ILO-Abkommen: Plattformarbeiter erhalten erste globale Schutzregeln
15.06.2026 - 05:31:36 | boerse-global.de
Die Nachfrage ist enorm – und die Politik liefert den Stoff gleich mit.
Angesichts der Flut an neuen Fachbüchern und gesetzlichen Änderungen ist es für Arbeitnehmervertreter entscheidend, den Überblick über ihre grundlegenden Rechte zu behalten. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen praxisnah, wie Sie das Herzstück der Mitbestimmung gemäß § 87 BetrVG rechtssicher in Ihrem Betrieb durchsetzen. Das Herzstück der Mitbestimmung jetzt kostenlos sichern
Standardwerke in neuer Auflage
Der Klassiker unter den Kommentaren kommt in die 33. Runde: „Fitting/Trebinger“ ist ab sofort für 139 Euro erhältlich. Doch damit nicht genug. Auch die 18. Auflage von „Richardi“ (199 Euro) und der 13. Streich des „GK-BetrVG“ (399 Euro) stehen in den Regalen.
Hinzu kommen frische Ausgaben von „Däubler, Klebe und Wedde“ (20. Auflage, 129 Euro) sowie „Klebe/Ratayczak“ (24. Auflage, 54 Euro). Für Personalräte gibt es „Altvater/Baden“ (12. Auflage, 198 Euro) und „Oberthür/Seitz“ (4. Auflage, 129 Euro). Die Dichte an Neuauflagen zeigt: Betriebsräte und Juristen brauchen rechtssichere Antworten – und zwar schnell.
Wenn Betriebsverfassung auf Insolvenz trifft
Am 10. Juni erschien der dritte Band des Münchener Kommentars zur Insolvenzordnung. Das Werk hat über 2.100 Seiten und behandelt unter anderem das Insolvenzsteuerrecht sowie die Paragrafen 217 bis 359 der InsO.
Die 5. Auflage berücksichtigt gleich mehrere große Gesetzesreformen: das Sanierungs- und Insolvenzrechtsfortentwicklungsgesetz (SanInsFoG), das Personengesellschaftsrechtsmodernisierungsgesetz (MoPeG) und das Kreditmarktförderungsgesetz. Gerade in Sanierungsprozessen wird die Schnittstelle zwischen Mitbestimmungsrechten und Insolvenzrecht immer relevanter.
Reformgipfel zeigt die Fronten
Die Politik liefert den Hintergrund für den Literaturboom. Beim Reformgipfel im Kanzleramt am 10. Juni prallten die Positionen hart aufeinander. Die Arbeitnehmerseite forderte ein Recht auf Vollzeit und die Abschaffung sachgrundloser Befristungen. Die Arbeitgeberverbände konterten mit Forderungen nach flexiblerem Kündigungsschutz und Rentenreformen.
Während auf politischer Ebene hart um Reformen gerungen wird, müssen Betriebsräte im Alltag bereits jetzt rechtssichere Vereinbarungen treffen. Nutzen Sie diesen Gratis-Leitfaden mit erprobten Mustern und Checklisten, um das Beste für Ihre Belegschaft herauszuholen und Ihre Verhandlungsposition dauerhaft zu stärken. Kostenlose Muster-Betriebsvereinbarung hier herunterladen
ILO einigt sich auf Regeln für Plattformarbeit
International gab es am 12. Juni einen Durchbruch: Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) verabschiedete in Genf ein Abkommen für Plattformarbeiter. Mit 406 Stimmen beschloss man Regeln zur Algorithmenkontrolle und Arbeitssicherheit. Eine verbindliche Beschäftigungsvermutung fehlt allerdings.
Solche globalen Standards brauchen Zeit, bis sie in der deutschen Rechtsauslegung ankommen. Der Bedarf an aktueller Kommentierung steigt dadurch weiter.
Demokratie als Standortfaktor
Eine Ende Mai durchgeführte Umfrage unter über 500 Führungskräften zeigt: 78 Prozent sehen einen direkten Zusammenhang zwischen demokratischer Stabilität und wirtschaftlichem Erfolg. Mehr als 60 Prozent bewerten Parteien mit Demokratiedefiziten als Risiko für die Wirtschaft.
Trotz der hohen Nachfrage nach Fachliteratur zeigt sich bei Präsenzveranstaltungen eine gewisse Zurückhaltung. Ein für Mitte Juni in Dresden geplantes Wochenseminar zur betrieblichen Altersversorgung wurde mangels Nachfrage abgesagt. Offenbar setzen Fachkräfte vermehrt auf Print und Online – oder verlagern ihre Weiterbildung in den Spätsommer. Ersatztermine in Kassel und Dortmund sind bereits angekündigt.
