Deutschland, Bau

Baugenehmigungen steigen stark - Iran-Krieg dÀmpft Hoffnung

18.05.2026 - 09:06:34 | dpa.de

Im Wohnungsbau mehren sich die Anzeichen fĂŒr Besserung. Die Baugenehmigungen steigen im ersten Quartal krĂ€ftig. Mit dem Iran-Krieg wachsen aber die Belastungen fĂŒr Bauherren.

  • Die Baugenehmigungen ziehen wieder an. (Archivbild) - Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/dpa-tmn
    Die Baugenehmigungen ziehen wieder an. (Archivbild) - Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/dpa-tmn
  • Die Zahl der Baugenehmigungen steigt wieder. (Archivbild) - Foto: Patrick Pleul/dpa
    Die Zahl der Baugenehmigungen steigt wieder. (Archivbild) - Foto: Patrick Pleul/dpa
Die Baugenehmigungen ziehen wieder an. (Archivbild) - Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/dpa-tmn Die Zahl der Baugenehmigungen steigt wieder. (Archivbild) - Foto: Patrick Pleul/dpa

Die Baugenehmigungen in Deutschland sind im ersten Quartal krÀftig gestiegen. Im MÀrz wurden in alten und neuen GebÀuden 21.800 Wohnungen bewilligt, 11,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. 

Im gesamten ersten Quartal wurden 63.500 Wohnungen in neuen und bestehenden GebÀuden genehmigt. Das waren 14,6 Prozent mehr als von Januar bis MÀrz 2025. Im Neubau zogen die Genehmigungen besonders bei ZweifamilienhÀusern (plus 23,2 Prozent) und bei Wohnungen in MehrfamilienhÀusern (14,9 Prozent) an. 

Die Zahlen sind ein Lichtblick im Kampf gegen Wohnungsmangel und steigende Mieten, doch steigende Zinsen und Kosten im Zuge des Iran-Kriegs drohen den Aufschwung auszubremsen.

Höhere Zinsen, gestiegene Inflation

«Die Zahl der neu erteilten Baugenehmigungen im MĂ€rz zeigt, dass die deutsche Bauwirtschaft im ersten Monat des Iran-Kriegs eine robuste Dynamik aufgewiesen hat», sagt Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts fĂŒr Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung. Allerdings dĂŒrfte der Konflikt die Erholung spĂŒrbar dĂ€mpfen.

So seien seit Anfang MĂ€rz die Zinsen auf 10-jĂ€hrige Immobilienkredite um 0,3 Prozentpunkte gestiegen, was den Wohnungsbau verteuere. Zudem wirke sich die gestiegene Inflation aus. «Wenn die Menschen wegen gestiegener Energiepreise weniger Kaufkraft haben, bleibt auch weniger Spielraum zum Bau eines Eigenheims.» Mittelfristig dĂŒrften ferner die höheren Kraftstoff- und Energiekosten die Baukosten steigen lassen. Schon auf dem aktuellen Niveau der Baugenehmigungen wĂŒrden nicht genug Wohnungen gebaut, um eine echte Entspannung am Wohnungsmarkt zu erreichen.

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) warnte ebenfalls davor, in Euphorie zu verfallen. «Wenn wir den Bedarf im Land decken wollen, mĂŒssten mindestens 10.000 Genehmigungen zusĂ€tzlich reinkommen – und das pro Monat», sagte HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Felix Pakleppa. Mit dem Iran-Krieg wĂŒrden Lieferketten fragiler, die Finanzierungskosten blieben hoch und die geopolitische Lage verunsichere Bauherren und Investoren. «Eine Genehmigung ist noch kein Spatenstich und erst recht keine fertige Wohnung.»

Wohnungsbau in der Krise

Die Baugenehmigungen sind ein wichtiger Indikator fĂŒr den Wohnungsbau, der wegen gestiegener Zinsen und Baukosten in der Krise steckt: Was nicht genehmigt wird, wird spĂ€ter nicht gebaut. Vor allem in BallungsrĂ€umen ist bezahlbarer Wohnraum knapp. Die Bundesregierung will mit einem «Bau-Turbo» ĂŒber schnellere Genehmigungen den Wohnungsbau voranbringen und hat Förderprogramme fĂŒr energieeffizientes Bauen reaktiviert.

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