WDH, VerbÀnde

WDH: VerbÀnde warnen vor steigenden Fleischpreisen durch EU-Zölle

19.03.2025 - 16:52:11 | dpa.de

(Im 6. Absatz, 5. Satz wurde die Firmenbezeichnung korrigiert.

(Im 6. Absatz, 5. Satz wurde die Firmenbezeichnung korrigiert. Der Fleischkonzern Tönnies heißt seit Anfang des Jahres Premium Food Group.)

BONN (dpa-AFX) - Der Handelskonflikt zwischen EU und USA könnte sich auch auf die Fleischpreise in Deutschland auswirken. Hintergrund sind die möglichen Zölle auf amerikanische Sojabohnen, die hierzulande in verarbeiteter Form als Viehfutter zum Einsatz kommen. "Es kann sein, dass Fleisch dadurch teurer wird", sagte der GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Deutschen Verbands Tiernahrung, Hermann-Josef Baaken. Zuvor hatte das "Handelsblatt" berichtet.

Die USA sind grĂ¶ĂŸter Lieferant von Sojabohnen nach Deutschland. Von den 3,7 Millionen Tonnen, die 2024 importiert wurden, stammen zwei Drittel von dort. Das zeigen Zahlen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI). Ein großer Teil wird zu Sojaschrot verarbeitet. Dies ist laut Baaken wichtiger Bestandteil von Futtermittel fĂŒr Schweine, GeflĂŒgel und Rinder und wegen des hohen Proteingehaltes unverzichtbar. Nur: Weder in Deutschland noch in der EU werden ausreichend große Mengen erzeugt.

Der Verband der Fleischwirtschaft (VDF) erwartet ebenfalls, dass die Beschaffungskosten fĂŒr Soja durch EU-Strafzölle steigen wĂŒrden. Und in der Folge auch die Kosten der Tierhalter und die Preise fĂŒr tierische Produkte. HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Steffen Reiter sagte: "Wie hoch Preissteigerungen ausfallen könnten, kann derzeit nicht abgeschĂ€tzt werden." Die Höhe der Zölle stehe bisher nicht fest, zudem sei unklar, ob und mit welchen Mengen andere LieferlĂ€nder die US-Importe ersetzen könnten.

"So viele Sojabohnen wie noch nie"

Als Reaktion auf die in Kraft getretenen US-Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte hatte die EU kĂŒrzlich Gegenmaßnahmen fĂŒr amerikanische Produkte angekĂŒndigt. So sollen ab April in einem ersten Schritt wieder neue Zölle unter anderem auf die Einfuhr von Whiskey, Jeans, MotorrĂ€der und Erdnussbutter, fĂ€llig werden. Weitere EU-Extrazölle könnten Mitte April folgen und aus den USA importierte Agrarprodukte wie Soja treffen.

Laut AMI-Marktexpertin Nadja Pooh ist das globale Soja-Angebot zurzeit groß. "So viele Sojabohnen wie aktuell hatten wir noch nie." Andere wichtige LieferlĂ€nder waren zuletzt Brasilien und die Ukraine. Der Deutsche Bauernverband hĂ€lt es fĂŒr denkbar, auf andere Bezugsquellen auszuweichen. GeneralsekretĂ€r Bernhard KrĂŒsken erwartet durch die Zölle dennoch Auswirkungen auf die Preise.

Ähnlich Ă€ußerte sich der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels. "Zölle wirken sich zulasten der Verbraucher aus. Das ist gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten schlecht", sagte GeschĂ€ftsfĂŒhrer Philipp Hennerkes. Der Lebensmittelkonzern Premium Food Group, zu der auch die Schlachthöfe von Tönnies gehören, verwies auf Anfrage auf den Branchenverband VDF.

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