten Aussagen über angebliche Finanzierungsthemen bei Evonik erklärte Vassiliadis, er habe keine Schwierigkeiten des Konzerns bei Banken oder am Kapitalmarkt gemeint. Er habe vielmehr die Möglichkeit eines BASF-Deals mit der Situation verglichen, in der Evonik weiterhin mit der Stiftung als Ankeraktionärin arbeite.
Das Missverständnis sei inzwischen mit Evonik geklärt. Über einen möglichen Zusammenschluss mit BASF gebe es dennoch viele offene Punkte, sagte der IG-BCE-Chef.
Standorte und Beschäftigte im Mittelpunkt
Vassiliadis verwies insbesondere auf die Sicherung der Standorte und die Zukunft der Beschäftigten. Es reiche der Gewerkschaft nicht, dass BASF nach einem Zusammenschluss lediglich größer sei.
Vassiliadis nimmt nicht an BASF-Beratungen teil
Vassiliadis sitzt im BASF-Aufsichtsrat, nimmt nach eigenen Angaben aber nicht an Beratungen über Evonik teil. Wenn das Thema bei BASF behandelt werde, verlasse er den Raum; außerdem erhalte er keine Unterlagen und sei von den Details eines möglichen Deals abgeschnitten.
Die Entscheidung von Michael Vassiliadis beendet Spekulationen über eine mögliche spätere Führungsrolle des IG-BCE-Chefs bei der RAG-Stiftung. Im Zentrum steht damit nicht ein personeller Wechsel, sondern das Verhältnis zwischen Gewerkschaft, Stiftung und Evonik.
Die RAG-Stiftung verbindet zwei Aufgaben: Sie verwaltet eine große Beteiligung an Evonik und soll zugleich die langfristigen Folgekosten des deutschen Steinkohlebergbaus finanzieren. Für die IG BCE ist deshalb entscheidend, ob die Stiftung ihre Stellung als Ankeraktionärin auch nutzt, um die industrielle Entwicklung des Chemiekonzerns zu unterstützen.
Evonik und mögliche BASF-Annäherung
Die Debatte über einen möglichen Zusammenschluss mit BASF verschiebt den Fokus zusätzlich auf Standorte, Arbeitsplätze und Investitionsentscheidungen. Vassiliadis’ Hinweis auf offene Fragen zeigt, dass eine größere Unternehmensstruktur aus Gewerkschaftssicht allein kein ausreichendes Ziel wäre.
Seine Rolle im BASF-Aufsichtsrat schafft dabei eine besondere Interessenkonstellation. Nach seiner Darstellung nimmt er an Beratungen über Evonik nicht teil und erhält dazu keine Unterlagen. Für Beschäftigte und die beteiligten Unternehmen bleibt damit vor allem offen, wie ein möglicher Deal industriepolitisch und sozial abgesichert werden könnte.
